[WestG] [AUS] Jahresausstellung: "Front und Heimatfront - Luenen im Ersten Weltkrieg", Luenen, ab 16.02.2014

Pawlitta, Pascal Pascal.Pawlitta at lwl.org
Do Feb 6 08:56:22 CET 2014


Von: "Kerstin Schatz" <Kerstin.Schatz.02 at luenen.de>
Datum: 05.02.2014, 16:21


AUSSTELLUNG

Einladung zur Jahresausstellung des Museums der Stadt Lünen

Front und Heimatfront
Lünen im Ersten Weltkrieg

Eröffnung am Sonntag, dem 16. Februar 2014, 11 Uhr im Museum der Stadt Lünen


PROGRAMM

Begrüßung: Herr H. Müller-Baß, Kulturdezernent

Einführung: Herr Dr. W. Lehnemann, Museumsleiter

Grußwort: Frau Dr. U. Gilhaus, Direktorin des LWL-Museumsamtes 


Dauer der Ausstellung: 16. Februar bis 16. November 2014


Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr
In den Monaten April bis September ist das Museum bis 18 Uhr geöffnet.
Schulklassen vormittags (nach Anmeldung) mit Führung.
Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten.

Eintritt: Kinder frei, Jugendliche und Erwachsene 1 Euro.


Abendvorträge (Herr V. Mollin) zum Ersten Weltkrieg:

13. März und 13. April, Beginn 19:30 Uhr 
Eintritt 2,50 Euro


Museum der Stadt Lünen: Front und Heimatfront - Jahresausstellung 2014  (16. Februar bis 16. November)

Vor hundert Jahren wurde der erste Weltkrieg entfesselt, der die Kata-strophen des 20. Jahrhunderts einleitete. Das Museum der Stadt Lünen hat die hundertjährige Wiederkehr zum Anlass genommen, in der Jahresausstellung 2014 die beiden Titelbereiche, die miteinander eng verbunden waren, im Hinblick auf die Stadt Lünen darzustellen - die "Front", wie über sie die Bevölkerung informiert wurde, z. B. durch das damals stärkste Medium, die Tageszeitung, und die "Heimatfront", die unmittelbar zu Beginn des Krieges mit Erlassen, Aufrufen, Verboten, Sammelaktionen und Einschränkungen des täglichen Lebens aufgebaut wurde.

Die Ausstellung geht von der jahrzehntelangen Beeinflussung der Bevölkerung aus, die die Verehrung des Kaiserhauses, einem Personenkult, ebenso umfasst hat wie die ständige Erinnerung an die Siege des Krieges 1870/71 und die Pflege des Feindbildes Frankreich, Dazu gehörte auch die hohe Wertschätzung des Militärs. Die neuen Waffen - U-Boote und Flugzeuge - schufen neue Heldenbilder, die in Ansichtskarten verbreitet wurden. Pathetische Lieder und Gedichte waren Teile der Beeinflussung - Gedichte, deren Zahl 1914 auch auf lokaler Ebene noch gesteigert wurde und deren Verfasser die Schrecken des Krieges gar nicht kannten. Briefe von der Front konnten über die Wirklichkeit  nur ungenügend aufklären. Erst die rasch wachsende Zahl an Todesanzeigen der als Helden verehrten Gefallenen, machte die andere Seite des Kriegsge-schehens bewusst, die auch über Totenzettel verbreitet wurde. Dass die Verleihung von Orden den Einsatz im Kampf zwar belohnte, aber als wertlose Geschenke verteilt wurden, wird in den ebenfalls ausgestellten sehr schlichten Verleihungsurkunden sichtbar.

Die Heimatfront diente der Ausrichtung der Produktion auf die Unterstützung der Front. Frauen mussten Männerarbeitsplätze übernehmen, auch mit schwerer körperlicher Belastung. Alle kriegswichtigen Materialien wurden gesammelt, Geldmünzen durch Papiergeld, Leder durch weit schlechtere Ersatzstoffe ersetzt und Edelmetall unter erheblichem Druck auf die Bevölkerung einkassiert: Gold gab ich zur Wehr, Eisen nahm ich nur Ehr. Lebensmittel aller Art konnten nur über zugeteilte Bezugsscheine erworben werden. Der Finanzierung des Krieges dienten die Kriegsanleihen, die stark beworben wurden. Dazu kamen die persönliche Unterstützung der Soldaten über "Liebesgaben"-Pakete, das Angebot der Vereine in Wohltätigkeitskonzerten, der Einsatz der Jugendlichen an der Heimatfront, der mit Urkunden anerkannt wurde. Die Nutzung von Er-satzstoffen wurde schon den Kindern über Quartettkarten nahegelegt.

Nach dem Krieg setzten die Städte und Ortschaften ihren Gefallenen Denkmäler, die nach dem zweiten Weltkrieg oft auf diesen erweitert wurden.

Das traurige Jubiläum wird in den großen Medien mit Bildern und insbesondere Filmen begangen, die nur an wenigen Stellen entstanden sind, meist an der deutsch-französischen Front. Dass der  Krieg an vielen Stellen rund um den Erdball das Leben beeinträchtigte und zu Recht als Weltkrieg bezeichnet wurde, gerät dabei leicht aus dem Blick. Der Ausstellung in Lünen ist es gelungen, mit einigen Briefen und Bildern sowie einem Tagebuch auch an weit entfernte Kriegsschauplätze zu erinnern: Ein Soldat aus Lünen hat ein Tagebuch über seinen Einsatz in Deutsch Ostafrika geschrieben, bei dem er selbst im Februar 1915 gefallen ist. Ein anderer Lüner war ebenfalls zur Truppe Lettow-Vorbecks eingezogen worden, wurde bei einem Kommandounternehmen von einer englischen Truppe gefangen genommen und kehrte erst 1919 zurück. 
Für die Ausstellung ist ein Begleitprogramm vorgesehen: Zwei Abend-vorträge eines Militärhistorikers stellen den ersten Weltkrieg vor, Schulklassen können nach Absprache Führungen in Anspruch nehmen - und für Besucher, die die Originalberichte und Zeitungsausschnitte in der damaligen Frakturschrift nicht lesen können, werden an einem Sonntag pro Monat Lesehilfen geboten. In informierenden Fahrradexkursionen werden die Kriegerdenkmäler im Stadtgebiet besucht.

Das Museum der Stadt Lünen im Wirtschaftsgebäude von Schloss Schwansbell, Schwansbeller Weg 32, ist außer Montag täglich geöffnet, von Dienstag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr, an Samstagen und Sonntagen zwischen 13 und 17 Uhr. In den Monaten April bis September bleibt das Museum bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 1 Euro; Kinder bis zum 15. Lebensjahr und Schulklassen haben freien Eintritt.
Schulklassen und Gruppen können das Museum nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten besuchen; Führungen sind, ebenfalls nach Absprache, möglich.

Das Museum ist während der Öffnungszeiten telefonisch unter der Nummer 02306 104-1649 zu erreichen.


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