[WestG] [AKT] Newsletter Villa ten Hompel

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Fr Mai 17 13:09:46 CEST 2013


Von: "Villa ten Hompel" <tenhomp at stadt-muenster.de>
Datum: 16.05.2013, 14:42


AKTUELL

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ÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DES PFINGSTWOCHENENDES UND FRONLEICHNAM
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Die Ausstellung ist am Pfingstsonntag dem 19.5. in der Zeit von 12.00 -
18.00 Uhr geöffnet. An Fronleichnam, Donnerstag dem 30.5. ist die
Ausstellung nicht geöffnet.

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VORTRAG MIT PROF. DR. KRÖNER AM 5.6.13
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Hermann Muckermann - Theologe und Eugeniker, Vortrag mit Prof. Dr. Kröner
Der deutsche Anthropologe, Eugeniker und ehemalige Jesuit Hermann
Muckermann (1877-1962) ist eine widersprüchliche Figur in der deutschen
eugenischen Bewegung gewesen. Als „Trommler“ für die eugenische Sache
zur Lösung der sozialpolitischen Krise der Weimarer Republik hat er dazu
beigetragen, dass eugenisches Denken Eingang in katholische Kreise
gefunden hat. Er war der erfolgreichste Propagandist und „Fundraiser“
für das 1927 gegründete Kaiser-Wilhelm–Institut für Anthropologie,
Menschliche Erblehre und Eugenik, an dem er bis 1933 die Abteilung für
Eugenik leitete. 1933 verlor er diese Stellung, obwohl seine eugenischen
Anschauungen vor 1933 von einigen NS-Eugenikern durchaus für kompatibel
mit der NS-Rassenhygiene (Link: http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1805&rid=t_82&mid=270&aC=999ba24b&jumpurl=-1 
) gehalten worden waren. Nach dem Krieg galt er daher als NS-Opfer oder
sogar als Widerstandskämpfer.
In seinem Vortrag wird Prof. Kröner versuchen, Muckermann und seine
Anschauungen in der eugenischen Bewegung der Weimarer Republik zu
positionieren, sein Verhältnis zum Nationalsozialismus zu
problematisieren, und sich mit seiner Nachkriegstätigkeit als Leiter des
Instituts für natur- und geisteswissenschaftliche Anthropologie,
fälschlich häufig als „Max-Planck-Institut“ bezeichnet, befassen.
Kurzvita:
Hans-Peter Kröner, geb. 1949, Studium der Medizin, der Philosophie und
Geschichte an der Universität Münster. Seit 1990 wiss. Mitarbeiter am
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der WWU.
Habilitation 1995. Seit 2001 Professor für Geschichte der Medizin.
Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Eugenik und Humangenetik, Medizin
und Nationalsozialismus, Universitäts- und Fakultätsgeschichte.
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich.

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"WISSENSCHAFT WANDERN UND ERLEBEN IN LENGERICH" AM 9.6.13
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Expedition Münsterland: "Wissenschaft wandern und erleben in Lengerich"
Die Expedition Münsterland der WWU Münster lädt  am 9. Juni (So.) zu
einem Rundwanderweg nach Lengerich entlang der Steinbrüche ein, der
Geologie, Ökologie und Kultur rund um den Ort aufgreift und an 14
verschiedenen Stationen von den unterschiedlichsten regionalen Akteuren
gestaltet wird.
Beginn der Veranstaltung ist 11 Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Es besteht die
Möglichkeit, an allen Expeditionspunkten teilzunehmen oder sich
persönlich einzelne Gesichtspunkte herauszugreifen. An mehreren Orten
werden Speisen und Getränke angeboten.
Im Rahmen des vielseitigen Expeditionsprogramms wird Thomas Köhler, wiss.
Mitarbeiter der Villa ten Hompel, zusammen mit Dr. Sabine Kittel vom
Historischen Seminar der WWU Münster Führungen zur Geschichte des alten
Eisenbahntunnels Lengerichs anbieten, der in der NS-Zeit u.a. als einziges
KZ-Außenlager des Münsterlandes umfunktioniert wurde.
Alle weiteren Informationen zu Orten, Zeiten und ggf. Kosten
(Eisenbahntransfer) finden Sie unter:
http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1805&rid=t_82&mid=270&aC=999ba24b&jumpurl=-2 
eMail: expedition.muensterland at uni-muenster.de (Link:
expedition.muensterland at uni-muenster.de )




