[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 11/2016
Kleine, Pia
Pia.Kleine at lwl.org
Mi Nov 16 15:49:18 CET 2016
Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 15.11.2016, 13:33
AKTUELL
Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 11/2016
Ausblick
- Mittwochsgespräch mit Prof. Dr. Kundrus (Hamburg), 16.11., 19 Uhr
Ignoranz, Gleichgültigkeit, Passivität? Die Volksgemeinschaft und der Holocaust
Wenn sie es wollten, konnten die Bürger etwas über die Judenverfolgung erfahren. Einige wollten dies. Aber was genau wussten sie, und was machten sie mit ihrem Wissen? Ganz offenbar gab es eine breite Spanne an Handlungsweisen. Einige wurden zum Nutznießer der Massenverbrechen, andere wenige zum "Judenretter". Manche waren beides zugleich, Retter verrieten Juden und Täter retteten Opfer. Viele blieben passiv.
Prof. Dr. Birthe Kundrus ist Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg.
mehr dazu unter URL: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-11-16-mittwochsgespraech-volksgemeinschaft.html
- Yad Vashem Lectures, Mittwoch 21.11., 14.30 - 17 Uhr
Fortbildungsreihe für Lehrende
Die Reihe Yad Vashem Lectures wendet sich an Lehrende aller Schulformen und an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bildungseinrichtungen. In den Lectures werden innovative neue Unterrichtsmaterialien vorgestellt und in einem Praxisteil konkret ausprobiert, erprobt und hinterfragt.
21.11.16: Multiperspektivische Ansätze von bildungsmaterialien der International School for Holocaust Studies Yad Vashem
Dr. Birte Hewera (Repräsentantin von Yad Vashem in Deutschland)
An diesem Nachmittag bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die neuesten Unterrichtsmaterialien aus Yad Vashem für die verschiedenen Altersstufen und Schulformen kennenzulernen und auch ganz praktisch auszuprobieren. Dr. Birte Hewera wird den multiperspektivischen Ansatz der International School for Holocaust Studies (in Jerusalem) vorstellen. In Workshops können anschließend Unterrichtsmaterialien von Ihnen erprobt werden.
mehr dazu unter URL: www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-11-21-yad-vashem-lecture.html
- Öffentliche Führung, Sonntag 27.11., 15 Uhr
Jeweils am letzten Sonntag im Monat, um 15 Uhr, findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt.
Dauer: 60 Minuten
Eintritt frei, Spenden nützen unserem Förderverein
- Yad Vashem Lectures, Mittwoch 7.12., 14.30 - 17 Uhr
Multiperspektivische Ansätze von Bildungsmaterialien der International School for Holocaust Studies Yad Vashem
Einfluss von Flucht- und Migrationserfahrungen auf die pädagogische Arbeit in Gedenkstätten
Dennis Grunendahl (Münster)
Schulen sehen sich aktuell mit großen Herausforderungen konfrontiert, die sich durch die Migrationsentwicklungen der letzten Jahre ergeben haben. Die Integration von neuen Schülerinnen und Schülern, der Abbau von Vorurteilen und Sprachbarrieren sowie der Umgang mit Fluchterfahrungen mit ggf. traumatisierenden Erlebnissen rücken oftmals in den Mittelpunkt des pädagogischen Alltags. Auch die Gedenkstätten erleben Veränderungen, die ein Projektteam aus der Villa ten Hompel seit Januar 2016 untersucht. Mit welchen Methoden vermittelt man nachhaltig deutsche und europäische Geschichte in unserer Integrationsgesellschaft? Welche Konzepte helfen, um Verständigungsschwierigkeiten zu überbrücken? Wie ändert man das Vermittlungsangebot ohne den Focus der Verfolgtenerinnerung aus den Augen zu verlieren? Erste Zwischenergebnisse werden aus dem Projekt Flüchtlinge in den Gedenkstätten präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Weitere Informationen zu Anmeldung / Kosten unter: 0251 402 71 01.
- Mittwochsgespräch mit Dr. Mathias Middelberg (Berlin) am 7.12., 19 Uhr
"Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?" Hans Calmeyer - Rassereferent in den Niederlanden 1941 - 45
Dr. Mathias Middelberg (Berlin)
Der Anwalt Hans Calmeyer (1903-1972) entschied als Beamter der deutschen Besatzungsverwaltung in den Niederlanden täglich über Leben und Tod: Nach der NS-Rassenpolitik sollte er "rassische Zweifelsfälle" klären. "Arier" oder Jude? Was zugleich bedeutete: Rettung oder Deportation. In ihrer Verzweiflung erfanden tausende Verfolgte neue Abstammungsgeschichten.
Calmeyer ist bis heute umstritten: "Schindler oder Schwindler?" titelte der STERN. 1992 nahm ihn Yad Vashem unter den "Gerechten unter den Völkern" auf.
Dr. Mathias Middelberg ist Rechtsanwalt und Mitglied des Deutschen Bundestages.
mehr dazu unter URL: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-12-07-mittwochsgespraech.html
- Gedenken an die erste Deportation, Sonntag 11.12., 11.30 Uhr
Gedenken an die erste Deportation aus Münster am 13.12.1941 und Vortrag: "Vergessene Orte von NS-Verbrechen in Osteuropa"
Ort: Gedenktafel Ecke Warendorfer Str. / Kaiser-Wilhelm-Ring
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.
