[WestG] [AKT] Vortrag: Der Schreibtisch zum Ruhrbergbau: Das Oberbergamt Dortmund (1930-1950), Muenster, 19.01.2016
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Fr Jan 15 10:12:46 CET 2016
Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org>
Datum: 14.01.2016, 09:23
AKTUELL
Vortrag: Der Schreibtisch zum Ruhrbergbau: Das Oberbergamt Dortmund (1930-1950)
Dr. Katrin Minner (Münster)
Dienstag, 19. Januar 2016, 19.00 Uhr (s.t.)
Für den deutschen Bergbau war die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Phase des permanenten Ausnahmezustands: eine Phase von Kriegen und Wirtschaftskrisen, von befeuerter Konjunktur bis zu Rezession und Depression.
Zwar hatten die Zechen seit Mitte des 19. Jahrhunderts ihre unternehmerische Unabhängigkeit von staatlicher Bevormundung durchsetzen können, dennoch unterlagen sie weiterhin rechtlicher und bergpolizeilicher Vorgaben und staatlicher Aufsicht.
Aus der wechselvollen Geschichte des Ruhrbergbaus zwischen 1930 und 1950 berichtet Dr. Katrin Minner. Die Historikerin beschäftigt sich aktuell mit Oberbergamt Dortmund und kann neueste Forschungsergebnisse präsentieren.
Für den Ruhrbergbau als größtes Steinkohlenabbaugebiet Deutschlands und Europas oblag diese Funktion dem Oberbergamt Dortmund - einer preußischen Mittelbehörde mit dem Rang vergleichbar eines Regierungspräsidiums. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wechselten innerhalb kürzester Zeit die politischen Systeme mit entsprechenden Auswirkungen auf die personelle Zusammensetzung und die inhaltliche Arbeit der Behörde. Die Oberbergämter fungierten im System des Nationalsozialismus als Scharnier zwischen bisweilen unterschiedlichen Interessen von Unternehmen und staatlicher Führung. Bedürfnisse der Kriegswirtschaft vor dem Hintergrund der militärisch-expansionistischen Ziele mussten mit dem Auftrag, für Grubensicherheit und den (gesundheitlichen) Schutz der Bergleute zu sorgen, vereinbart werden. Auch die zerstörerischen Lebens- und Arbeitsbedingungen der seit 1942 verstärkt eingesetzten sowjetischen Kriegsgefangenen blieben dem Oberbergamt nicht unbekannt.
Mit Kriegsende standen die Bergbehörden vor einem weiteren Spagat: Einerseits herrschte in der Nachkriegsphase dringender Bedarf an Brennstoffversorgung und Rohstoffen für den Wiederaufbau, der einen möglichst reibungslosen Ablauf in der noch vorhandenen wirtschaftlichen Infrastruktur nahelegte. Andererseits rückten öffentliche Einrichtungen mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung in den Blick politischer Säuberungen der Entnazifizierung.
Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im:
Plenarsaal des Landeshauses
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster
Der Eintritt ist frei.
INFO
Kontakt:
Christine Schedensack
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster
Fürstenbergstraße 15
49147 Münster
Tel.: 0251-5915972
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org
URL: www.altertumsverein-muenster.de
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