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YAD VASHEM LECTURES MIT THOMAS KÖHLER AM 17.6.13
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Yad Vashem Lectures "Polizeigeschichte im Nationalsozialismus"
Thomas Köhler, wiss. Mitarbeiter der Villa ten Hompel, wird am 17. Juni
(Mo.) im Rahmen der „Yad Vashem Lectures“ das von ihm mit konzipierte
Unterrichtsmaterial „Nicht durch formale Schranken gehemmt“ – Die
deutsche Polizei im Nationalsozialismus vorstellen. Das didaktische
Arbeitsbuch erlaubt es, fächerübergreifend und multiperspektivisch
Zugänge zum Thema Nationalsozialismus und den Umgang hiermit nach 1945 zu
schaffen. Neben der Vorstellung der Konzeption und der Inhalte werden in
Kleingruppen konkrete Arbeitsmöglichkeiten mit dem Band erarbeitet und
diskutiert werden können.
Die Fortbildung beginnt um 10.30 Uhr, Ende gegen 16.30 Uhr. Es wird eine
Teilnahmegebühr von 15 € erhoben. Ein kleiner Mittagsimbiss wird im
Haus gereicht.
Anmeldung bitte unter:
Geschichtsort Villa ten Hompel, Tel.:  0251 492-7101, Fax:  0251 492- 7918,
Mail: tenHomp at stadt-muenster.de (Link:
tenHomp at stadt-muenster.de )

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AUSSTELLUNG KARIKATUREN ERINNERN AN BÜCHERVERBRENNUNG BIS 3.6.13
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Ausstellung in der Stadtbücherei zeigt noch bis 3. Juni 13 Josef Capeks
Werke

Mit der Auswahl erinnert die Stadtbücherei zusammen mit den
Kooperations-partnern, der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und dem
Geschichtsort Villa ten Hompel an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren.

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VORSCHAU: TAGUNG 12./13.7. "NIE WIEDER!" ...ABER WIE?
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Tagung „Nie wieder!“ ...aber wie? Am Freitag 12.7. und Samstag 13.7.13
im Geschichtsort Villa ten Hompel
Zur (Nicht-)Bedeutung des Nationalsozialismus in der
Rechtsextremismusprävention
Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus gehört
mittlerweile zum Selbstverständnis der Berliner Republik. In Deutschland
existiert eine vielfältige Gedenkstättenlandschaft, die sich
unterschiedlichen Aspekten und Opfergruppen der NS-Herrschaft widmet. Die
Ansprüche an diese Einrichtungen sind hoch. Weit verbreitet ist
beispielsweise die Erwartungshaltung, der Herausbildung von
antisemitischen, rassistischen und rechtsextremen Verhaltensweisen bei
Jugendlichen durch Gedenkstättenbesuche präventiv begegnen zu können.
Die Konfrontation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und den
Leidensgeschichten der Opfer am „authentischen Ort“ soll gleichsam
eine „immunisierende“ Wirkung erzielen. Doch die Hoffnung, mit der
„Geschichte“ als Argument ein wirkungsvolles Instrument für die
Bekämpfung des Rechtsextremismus zur Hand zu haben, erweist sich oftmals
als trügerisch. Die angestrebten Effekte – emotionale Betroffenheit
oder kognitiver Erkenntnisgewinn bei den jeweiligen Zielgruppen –
stellen sich häufig in der gewünschten Form nicht ein.
Ist ein „Lernen aus der Geschichte“ also doch möglich? Kann die
Beschäftigung mit dem historischen Nationalsozialismus tatsächlich einen
Beitrag zur Rechtsextremismusprävention leisten? Wie lassen sich
Gegenwartsbezüge in der Gedenkstättenarbeit sowie in der schulischen und
außerschulischen historisch-politischen Bildung herstellen, die auf
schlichte Analogien verzichten, vordergründige Vereinnahmungen vermeiden
und auf moralisierende Haltungen verzichten?
In Kooperation mit mobim und dem Informations- und Dokumentationszentrum
für Antirassismusarbeit in NRW (IDA-NRW)
Ausführlichere Informationen zum Tagungsprogramm und den
Anmeldemodalitäten finden sich unter: www.mobim.info 

