[WestG] [AKT] Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Staedtegeschichte zur Koehlhoffschen Chronik, Muenster, 28.10.22, ab 14:00 Uhr
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Di Okt 18 10:06:11 CEST 2022
Von: "Anja Heinz" <istg at uni-muenster.de>
Datum: 17.10.2022, 11:14
AKTUELL
Am Freitag, 28. Oktober 2022 findet das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte zur Koehlhoffschen Chronik statt. Im Sommersemester musste dieser Termin leider krankheitsbedingt ausfallen, jetzt freuen wir uns auf die folgenden Vorträge:
Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich (Münster), Einführung
Alina Ostrowski, B.A. (Köln), "dat si got vri wil haven" - Untersuchungen zum Selbstverständnis der Stadt Köln im Spiegel der Cronica van der hilliger Stat van Coellen
Der Vortrag widmet sich dem in der Chronik vermittelten Verständnis Kölns als Freier Reichsstadt und als Heiliger Stadt. Anhand des Zusammenspiels dieser beiden Aspekte städtischen Selbstverständnisses wird dargelegt, wie der Verfasser der Chronik die Heiligkeit der Stadt nutzt, um weltliche Ansprüche zu legitimieren. Dabei wird auch Einblick in ausgewählte Textpassagen sowie deren paratextuelle Gestaltung gewährt.
Dr. des. Paul Schweizer-Martin (München), Lage für Lage zum gedruckten Buch: Der Produktionsprozess der Koelhoffschen Chronik
Dieser Vortrag untersucht die Herstellung der über 700 Seiten starken Kölner Chronik aus Perspektive der Buchdruckgeschichte. Dabei sollen verschiedene Aspekte wie das Layout, der Satz und die Illustrationen in den Blick genommen werden. Gleichzeitig wird gefragt, welche Rückschlüsse diese auf den Herstellungsprozess erlauben, da nur wenige Quellen Einblicke in die Produktion dieser Inkunabel erlauben.
Nils Foege, M.A. (Münster), "quid observatu necesse sit in accommodatione librorum externis personi." Bibliothekszugang und -nutzung in der Kölner Kartause um 1500
Jüngere Forschungen haben den Verfasser der "Koelhoffschen Chronik" im Umfeld der Kölner Kartause und ihrer reichhaltigen Bibliothek verortet und damit ein neues Licht auf die noch immer ungeklärte Frage nach dessen Identität geworfen. Daran anknüpfend beleuchtet der Vortrag, wie und unter welchen Bedingungen die Benutzung der Bibliothek der Kölner Kartause um 1500 überhaupt Außenstehenden offen stand: Kann in ihr eine Art öffentlich "Stadtbibliothek" gesehen werden oder muss der unbekannte Verfasser über besondere Beziehungen zur Kölner Kartause verfügt haben bzw. ein Ordensmitglied gewesen sein? Hierzu werden Überlegungen und Ergebnisse präsentiert, die im Rahmen der Masterarbeit des Referenten erarbeitet wurden.
Prof. Dr. Sita Steckel (Münster), Die Verehrung des Heiligen Bruno in der Koelhoffschen Chronik, in der Stadt Köln und im Kartäuserorden
Ein klares Interesse der Koelhoffschen Chronik gilt der Darstellung der Kölner Heiligen als Individuen, die in besonderer Weise mit der Stadt selbst in Verbindung standen. So wird etwa der seit dem Hochmittelalter als Heilige verehrte Bruno, der Gründer des Kartäuserordens, in besonderer Weise als Sohn der Stadt Köln reklamiert - was unter anderem auf Anleihen aus der kartäusischen Geschichtsschreibung in der Chronik hindeutet. Wie ein genauerer Blick zeigt, wurde jedoch in der Stadt Köln und im Kartäuserorden ein durchaus unterschiedliches Bild Brunos gepflegt, so dass sich die Koelhoffsche Chronik als ein interessantes Verbindungsglied erweist.
Alle Interessierten sind ab 14 Uhr herzlich in den Vorlesungssaal F5 des Fürstenberghauses (Domplatz 20-22|48143 Münster) eingeladen!
INFO
Datum: 28.10.2022
Uhrzeit: ab 14:00 Uhr
Ort: Vorlesungssaal F5 des Fürstenberghauses, Domplatz 20-22, 48143 Münster
Kontakt: istg at uni-muenster.de; Tel. 0251 8327514
Kosten: Eintritt frei
URL: https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/
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