[WestG] [AKT] Lesung: Mosbergs Briefe aus Bielefeld, Bielefeld, 07.11.2013
Pawlitta, Pascal
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mo Nov 4 15:03:14 CET 2013
Von: "Stadt Bielefeld" <mailto:info at presse-service.de>
Datum: 30.10.2013, 16:17
AKTUELL
Lesung: Mosbergs Briefe aus Bielefeld - Vorher Führung durch die Ausstellung
Unter dem Titel "Tante Paula geht es miserabel - Mosbergs Briefe aus Bielefeld 1939 bis 1941" findet am Donnerstag, 7. November, im Stadtarchiv Bielefeld (Saal "SO2", Kavalleriestraße 17, 2. Etage) um 20 Uhr eine Lesung aus Briefen der Familie Mosberg statt. Vorrangig zwischen 1939 und 1941 schrieben die Eheleute Julius und Johanne Mosberg, die jüdischer Herkunft waren, regelmäßig Briefe an ihre ausgewanderten Kinder Grete in Lima / Peru und Paul in Seattle / USA. Diese 60 Briefe und weitere überlieferte Korrespondenz der Familie befinden sich bei einem Enkelsohn in den USA.
Die persönliche Gesundheit und die der Verwandten und Bekannten, das berufliche Fortkommen in der noch neuen und fremden Heimat, finanzielle Sorgen sowie die Auswanderung dominieren die Briefe - nur vorsichtig angedeutet die Verfolgungssituation: Die Familie hatte einen Code vereinbart, um die tatsächlichen Verhältnisse in Deutschland und in Bielefeld zumindest ansatzweise zu vermitteln. Die in chronologischer Reihung gelesenen Briefe werden mit den rassenideologischen Verfolgungsmaßnahmen des NS-Regimes kombiniert, um den Code zu entschlüsseln.
Die von Dr. Dagmar Buchwald vorbereitete und mit Dagmar Giesecke, Bernd Wagner und Dr. Jochen Rath veranstaltete Lesung gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung "MOSBERG: Unternehmen - Familie - Kunst - Theresienstadt". Diese kann bis zum 30. November im Stadtarchiv (2. Etage) besucht werden und zeigt vor allem die Familien- und Firmengeschichte und das Verfolgungsschicksal der Mosbergs.
Das Bielefelder Unternehmer-Ehepaar Julius und Johanne Mosberg wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo beide 1943 ums Leben kamen. Julius und sein Bruder Max Mosberg waren die letzten Geschäftsinhaber des Berufsbekleidungsunternehmens "M. Mosberg", das im Herbst 1938, also vor 75 Jahren "arisiert" wurde. Wenige Wochen später fand der Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung statt.
Die Ausstellung ist nach der Eröffnung erweitert worden, nachdem neue Exponate eintrafen: aus Braunschweig (Foto des "arisierten" Firmengebäudes) und aus Großbritannien (M. Mosberg-Uhrkette).
Vor der Lesung findet am Donnerstag, 7. November, um 19.00 Uhr eine öffentliche und kostenfreie Führung durch die Ausstellung statt. Über die regulären Öffnungszeiten hinaus (montags 14.00 bis 18.00 Uhr, dienstags bis freitags 11.00 bis 18.00 Uhr, samstags 11.00 bis 14.00 Uhr) ist die Ausstellung an diesem Tag von 18.30 Uhr bis 19.45 Uhr geöffnet. Der Zugang ist jeweils über den Eingang Kavalleriestraße 17 möglich.
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