[WestG] [AUS] "erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus", Herford, 28.10.-29.11.2019

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Okt 9 08:53:33 CEST 2019


Von: "Christoph Laue" <c.laue at kreis-herford.de>
Datum: 08.10.2019, 12:52


AUSSTELLUNG

erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

Die Wanderausstellung der DGPPN wurde in Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors erstellt und bereits von mehr als 500.000 Menschen besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck (a.D.) eröffnet wurde, war sie national und international an 73 Standorten in 8 verschiedenen Ländern auf 5 Kontinenten zu sehen. Die Wanderung der Ausstellung endet im Januar 2020 in Heidelberg. Um die Informationen weiterleben zu lassen, wird zum Ende des Jahres im Springer Verlag die Dokumentation zur Ausstellung erscheinen.

Die Ausstellung wurde bisher in verschiedenen Einrichtungen wie Parlamenten, Gedenkstätten, Kongressen oder Kliniken präsentiert und stellt häufig mithilfe eines Begleitprogramms einen konkreten Bezug zu der jeweiligen Region her.

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Bei der Selektion der Patienten wurde der vermeintliche "Wert" des Menschen zum leitenden Gesichtspunkt. Ärzte, Pflegende und Funktionäre urteilten nach Maßgabe von "Heilbarkeit", "Bildungsfähigkeit" oder "Arbeitsfähigkeit" über die ihnen Anvertrauten. Dabei fand die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung auffälliger, störender und kranker Menschen innerhalb des damaligen Anstalts- und Krankenhauswesens statt.

Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere. 

Die Ausstellung wird in Herford durch vier Tafeln zu Euthanasie, Zwangssterilisierung, den Verantwortlichen und Tätern sowie den zwei wesentlich verantwortlichen Amtsärzten aus Kreis und Stadt Herford ergänzt. 


Begleitprogramm:

7. November 2019, 19 Uhr 

Historischer Sitzungssaal Altes Kreishaus
Amtshausstr. 2
32051 Herford, 1. OG  

Vortrag Dr. Carola S. Rudnik (Leiterin der Gedenkstätte Lüneburg):  "Der Löwenzahn bricht meist dann durch den Beton, wenn die Sonne darauf scheint." - Angehörige in der Gedenkstättenarbeit zum Thema "Euthanasie" und Zwangsterilisation


 8. November 2019, 10 - 16 Uhr 

Historischer Sitzungssaal 
Altes Kreishaus
Amtshausstr. 2
32051 Herford, 1. OG  

Workshop: Dr. Carola S. Rudnik (Leiterin der Gedenkstätte Lüneburg): "Die Würde des Menschen ist (an-)tastbar" - Inklusives Geschichtslernen an außerschulischen Lernorten. Die Gruppengröße beträgt mindestens 10 und maximal 25 Personen. Für die Teilnahme wird ein Beitrag von 10,00Euro pro Teilnehmenden erhoben. 

Beschreibung: Um Inklusionsprozesse von Menschen mit seelischen Erkrankungen und Behinderungen zu fördern, hat die "Euthanasie"-Gedenkstätte Lüneburg ein bundesweit einmaliges Schulungsprogramm entwickelt. Teilnehmende lernen in einem eintägigen Seminar multiperspektivisch sowie handlungsorientiert verschiedene Methoden und Materialien zu den Themen Kinderrechte, Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen, Wandel der Ethik und Rolle der Medizin/Pflege, Entrechtung und Gewalt an Erkrankten und Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus kennen. Die NS-"Euthanasie" als Ausgangs- und Angelpunkt, erhalten Teilnehmende zudem Einblicke in Biografien historischer Akteure und erhalten einen Überblick über den historischen Wandel von Krankheit und Behinderung bis heute. In der Fortbildung werden darüber hinaus Materialen und Methoden vorgestellt zur Frage: "Was hat das mit mir zu tun?" Damit wird in dem sechsstündigen Workshop der Bogen von 1940 bis in die Gegenwart gespannt. Teilnehmende können hierdurch nicht nur ihr zeitgeschichtliches Wissen erweitern, sondern auch neue Zugänge zur Vermittlung von lokaler bzw. regionaler Geschichte ausprobieren. Die Teilnahme wird gerne bescheinigt.


13. November 2019, 19 Uhr

Gedenkstätte Zellentrakt (im Herforder Rathaus)
Rathausplatz 1
32052 Herford (Hintereingang)

Gespräch: Alexandra Sonntag und Dr. Wolf Müller: Informierte Mündigkeit in der Psychiatrie


INFO

Ausstellung " erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus"
Vom 28. Oktober bis zum 29. November 2019 
Kreishaus Herford
Amtshausstr. 3
32051 Herford

Veranstalter: Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. / Gedenkstätte Zellentrakt Herford und Gemeindepsychiatrischer Verbund Kreis Herford e.V. (GPV)

Eröffnung am 29. Oktober 2019 um 18 Uhr Kreishaus Herford, Amtshausstr. 3, 32051 Herford

Öffnungszeiten:  Montag - Donnerstag 7:30 - 17:30 und Freitag 7:30 - 13:00 Uhr, Kontakt und Anmeldung für Schulklassen/Gruppen Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.


Gedenkstätte Zellentrakt 
Rathausplatz 1, 32052 Herford
05221 189257

E-Mail: info at zellentrakt.de


Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.
Gedenkstätte Zellentrakt 
Rathausplatz 1
32052 Herford

Tel.: 05221 189257

E-Mail: info at zellentrakt.de 
URL: www. zellentrakt.de


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