[WestG] [AKT] Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Staedtegeschichte - "Krieg - Alter - Hunger. Der Umgang mit existenziellen Gefaehrdungen als Thema der transkulturell vergleichenden Stadtforschung", Muenster, 28.04.23, 14:15 Uhr - 18:30 Uhr
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Di Apr 25 10:38:23 CEST 2023
Von: "Anja Heinz" <istg at uni-muenster.de>
Datum: 24.04.2023, 11:05
AKTUELL
Das Freitags-Kolloquium "Krieg - Alter - Hunger. Der Umgang mit existenziellen Gefährdungen als Thema der transkulturell vergleichenden Stadtforschung" findet am kommenden Freitag in der Zeit von 14 Uhr c.t. bis 18:30 Uhr im Fürstenberghaus, Seminarraum F3 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Im Mittelpunkt des Workshops am 28. April 2023, der in Zusammenarbeit mit dem seit 2021 existierenden Forschungsnetzwerk MURN (Münster Urban Reseach Network) veranstaltet wird, stehen Gefährdungen als Thema einer transkulturell vergleichenden Stadtforschung. Anhand von drei Problemfeldern - Krieg, Alter und Hunger - wird der Frage nachgegangen, wie städtische Gesellschaften in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten mit solchen existientiellen Gefährdungen umgingen. Dabei soll diskutiert werden, welches Potential die Auseinandersetzung mit diesem Thema für eine interdisziplinäre und transkulturell vergleichende Stadtforschung und Stadtgeschichte besitzt. Die drei Beiträge sind als Co-Referate geplant, bei denen europäische und außereuropäische sowie unterschiedliche disziplinäre Perspektiven jeweils miteinander ins Gespräch gebracht werden.
Philip Hoffmann-Rehnitz / Barbara Winckler: Die Präsenz des Kriegs in der Nachkriegszeit. Städte im Alten Reich nach 1648 und Beirut nach 1990 Der Beitrag geht in kulturvergleichender und transepochaler Weise der Frage nach, inwieweit in Städten (im Alten Reich nach 1648 sowie in Beirut nach 1990) der Krieg und damit verbundene Gefährungen nach dem Ende des Kriegs präsent blieben, in welcher Weise diese, insbesondere in visueller Form, repräsentiert wurden und inwieweit sich darin der besondere, ambivalente Charakter von Nachkriegszeiten als einer Übergangsphase zwischen Krieg und Frieden widerspieglt. Die Funktion und Bedeutung, die hierbei der Stadt bzw. dem Städtischen zukommt, werden dabei in einer doppelten Hinsicht diskutiert: als Referenzobjekt der (Selbst-)Darstellung bzw. als kultureller Repräsentations- und Imaginationsraum wie auch als konkreter lebensweltlicher Erfahrungsraum.
Colin Arnaud / Syrinx von Hees: Das Alter bewältigen (13.-16. Jahrhundert): Orte für eine gefährdete Bevölkerung in Ägypten und Syrien und in Westeuropa In deutschen, italienischen, syrischen und ägyptischen Städten etablierten sich in der gleichen Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert eine Reihe unterschiedlicher Institutionen, die direkt oder indirekt der Altersfür- oder -vorsorge dienten. Es scheint, dass Gefährdung durch Altersarmut und -pflegebedürftigkeit in der Stadtbevölkerung besonders brisant war. Wir wollen die unterschiedlichen Einrichtungen und Vertragsmöglichkeiten genauer vorstellen und miteinander vergleichen, um dann auch Unterschiede zu diskutieren: Warum etwa entwickeln sich Leibrenten und Pfründen zur Altersvorsorge in Europa, während in den Städten der Levante Privatstiftungen von großer Bedeutung sind? Welche Rolle spielen dabei Demographie und Migration, Lohnarbeit und Selbständigkeit, religiöse Vorstellungen und Frömmigkeitspraktiken?
Monique Nagel-Angermann / Ulrich Pfister: Stadt und Hunger in der Vormoderne: China und Deutschland im Vergleich Der Beitrag nimmt mit Hunger/Hungersnöten und Versorgungskrisen eine der wichtigsten existentiellen Gefährdungen (nicht nur) von vormodernen Städten und den Umgang mit diesen in den Blick. Im ersten Teil zu den chinesischen Städten wird ausgehend von einer kurzen Einführung zum städtischen Krisenmanagement seit dem 10. Jahrhundert das System der staatlichen und privaten Getreidespeicher vorgestellt. Verbunden mit einer kritischen Reflexion der diesbezüglichen Quellen wird die Funktionsweise des Speichersystems für die Versorgung in den Städten während ausgewählter Hungersnöte vom 16. bis 19. Jahrhundert hinterfragt und ein Einblick in den Forschungsdiskurs gegeben. Für die deutschen Städte wird anschließend zunächst gezeigt, wie sich Versorgungskrisen identifizieren lassen, und es werden die Hauptmerkmale von Versorgungskrisen vom 16. zum 19. Jahrhundert dargestellt. Weiter wird eine Übersicht über die gängigen Instrumente der obrigkeitlichen Vorsorge und des Krisenmanagements geboten, wobei die im Unterschied zu China ausgeprägte räumliche und vertikale Zersplitterung des Umgangs mit Versorgungskrisen herausgearbeitet wird. Deren Relevanz wird anhand eines Vergleichs zwischen Bonn und Köln hinsichtlich der Versorgungkrise von 1770/72 und ihrer demographischen Folgen belegt.
INFO
Datum: 28.04.2023
Uhrzeit: 14:15 Uhr bis 18:30 Uhr
Ort: Fürstenberghaus Vorlesungssaal F3, Domplatz 20-22, 48143 Münster
Kontakt: istg at uni-muenster.de; Tel. 0251 8327514
Kosten: Eintritt frei
URL: https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/staedtegeschichte/veranstaltungen/freitagskolloquium/freitagskolloquium_sose_2023.pdf
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