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RÜCKBLICK: URAUFFÜHRUNG DES FILMS "WIR HABEN ES DOCH ERLEBT - DAS GHETTO VON RIGA"
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Filmpremiere am 14.5. im Cinema, Warendorfer Straße 45, 48145 Münster
Ausverkauft war die Premiere des Dokumentarfilms „Wir haben es doch
erlebt - Das Ghetto von Riga“, der in Anwesenheit des Regisseurs Jürgen
Hobrecht vorgestellt wurde. 82 Minuten verfolgten die Zuschauer
Zeitzeugenberichte über die grausamen Ereignisse und berührenden
Schicksale der Menschen, die das Ghetto überlebt haben. Über viele Jahre
hinweg hat der Filmemacher Hobrecht Spuren der mit dem Namen „Riga“
verbundenen Verbrechen recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation
begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie
akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden. Jürgen
Hobrecht erinnerte in Dankbarkeit an Ewald Aul, der ihn 1991 bei dem einem
ersten Film in Riga begleitet hatte und leider vor wenigen Wochen
verstorben ist.
Moderator Andreas Determann, vom Mitveranstalter der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, konnte die
Produktionsverantwortlichen zu ihrer Motivation befragen, warum sie dieses
Projekt jetzt realisiert haben. Auch das Publikum beteiligte sich
interessiert an der Diskussion um aktuelle Einsatzformen dieses Mediums,
wenn jetzt die Zeit der Zeitzeugen vorüber ist..
Vertrieben wird der Film durch das LWL-Medienzentrum für Westfalen
http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1805&rid=t_82&mid=270&aC=999ba24b&jumpurl=-3 
(Link:
http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1805&rid=t_82&mid=270&aC=999ba24b&jumpurl=-4 
)
in Kooperation mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel und den Städten des
Rigakomitees.
Im Jahr 2000 hat sich das Riga-Komitee gegründet, ein mittlerweile von 42
Städten – darunter 20 aus Westfalen - getragener Zusammenschluss von
Orten, aus denen Menschen nach Riga deportiert worden sind.
Ein Jahr danach wurde im Wald von Bikernieki, am Stadtrand von Riga, eine
Gedenkstätte eingeweiht. Hier hatten 1941 bis 1944 deutsche SS-Männer
und ihre einheimischen Helfer ca. 35.000 Menschen erschossen und
verscharrt. In der Gedenkstätte veranstaltet der Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge (VDK) heute regelmäßig Camps mit deutschen und
lettischen Jugendlichen. Auch das wird auf der DVD in einem Zusatzfilm
dokumentiert.

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RÜCKBLICK: ANTIKAPITALISMUS VON RECHTS?
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Vortrag und Diskussion „Antikapitalismus von rechts? Wirtschaftliche und
sozialpolitische Positionen der extremen Rechten“ am 25. April 2013 in
der Villa ten Hompel
Seit dem Beginn der 1990er Jahre versuchen rechtsextreme Gruppen und
Parteien verstärkt sozialpolitische Themen aufzugreifen und für ihre
Propaganda nutzbar zu machen. Die NPD bezeichnet sich beispielsweise als
„soziale Heimatpartei“ und wirbt für sich mit der Parole „Sozial
geht nur national“. Auch in diesem Jahr fanden an verschiedenen Orten,
etwa in Dortmund, Würzburg und Frankfurt  am 1. Mai Aufmärsche von
Neonazis statt, die sich gegen „Kapitalismus“ und „Globalisierung“
richteten.
Gibt es also einen „Antikapitalismus von rechts“? Dieser Frage ging
Hendrik Puls im Rahmen der von mobim organisierten Veranstaltung
„Antikapitalismus von rechts? Wirtschaftliche und sozialpolitische
Positionen der extremen Rechten“ nach, die am 25. April 2013 in der
Villa ten Hompel stattfand.
Der Soziologe und Mitarbeiter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus
im Regierungsbezirk Köln analysierte in seinem Vortrag die
weltanschaulichen und ideengeschichtlichen Grundlagen der aktuellen
„antikapitalistischen“ Rhetorik rechtsextremer Gruppierungen, die
vielfach direkt an die Positionen des historischen Nationalsozialismus und
die Gedankenwelt der „Konservativen Revolution“ der Weimarer Republik
anknüpfen. Puls resümierte daher, dass der „Antikapitalismus von
rechts“ nahezu durchgängig von nationalistischen, rassistischen und
antisemitischen Argumentationsmustern geprägt sei.


Vielen Dank für Ihr Interesse. Den nächsten Newsletter erhalten Sie Mitte
Juni.
Mit freundlichen Grüßen
Helga Pape
für das Team des Geschichtsortes Villa ten Hompel
tenhomp at stadt-muenster.de 

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Aktuelle Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unserer
Homepage unter http://www.stadt-muenster.de/index.php?id=1805&rid=t_82&mid=270&aC=999ba24b&jumpurl=-5 
(Link: http://www.stadt-muenster.de/index.php?RDCT=3fe80e35bed7e987ff66 )
© Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster



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