[WestG] [LIT] Broschuere "Zur Geschichte des Pfauenstuhls im Paderborner Rathaus"
Pascal Pawlitta
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Jun 26 09:22:20 CEST 2013
Von: "Wolfgang Stüken" <wolfgang.stueken at t-online.de>
Datum: 24.06.2013, 22:34
LITERATUR
Broschüre "Zur Geschichte des Pfauenstuhls im Paderborner Rathaus"
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens, das am 23. Juni mit einem festlichen Empfang im Paderborner Rathaus begangen wurde, hat der mehr als 460 Mitglieder zählende Deutsch-Amerikanische Freundeskreis Paderborn-Belleville die 48-seitige Broschüre "Zur Geschichte des Pfauenstuhls im Paderborner Rathaus" herausgegeben. Untertitel: "Wie der Hl. Liborius mit westfälischen Auswanderern nach St. Louis gelangte."
Viele der schätzungsweise 300.000 Westfalen, die im 19. Jahrhundert in die USA auswanderten, waren Mitglieder der katholischen Kirche. Für die mehrwöchige Schiffsreise konnten sie nur das dringend Notwendigste an Hab und Gut für den Neuanfang in der "Neuen Welt" in wenigen Koffern und Kisten verstauen. Viele Auswanderer aus dem Bereich des Bistums Paderborn aber vergaßen eines nicht: Die Verehrung ihres vertrauten Patrons St. Liborius mitzunehmen in die ungewisse Zukunft - und auch die mit Liborius verbundene Pfauen-Legende gelangte mit ihnen über den Atlantik. Wenige Jahre nach Ankunft dieser westfälischen Emigranten wurden in den USA mehrere neu gegründete Pfarreien nach dem Paderborner Bistums- und Stadtpatron benannt. Vier solcher Liborius-Gemeinden sind aus den US-Bundesstaaten Missouri, Illinois, Nebraska und South Dakota bekannt. Sogar zwei Ortschaften wurden nach St. Liborius benannt: St. Libory, Nebraska, und - ganz in der Nähe der Paderborner Partnerstadt Belleville - St. Libory in Illinois.
Die größte der amerikanischen Liborius-Kirchen entstand in St. Louis, Missiouri, der unter dem Auswandererzustrom mächtig wachsenden Stadt am Mississippi. Der kleine Stadtbezirk im Norden, wo sie erbaut wurde, hieß im Volksmund bald "Klein-Paderborn", und die Bewohner wurden, nachdem die Kirche erbaut war, bald auch "Liborianer" und "Paderbörner" genannt. Die erste, 1856 erbaute Liboriuskirche war schon nach wenigen Jahrzehnten viel zu klein. Sie wurde durch einen weitaus größeren Neubau ersetzt, der 1889 eingeweiht wurde, und in St. Louis den Beinamen "Kathedrale des Nordens" erhielt. Aus dieser Kirche stammt der sogenannte "Pfauenstuhl" oder "Peacock Chair", ein wertvoller hölzerner Chorstuhl aus dem Jahre 1907, der zur Erinnerung an die vielen Auswanderer dieser Region - aus dem heutigen Kreis Paderborn dürften es 13.000 bis 15.000 gewesen sein - 1995 als Dauerleihgabe des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises Paderborn (DAFK) im Foyer des Paderborner Rathauses aufgestellt wurde.
Der Journalist Wolfgang Stüken, Vorstandsmitglied des Freundeskreises, hat das reich bebilderte Heft geschrieben. Ergänzend dazu gibt es ein kostenloses Faltblatt, auf dem Besucher des Rathauses eine Kurzinformation über das weit gereiste Kirchenmöbel, auf dessen Mittellehne der Liboripfau thront, finden. Wer mehr erfahren möchte - zum Beispiel, dass der erste Pfarrer von Liborius, St. Louis, aus dem heutigen Delbrücker Stadtteil Westenholz stammte -, erhält die Broschüre "Zur Geschichte des Pfauenstuhls im Paderborner Rathaus'' für eine Schutzgebühr von 3 Euro in der Tourist Information des Paderborner Verkehrsvereins am Marienplatz und im Buchhandel (ISBN 978-3-00-041784-9).
INFO
Kontakt:
Wolfgang Stüken
Deutsch-Amerikanischer Freundeskreis Paderborn
Imbsenstraße 11
33106 Paderborn
Tel.: (05251) 91240
E-Mail: wolfgang.stueken at t-online.de
URL: www.dafk-paderborn.de
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