[WestG] [AKT] Vorstellung Heft 75 der Zeitschrift "Rheine - gestern, heute morgen" (RGHM)
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Fr Jun 17 12:47:09 CEST 2016
Von: "Frank de Groot-Dirks" <Frank.deGroot-Dirks at rheine.de>
Datum: 17.06.2016, 11:48
AKTUELL
Vorstellung Heft 75 der Zeitschrift "Rheine - gestern, heute, morgen" (RGHM) - 200 Jahre herrschen die Preußen in Rheine
Neueste Ausgabe der Zeitschrift "Rheine - gestern, heute, morgen" ist jetzt erschienen/Redaktionsleiter Franz Greiwe hört auf
200 Jahre preußische Provinz Westfalen, das sind auch 200 Jahre preußische Herrschaft in Rheine. Die 1815 auf dem Wiener Kongress beschlossenen politischen und geografischen Veränderungen, die nach den unruhigen napoleonischen Jahren wieder Stabilität in Europa brachten, schufen Grenzen und Strukturen, die bis in die Region Rheine wirkten und bis heute erhalten blieben. Grund genug für die Redaktion der Zeitschrift "Rheine - gestern, heute, morgen" (RGHM), die jetzt erschienene Ausgabe dem Schwerpunkt "200 Jahre Preußen und Rheine" zu widmen. Die Zahl 75 hat für Redaktionsleiter Franz Greiwe, der die Geschicke der Zeitschrift von Anfang an begleitet hat, eine besondere Doppelbedeutung. "Es ist das 75. Heft der Reihe, und in wenigen Wochen werde ich selber 75 Jahre alt", sagte er bei der Vorstellung der jüngsten Ausgabe und kündigte an: "Damit ist es für mich Zeit, mich aus der Redaktion zu verabschieden." Er sehe das Feld gut bestellt, auch wenn sich in die Freude über das gelungene neueste Heft auch Trauer mische, sich von dem Projekt zu verabschieden, das seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 einen erheblichen Beitrag zur Identitätsbildung innerhalb der damals neu gebildeten Gesamtstadt Rheine geleistet habe. "Ich kann jetzt gehen, weil die Redaktion das auch ohne mich gut weitermachen kann", sagte Greiwe. Er versprach aber, der Zeitschrift als Autor erhalten zu bleiben. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einem Aufsatz von Paul Nienhaus, der die für Rheine entscheidenden Passagen der Wiener Kongressakte und deren Vorgeschichte untersucht hat. Die Übernahme der Herrschaft durch die Preußen, die neue Landesgrenze zum Königsreich Hannover, der Verlust der Stellung als Verwaltungshauptort für die umliegenden Gemeinden und Kirchspiele - das waren Entscheidungen, die den weiteren Verlauf der Geschichte in der Emsstadt prägen sollte, die Franz Greiwe dann in einem zusammenfassenden Aufsatz bis in die Gegenwart hinein schildert.
Das Heft 75 enthält auch zwei Biografien von bedeutenden Bürgermeister-Persönlichkeiten. So untersucht Lothar Snyders die Rolle von Max Forstmann, der in den Jahren 1818 bis 1852 - einer bewegten Zeit - eine prägende Figur sein sollte. Warum die Rheiner Bürger ihn in den revolutionären Umtrieben des Jahres 1848 in den Thie-Pütt werfen wollten, ließ sich leider nicht schlussendlich klären. Snyders kommt mit Blick auf die Lebensbilanz Forstmanns aber zum Ergebnis: "Er war ein preußischer Beamter, der sich um Rheine verdient gemacht hat." Etwas ambivalenter stellt sich die Lebensgeschichte von Hubert Schüttemeyer dar, dessen Wirken von 1905 bis 1939 sich André Schaper gewidmet hat. Gerade Schüttemeyers Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus ist doch noch mit einigen Fragezeichen zu versehen.
Einem spezifischen Aspekt preußischer Geschichte in Rheine wendet sich Lothar Kurz in seinem Aufsatz über die "Urkatasteraufnahme in Rheine (1828 - 1830)" zu, in dem er den Blick auf die eigentliche Absicht der damaligen Landvermessung und Kartografie lenkt. "Es ging den Preußen damals darum, mehr Steuergerechtigkeit durchzusetzen", sagte Kurz. Bei der Beschäftigung mit dem Thema tauchten aber auch bislang unbekannte Aspekte Rheiner Stadtgeschichte auf. So lasse sich anhand der preußischen Karten der Standort einer bislang unbekannten Burgstelle in Gellendorf nachweisen.
Anknüpfend an frühere Aufsätze begibt sich Ingmar Winter an eine Bewertung von 200 Jahren humanistischer Bildung in Rheine, für die er auch das Gespräch mit der Schulleitung des Gymnasiums Dionysianum gesucht hat. Augenzwinkernd wie immer kommt die plattdeutsche Kolumne von Otto Pötter daher, der die Preußen mit der Verbreitung der Kartoffel in Verbindung setzt. Nachwuchsautor Dominik Wehrmeyer richtet den "jungen Blick auf alte Zeiten", eine feste RGHM-Rubrik, diesmal auf das 50-jährige Jubiläum des Kopernikus-Gymnasiums.
Ausgabe 75 der Zeitschrift "Rheine - gestern, heute, morgen" wird jetzt den Abonnenten zugestellt und ist ab sofort im Stadtarchiv, an der Rathaus-Information sowie im örtlichen Buchhandel zum Preis von acht Euro erhältlich.
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