[WestG] [AKT] Workshop: Visual History - Ein Konzept ohne Methode?, Muenster, 09.04.2013
Pascal Pawlitta
Pascal.Pawlitta at lwl.org
Mi Jan 30 10:19:11 CET 2013
Von: "Katharina Stütz" <katharina.stuetz at lwl.org>
Datum: 28.01.2013, 12:00
AKTUELL
Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden sowie Magister-/Masterkandidatinnen und -kandidaten:
Visual History - Ein Konzept ohne Methode? Probleme des Zugangs und der Nutzung audiovisueller Quellen in der Geschichtswissenschaft
Ort: Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, Raum: C 1.05
Termin: 09. April 2013
Mit der Erkenntnis, dass Geschichte nicht mehr länger gelesen, sondern gesehen wird, war der österreichische Historiker Gerhard Jagschitz Anfang der 1990er Jahre einer der ersten seiner Zunft, der Bilder nicht länger als ergänzendes Illustrationsbeiwerk für Texte, sondern als eigenständige Quellen definierte.
Heute, über 20 Jahre nach der Ausrufung des iconic turn, würde vermutlich keine Historikerin und kein Historiker mehr ernsthaft die Relevanz audiovisueller Quellen für kulturhistorisch orientierte Forschung in Frage stellen. Ein Blick in die aktuellen Vorlesungsverzeichnisse geschichtswissenschaftlicher Fachbereiche und auf die Publikationstitel innerhalb des zeitgeschichtlichen Fachdiskurses zeigt deutlich, dass die Debatte über visuelle Produktionen und Praktiken mittlerweile fest im Bewusstsein dieser Disziplin verankert und im Gang ist - wenn auch vergleichsweise spät, blickt man etwa auf die Nachbardisziplinen wie die Kunstwissenschaften oder Volkskunde/Ethnologie. Vor diesem Hintergrund scheint es nur konsequent, dass der Flensburger Historiker Gerhard Paul vor einigen Jahren das Konzept einer Visual History eingeführt und ein gleichnamiges Standardwerk dazu herausgegeben hat.
So überfällig diese Initiative gewesen ist, so ratlos lässt sie ambitionierte Nachwuchsforscher zurück, wenn es darum geht, Zugänge zum Bildmaterial zu entwickeln. Visual History soll, laut Paul, einen Rahmen für "Zuträgerleistungen" anderer Disziplinen darstellen, und der mit der interdisziplinären Zusammenarbeit einhergehende Methodenpluralismus soll grundlegend für die Auseinandersetzung mit visuellen Quellen sein. Über diese idealtypische Konzeptionierung hinaus, fehlt jedoch ein allgemein akzeptiertes, theoretisch fundiertes Modell zur Analyse und Bewertung der Bilder, auf das sich Historikerinnen und Historiker stützen können. Das Bemühen um ein solches sowie die Diskussionen um eine interdisziplinäre Bildwissenschaft scheinen derzeit noch unverbunden nebeneinander zu stehen. Auch auf dem Mainzer Historikertag 2012 blieb in der entsprechenden Sektion die Frage nach dem methodischen Umgang mit audiovisuellen Quellen unbeantwortet. Was blieb war lediglich der vage Verweis auf methodische Anleihen aus anderen Disziplinen…
Wie aber könnte dieser "Wald- und Wiesenweg" (Karin Hartewig) in der Forschungspraxis aussehen?
Der Workshop möchte vor diesem Hintergrund vor allem dem Austausch über methodisch-theoretische Probleme und forschungspraktische Fragen dienen. Die Impulsreferate im ersten Teil der Veranstaltung werden methodische Zugänge sowie Aspekte der Erschließung, der Archivierung und der Reproduktion von audiovisuellen Quellen aus der Praxis vermitteln. Am Nachmittag ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dann die Gelegenheit gegeben, ihre Projekte und Probleme im Umgang mit Bildern mit den Referenten zu diskutieren.
Referenten:
PD Dr. Jens Jäger (Universität zu Köln)
Dr. des. Alexander Kraus (Universität Münster)
Dr. Ralf Springer (LWL-Medienzentrum für Westfalen)
Programm:
09.04.2013
9:00-9:30 Uhr: Ankunft und Begrüßungskaffee
9:30-9:45 Uhr: Begrüßung
9:45-10:30 Uhr: Impuls Jens Jäger
10:30-11:15 Uhr: Impuls Alexander Kraus
11:15-11:30 Uhr: Kaffeepause
11:30-12:15 Uhr: Impuls Ralf Springer
12:15-12:30 Uhr: Kommentar
12:30-13:30 Uhr: Mittagspause
13:30-16:00 Uhr: Diskussion der Projekte
16:00-16:15 Uhr: Abschlusskommentar
ca. 16:30 Uhr: Ende der Veranstaltung
Am 08.04.2013 besteht ab 19:00 Uhr die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Abendessen für diejenigen, die bereits am Montag anreisen.
Anmeldung:
Herzlich eingeladen sind Doktorandinnen und Doktoranden sowie Magister-/Masterkandidatinnen und -kandidaten der Geschichtswissenschaften.
Gebeten wird um verbindliche Anmeldung mit einer Skizze des eigenen Forschungsprojektes bzw. der eigenen Abschlussarbeit im Umfang von max. 1 Seite bis zum 15.03.2013 unter: katharina.stuetz at lwl.org.
Geplant ist, die Projektskizzen vorab allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops zur Verfügung zu stellen.
Max. 15-20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Übernachtungskosten können nicht übernommen werden.
Reisekosten, das unverbindliche Abendessen am 08.04.2013 sowie die Verpflegung am 09.04.2013 werden vom Veranstalter übernommen.
INFORMATION
Ansprechpartnerin/Kontakt:
Katharina Stütz M.A.
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
Karlstraße 33, 48147 Münster
Tel.: 0251/591-5706
E-Mail: katharina.stuetz at lwl.org
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte