[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 4/2016
Pattberg, Julia
Julia.Pattberg at lwl.org
Mo Apr 18 10:36:33 CEST 2016
Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 15.04.2016, 14:25
AKTUELL
Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 4/2016
Themen des Newsletters 4/2016
Ausblick
Öffentliche Führung am 24.4., 15 Uhr
Drehbuch Geschichte 2016
Mittwochsgespräch mit Dr. Leonie Treber am 20.4., 19 Uhr
Mittwochsgespräch mit Dr. Enrico Heitzer am 11.5., 19 Uhr
Historischer Spaziergang mit Timm C. Richter "Rund um die Villa" am Sonntag, 15.5., 14 Uhr
Rückblick
Neuer Beitrag von Thomas Köhler zur Bildungsarbeit mit Polizisten in internationalem Sammelband erschienen
Besuch aus Jerusalem
"Kalte Heimat"
Ausblick
Öffentliche Führung am 24.4., 15 Uhr
Jeweils am letzten Sonntag im Monat, um 15 Uhr findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt. Am 24.4. führt Sie Philipp Erdmann durch die Ausstellung.
Dauer: 60 Minuten
Eintritt frei, Spenden erwünscht.
Drehbuch Geschichte 2016
"Angst essen Seele auf", Montag, 18.4., 19.00 Uhr, Cinema, Warendorfer Straße 45
"Shirins Hochzeit", Mittwoch, 27.4., 19.00 Uhr, Cinema, Warendorfer Straße 45
"Weil ich schöner bin", Mittwoch, 2.5., 19.00 Uhr, Cinema, Warendorfer Straße 45
Infos und Karten unter: www.cinema-muenster.de oder Tel. 0251 - 30300
Eintritt 8,- Euro/ermäßigt 6,50 Euro, Abo für die ganze Reihe: 30 Euro /erm. 25 Euro
Mittwochsgespräch mit Dr. Leonie Treber am 20.4., 19 Uhr
Mythos Trümmerfrauen
Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes
Das nächste Mittwochsgespräch enttarnt einen deutschen Mythos. Die "Trümmerfrau" gehört zum festen Repertoire nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit. Leonie Treber hat erstmals die überlieferten Fakten geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass die "Trümmerfrauen" ein Mythos sind. Sie stellt dar, wie die Enttrümmerung der deutschen Städte tatsächlich stattgefunden hat.
Dr. Leonie Treber arbeitet an der Technischen Universität Darmstadt. Ihre Forschungen waren Grundlage für die WDR-TV-Dokumentation "Mythos Trümmerfrauen".
Der Eintritt ist frei, Spenden für den Förderverein der Villa ten Hompel erwünscht.
Mehr dazu unter: www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/veranstaltungen/2016-4-20-mittwochsgespraech.html
Mittwochsgespräch mit Dr. Enrico Heitzer am 11.5., 19 Uhr
Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit , Widerstand und Spionage im Kalten Krieg 1948-1959
Die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (KgU) galt in Ost und West lange Zeit als Inkarnation des Antikommunismus und der Feindschaft gegen die DDR. 1948 als Reaktion auf die Entlassungswelle aus den sowjetischen Speziallagern gegründet und 1959 während der zweiten Berlin-Krise aufgelöst, entfaltete die KgU nicht nur humanitäre Aktivitäten, verbreitete Flugblätter oder war nachrichtendienstlich tätig, sondern beförderte - und praktizierte zeitweise auch - Gewalt als Widerstandsmittel gegen die Staatsführung.
Enrico Heitzer untersucht die Entstehung, den organisatorischen Aufbau und die Handlungsfelder dieser privat geführten, aber politisch höchst wirkungsvollen Organisation in West- und Ostdeutschland.
Dr. Enrico Heitzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sowie der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und arbeitete am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF).
Der Eintritt ist frei, Spenden für den Förderverein erwünscht.
Historischer Spaziergang mit Timm C. Richter "Rund um die Villa" am Sonntag, 15.5., 14 Uhr
Ein Spaziergang rund um die Villa ten Hompel mit Timm C. Richter (Münster).
In nur wenigen Stadtvierteln von Münster lassen sich so viele authentische Orte aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges finden wie in Mauritz und Erpho.
