[WestG] [AKT] Lebensraum Baustelle. Ein Schlosser erzaehlt vom Wirtschaftswunder, Hagen, 03.07.2013
Pascal Pawlitta
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Jun 26 09:19:05 CEST 2013
Von: Uta Wenning-Kuschel <uta.wenning-kuschel at lwl.org>
Datum: 24.06.2013, 14:58
AKTUELL
Lebensraum Baustelle. Ein Schlosser erzählt vom Wirtschaftswunder
Vortrag im LWL-Freilichtmuseum Hagen
Das Arbeitsleben des Schlossers Hubert Markmann steht im Mittelpunkt eines Vortrages zur Sonderausstellung "Mit Hand und Herz" im LWL-Freilichtmuseum Hagen. Am Mittwoch, 3. Juli, um 19 Uhr berichtet Christiane Cantauw, Volkskundlerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), in den Museumsterrassen, dem Restaurant im LWL-Freilichtmuseum, über die Erinnerungen des Schlossers Hubert Markmann und beleuchtet das Arbeitsleben eines Handwerkers.
Ludwig Erhard mit seiner Zigarre verkörperte es wie wohl kein anderer Politiker: "Wir sind wieder wer!" - Das deutsche Wirtschaftswunder versetzte seit den 1950er Jahren alle Welt in Staunen. Wer waren aber die, die daran mitgewirkt haben? Welche Werte, Wünsche, Erwartungen und Erfahrungen prägten sie, wie lebten sie und vor allem: Wie arbeiteten sie?
"Lebensraum Baustelle", dieser Titel wirkt im ersten Anlauf eher sperrig. Da scheinen zwei Begriffe miteinander verquickt zu sein, die so gar nicht zusammen passen. In den autobiografischen Erinnerungen von Hubert Markmann verknüpfen sich diese beiden so gegensätzlichen Begriffe aber zu einem stimmigen Ganzen. Als Zeitzeuge, der über 40 Jahre hinweg als Maschinenschlosser auf Großbaustellen in Nordwestdeutschland tätig war, berichtet er aus seinem Arbeitsleben. Markmann erweist sich als guter Beobachter seines Arbeitsumfeldes und als ein mitreißender Erzähler.
"Wir haben die Lebenserinnerungen von Hubert Markmann in unserer Schriftenreihe ‚Rückblick‘ veröffentlicht, weil sie ein spannendes Schlaglicht werfen auf unsere Vergangenheit. Die 1950er bis 1970er Jahre sind vielen Menschen noch präsent und dennoch: Vergleicht man das Arbeitsleben der damaligen Zeit mit dem unsrigen, so sind die Unterschiede frappierend", erläutert Cantauw. "In meinem Vortrag soll es aber nicht in erster Linie um einen Vergleich heutiger mit vergangenen Lebenswelten gehen. Ich möchte die Zuhörer eher dafür sensibilisieren, dass autobiografische Erinnerungen ein erweitertes Verstehen der Vergangenheit ermöglichen."
Durch die Brille eines Zeitzeugen gesehen, erscheinen sozioökonomische Veränderungen und Errungenschaften wie z.B. die 40-Stunden-Woche in einem ganz anderen Licht. "Individuelle Erfahrungen und Werte, Wünsche und Erwartungen stehen immer in Zusammenhang mit politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Spannend ist der Blick auf den individuellen Umgang mit diesen Gegebenheiten nicht nur deshalb, weil hier ein Mensch mit Sachverstand und einer gehörigen Portion Humor und Kreativität am Werke ist, sondern auch deshalb, weil eine Autobiografie stets ein zentrales Thema hat, das oft auch für viele von Interesse ist. Im Falle der Lebenserinnerungen von Hubert Markmann lautet dieses Thema ganz klar ‚Arbeitsethos‘", betont Christiane Cantauw.
INFO
Der Vortrag wird veranstaltet vom
Lenne-Bezirksverein des VDI, Hagen,
mit dem Förderkreis Westfälisches Freilichtmuseum e. V.
Information und Anmeldung unter 02331 7807 - 0
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