[WestG] [AKT] Workshop: Identitaetskonstruktionen fuer das Ruhrgebiet seit den 1970er-Jahren, 04.02.22

Bodden, Lina lina.bodden at lwl.org
Mi Feb 2 12:33:09 CET 2022


Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 31.01.2022, 11:20
Übernahme aus der Mailingliste Geschichtskultur im Ruhrgebiet


AKTUELL

Freitag, 4. Februar 2022, 14:15 - 16:45 Uhr

Workshop: Identitätskonstruktionen für das Ruhrgebiet seit den 1970er-Jahren

Vorstellung und Diskussion der These: Verschiedene Akteursgruppen entfalten diese Kern-Identität spezifisch und konkret

Die Akteur:innen innerhalb des Ruhrgebiets zerfallen in verschiedene kleinere Kollektive entlang von Subkulturen, Religionen und Konfessionen, kommunalen Grenzen, der Zuneigung zu einem Fußballclub, ihrer sozio-ökonomischen Stellung oder anderen Distinktionskriterien. Viele dieser Gruppen beriefen und berufen sich auf eine ihnen eigene, spezifische kollektive Ruhrgebietsidentität, um sich hiermit von ihren Pendants außerhalb der Region abzugrenzen oder ihre besonderen Eigenschaften hervorzuheben. Hierbei wird die Kern-Identität und damit das übergeordnete Narrativ von allen Kollektiven geteilt; die einzelnen Gruppen entwickeln jedoch auf Basis ihrer Bezugspunkte und der damit verbundenen Erfahrungen eigene Erweiterungen der Kern-Identität. Diese differieren und werden nicht in der Breite geteilt, stehen aber in aller Regel auch nicht im Widerspruch zu der weit angelegten Kern-Identität. Der spezifische Mehrwert, der den einzelnen Akteursgruppen aus der Adaption der Kern-Identität erwächst, ist zu diskutieren.

Referent:innen: Fabian Köster, Jana Golombek, Achim Prossek


Zu dem Workshop

Auch im zweiten Jahr nach der Schließung der letzten Zeche im Ruhrgebiet und einem guten halben Jahrhundert Strukturwandel ist der Steinkohlenbergbau in der Region allgegenwärtig. Neben einer Vielzahl von Industriedenkmälern erinnern im Ruhrgebiet zahlreiche weitere materielle und immaterielle Hinterlassenschaften, aber auch verschiedenste an die lokale Geschichte angelehnte Alltags- und Konsumartikel an die montanindustrielle Vergangenheit der Region. Nudeln in Form eines Fördergerüsts sind ebenso im Handel zu finden wie Quietscheentchen im Bergmannsoutfit oder schwarze Kumpel-Seife in Form eines Kohlestücks. In zahlreichen Dokumentationen und Publikationen wird an die Vergangenheit des Reviers erinnert und nicht nur Politiker stilisieren sich gern als Teil der Gruppe hart arbeitender, einfacher und ehrlicher Menschen, die die Region groß gemacht haben und deren Tugenden in der Erinnerung an die Blütezeit der Region weitergetragen werden.

Soweit der oberflächliche Blick auf die regionale Folklore, die bestimmte Ideen einer gemeinsamen regionalen Identität vermittelt. Doch schaut man genauer hin, bleibt die Identität des Ruhrgebietes und seiner Bewohner:innen jenseits der Stereotype von Schimanski und Pommes-Currywurst merkwürdig unbestimmt. Es scheint als habe der schrumpfende traditionelle montanindustrielle Führungssektor hier ein Vakuum hinterlassen, das von der folkloristischen Hülle umschlossen wird. Wir möchten in einem Workshop nach der Existenz von Identitäten abseits von Bergbau und Stahlindustrie fragen. Hierbei soll die Konstruktion der vordergründig sichtbaren und der versteckten Identitäten im Ruhrgebiet untersucht und die Entstehung vor dem Hintergrund des Strukturwandels seit den 1970er Jahren kontextualisiert werden.

Anmeldung unter ws-identitaeten-ruhrgebiet-2021 at rub.de.

Weitere Informationen unter www.ruhr-uni-bochum.de/ws-identitaeten-ruhrgebiet-2021/


INFO

Datum: 04.02.2022

Uhrzeit: 14:15-16:45 Uhr

Kontakt: ws-identitaeten-ruhrgebiet-2021 at rub.de

Anmeldung: Erforderlich unter Kontakt.

URL: www.ruhr-uni-bochum.de/ws-identitaeten-ruhrgebiet-2021/




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