Der Spaziergang dauert ca. 90 Minuten, Treff- und Endpunkt ist die Villa ten Hompel, die Teilnehmergebühr beträgt 5 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Rückblick
Neuer Beitrag von Thomas Köhler zur Bildungsarbeit mit Polizisten in internationalem Sammelband erschienen
In der Staatsbibliothek Hamburg präsentierte die KZ-Gedenkstätte Neuengamme vor mehr als 150 Zuhörern einen neuen internationalen Sammelband mit dem Titel "Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie". Den Beitrag zur Bildungsarbeit mit Polizistinnen und Polizisten und deren kritische Auseinandersetzung mit Täterschaft stammt von Villa-Mitarbeiter Thomas Köhler.
Weitere Autorinnen und Autoren sind u.a. Prof. Frank Bajohr (München), Prof. Monique Eckmann (Genf), Prof. Thomas Kühne (Clark University), Dr. Samson Munn (Boston), Prof. Gerhard Paul (Flensburg), Prof. Jan Philipp Reemtsma (Hamburg) und Alexandra Senfft (München).
Familiäre, wissenschaftliche und gesellschaftliche Formen der Erinnerung an den Nationalsozialismus stehen in einem engen wechselseitigen Verhältnis zueinander. Der Sammelband bündelt mit 34 Beiträgen eine fünfjährige intensive Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Täterschaft und ihren Folgen. Die ersten drei Kapitel stellen internationale Forschungsergebnisse zur Diskussion, in den folgenden zwei Themenblöcken präsentieren Kinder und Enkel von Täterinnen und Tätern ihre Sicht auf die Folgewirkungen in Familie und Gesellschaft. Der als DVD beiliegende Film "Nationalsozialistische Täterschaft in der eigenen Familie. Erinnerungsberichte der zweiten und dritten Generation" versammelt zehn filmische Porträts, in denen Nachkommen von NS-Täterinnen und Tätern über ihre Auseinandersetzung mit Täterschaft in der Familie und deren Auswirkungen auf ihr eigenes Leben berichten.
Das Buch kann ab sofort für 24 Euro im Buchhandel bestellt werden:
Nationalsozialistische Täterschaften. Nachwirkungen in Gesellschaft und Familie, hg. von Oliver von Wrochem. Reihe Neuengammer Kolloquien, Band 6, Metropol-Verlag Berlin, 535 Seiten und DVD, 24,00 Euro.
Besuch aus Jerusalem
Den Auftakt zum Arbeitsbesuch der deutschsprachigen Abteilung der International School for Holocaust Studies Jerusalem in NRW machte eine Delegation im Geschichtsort Villa ten Hompel. Schwerpunkt des Treffens waren die NS-Täterforschung und die museale Ausstellungspraxis am Beispiel der Polizei. Als Resultat des gemeinsamen deutsch-israelischen Projektes soll ein Didaktisches Modul erstellt werden, das am Beispiel des Massenmordes an der jüdischen Bevölkerung der Stadt Bialystok, gerade auch die Beteiligung und Verantwortung der Ordnungspolizei thematisiert. Das Ergebnis der Kooperation soll noch in diesem Jahr in Israel und NRW erprobt werden. Nach dem Workshop in Münster wurde die Arbeitsreise mit Besuchen in weiteren Gedenkstätten in Dortmund, Wuppertal und Köln fortgeführt. Es handelt sich um einen Gegenbesuch zu einer Reise der NRW-Gedenkstätten nach Israel im vergangenen Dezember.
Große Aufmerksamkeit erfuhr die Delegation durch einem Empfang bei Christina Kampmann, der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, die die gemeinsamen Anstrengungen zur historischen Bildungsarbeit in beiden Ländern explizit unterstützt.
"Kalte Heimat"
Im Rahmen der Reihe "Drehbuch Geschichte" konnte Prof. Markus Köster in der Villa dokumentarische Beispiele über den Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen vorstellen. Unter dem Titel "Kalte Heimat" wurden den zahlreichen Besuchern Parallelen zur heutigen Situation deutlich. Hinter der damals großen Zahl von 14 Millionen Geflüchteter steckten, wie der Film in "Refugee" aus dem Jahr 1949 eindrucksvollen Bildern belegte - immer auch berührende Einzelschicksale.
In seiner Kommentierung konnte Prof. Köster vom LWl-Medienzentrum für Westfalen auch auf familiäre Bezüge zurückgreifen. Der Abend wurde von Jens Effkemann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Namen der Mitveranstalter "Gegen Vergessen und für Demokratie" und der Linse eingeleitet.
Bestellmöglichkeit für den Film
https://www.lwl.org/lwl-medienzentrum-shop/index.php?page=product&info=129
Aktuelle Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unserer Homepage unter URL: http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel
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