Anschließend um 12 Uhr Bildvortrag in der Villa ten Hompel:
Vergessene Orte von NS-Massenverbrechen in Osteuropa
Thomas Köhler und Michael Sturm (Münster)
In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.
- Lesung Gedenkblätter, Montag 12.12, 19 Uhr
Präsentation und Lesung aus neu erstellten Gedenkblättern des Jahres 2016 mit Peter Schilling.
Eine Veranstaltung des Vereins Spuren Finden e. V. im Geschichtsort Villa ten Hompel
- Junge Wissenschaft, Antonia Cassiano, Donnerstag 15.12., 19 Uhr
Leichentrauung: Eine Analyse alternativer Formen der Eheschließung im Nationalsozialismus / Antonia Cassiano (Münster)
Die gesamte Einstellung gegenüber dem biologischen Rassismus, der Eugenik und den "Nürnberger Gesetzen" basiert auf einer grundlegenden sozialen Einrichtung, der Eheschließung. Sie wurde vom NS-Staat aufgrund der moralischen und religiösen Grundlagen als nützlich betrachtet und dementsprechend verbreitet.
Antonia Cassiano studierte Geschichte und Sozialwissenschaften in Italien und Ethnologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).
mehr zur Veranstaltung finden Sie unter URL: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-12-15-junge-wissenschaft.html
- Junge Wissenschaft, Lisa Kalb, Donnerstag 15.12., 19 Uhr
In Frankreich ein Mörder, in Deutschland unbehelligt. Heinz Lammerding und der binationale Umgang mit dem Massaker von Oradour / Lisa Kalb (Gladbeck)
Die Geschichte von Oradour vermag bis heute Schatten zu werfen, und dies seit nunmehr 70 Jahren. Schatten durch jene Verbrechen, die von der 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" im Juni 1944 verübt wurden - von Deutschen an Franzosen - für letztere bis heute ein Symbol der nationalsozialistischen Schreckensbesatzung im Zweiten Weltkrieg.
Lisa Kalb studierte Französische Romanistik und Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) mit Studienaufenthalten in Frankreich.
mehr zur Veranstaltung finden Sie unter URL: http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-12-15-junge-wissenschaft.html
Rückblick
- Filmreihe zur Shoah
Zur Zeit veranstaltet die Fachschaft Geschichte an der WWU eine Veranstaltungsreihe zu dem Film Shoah von Claude Lanzmann. An insgesamt neun Abenden werden Teile des Films in Abschnitten von jeweils ca. einer Stunde gezeigt. Kurze Vorträge eröffnen dazu jeweils eigene Perspektiven auf Lanzmanns Film und den Holocaust. Ein durchgehender Besuch aller Abende ist erklärtes Ziel des Programms, allerdings nicht zwingend notwendig. Alle interessierten Personen sind an jedem Abend herzlich eingeladen!
Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 20:00 (s.t. !) im F2 des Fürstenberghauses, Domplatz 20-22 statt.
Am 07.11.2016 hat Prof. Dr. Markus Köster (Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen)die Reihe mit einer Einführung zur filmischen Narrationen des Holocaust eröffnet.
Am 14.11.2016 folgte Dr. Christoph Spieker (Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, Münster) mit dem Vortrag unter dem Titel "Grausame Züge und missverstandene Gesten".
Die weiteren Veranstaltungen finden sie unter URL:
https://www.uni-muenster.de/FSGeschichte/veranstaltungen/shoah.html
- Prof. Dr. Gerlach
Prof. Dr. Christian Gerlach stellte im Rahmen der "Mittwochsgespräche" in der Villa ten Hompel die Rolle der europäischen Länder in der Judenverfolgung dar. Der vergleichend angelegte Vortrag des Professors für Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Bern stieß dabei auf großes Besucherinteresse. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft Münster sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster statt.
http://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/gerlach-ueber-massengewalt.html
- "Die Kinder der Turnstunde" DVD
Die Geschichte der Juden in Lünen
DVD mit Begleitheft, 2016
Der Regisseur Michael Kupzcyk eine DVD zur Geschichte der Juden aus Stadt Lünen erstellt. Ausgangspunkt ist ein Foto aus dem Jahr 1932, das exemplarisch den tragischen Verlauf der jüdischen Geschichte fernab der nationalsozialistischen Herrschaftszentren in den Städten und Dörfern der westfälischen Provinz verdeutlicht. Die Aufnahme zeigt Schüler der jüdischen Volksschule in Lünen mit ihrem Lehrer. Die Kinder stehen weit auseinander, gut gestaffelt präsentiert jedes Kind seine eigene Individualität. Zehn Jahre später lebte von den 17 Personen auf dem Bild keine einzige mehr in Lünen und nur eine kehrte nach dem Krieg in die Stadt zurück.
Gerd Blumberg als Zeitzeuge und Dr. Christoph Spieker als Historiker geben auf der DVD Hintergrundinformationen zum Geschehen in und um Lünen, dass insbesondere durch eindrückliche Interviews mit Überlebenden die dramatischen Geschichten der "Kinder der Turnstunde" in Erinnerung rufen. Zwei ausverkaufte Kinosäle dokumentierten das große Interesse an diesem ausgewöhnlichen Film.
mehr dazu URL: http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/luenen/Die-Kinder-der-Turnstunde-Luener-Kinofest-feiert-Auftakt-mit-sensibler-Premiere
INFO
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
URL: http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel
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