[WestG] [AKT] Vortrag: Zum Verhaeltnis von Stadtlandwehr und Stadtgebiet - das Beispiel Paderborn, Paderborn, 23.10.2012
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Okt 22 14:10:11 CEST 2012
Von: "Altertusmverein, Abt. Paderborn" <altertumsverein at aol.de>
Datum: 12.10.2012, 17:24
AKTUELL
Wir laden Sie herzlich zu einem Vortrag über die Geschichte der
Paderborner Stadtlandwehr ein. Professor Manfred Balzer spricht
zu diesem Thema am Dienstag, dem 23. Oktober 2012, um 19.30 Uhr
in der Theologischen Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2.
Außerdem begleiten wir am 27. Oktober Prof. Heinrich Rüthing
nach Soest in die "heimliche Hauptstadt Westfalens".
Anmeldungen sind dazu bis zum 19. Oktober in der
Vereinsgeschäftsstelle möglich.
Zum Verhältnis von Stadtlandwehr und Stadtgebiet - das Beispiel
Paderborn (Vortrag mit Lichtbildern)
am Dienstag, dem 23. Oktober 2012, um 19.30 Uhr in der
Theologischen Fakultät Paderborn, Kamp 6, Hörsaal 2.
Der etwa 34 km lange Ring der Paderborner Landwehr,
einerVerteidigungsanlage aus Gräben und Wällen, die mit dichten
Hecken (sog. Knicks)bestanden waren, ist schon länger
Gegenstand stadtgeschichtlicher und heimatkundlicher Interessen.
Daher war zwar der Umriss im Großen und Ganzen schon länger
bekannt, es lässt sich aber mit einer Auswertung des
Urkatasterseine genauere Linienführung rekonstruieren und die
Position auch der schonlänger abgetragenen Warttürme sichern.
Aufgabe der Landwehr war es, eine
vorgeschobene Verteidigungslinie zu bilden, um so die städtische
Feldmark, das von der Stadtaus bewirtschaftete Gebiet, gegen
das 'Schadentrachten' bei Fehden zu schützen(Verwüstung der
Felder, Diebstahl von Vieh, Gefangennahme von Bürgern).
Die große Feldmark war erst durch Rodung seit dem 12.
Jahrhundert und vor allem seit dem Ende des 13. Jahrhunderts
dadurch entstanden, dass in ihr 14 ländliche Siedlungen (z.B.
Enenhus und Balhorn) aufgegeben, wüst wurden und die Stadt deren
Gemarkungen übernahm. Da der Landwehrbau ebenfalls in der
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (vor 1281) begann, ist es
eine spannende Frage, ob die Landwehr auch die Grenze des
Stadtgebietes war bzw. wie sich die Flächen von Innenbereich der
Landwehr und Feldmark zueinander verhielten.
Soest - Die heimliche Hauptstadt Wetfalens
Tagesfahrt am 27.Oktober
Soest zählt mit seiner weit über 1000-jährigen Geschichte zu
den ältestenStädten der Region und galt im Mittelalter als eine
der bedeutendsten Hansestädte Europas. Auch heute noch ist diese
mittelalterliche Größe an der städtebaulichen Gestalt mit der
umgebenden Stadtmauer und den vielen historischen Kirchen
erkennbar. Die Geschichte der Stadt hängt eng zusammen mit ihrer
zentralen Lage am Hellweg, mit der bedeutenden Salzproduktion
und seinem fruchtbaren Umland in der Lößbörde, das auch
Landwirtschaft und Handwerkgedeihen ließ. Um das Jahr 1180
umfasste das Soester Stadtgebiet bereits über 100 Hektar: Nur
Köln war zu dieser Zeit größer, und ab 1300 noch Augsburg,
Nürnberg und Lübeck.
Seine wirtschaftliche und politische Blütezeit erreichte Soest
vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Als die wichtigste Stadt der
Hanse in Westfalen war Soest Sprecher und Vorbild der übrigen
westfälischen Hansestädte.Die Handelsbeziehungen der Soester
Kaufleute reichten damals von England überSkandinavien bis nach
Nowgorod. In der Soester Fehde (1444-1449) sagte sich die Stadt
von den Erzbischöfen von Köln los, verband sich mit dem Haus
Kleveund verfolgte seitdem den Ausbau eines eigenen
Territoriums. Nach dem 30jährigen Krieg führten politische
Ereignisse und strukturelle Veränderungen jedoch zum endgültigen
Bedeutungsverlust. Geblieben ist die heutige Kleinstadt mit
einem großen kulturellen Erbe.
Der Reichtum und die Macht der Stadt des Mittelaltersspiegeln
sich bis heute noch in den baulichen Zeugnissen der Soester
Bürger wider: in Kirchen und Gebäuden wie z.B. dem
St.-Patrokli-Dom, St. Petri, der Wiesenkirche, der
Nikolaikapelle, den historischen Steinhäusern und der mächtigen
Stadtbefestigung mit dem Osthofentor. Unser Stadtrundgang mit
Prof.Heinrich Rüthing beginnt an der ehemaligen Soester
Landwehr mit der Besichtigung der Lohner Warte. In der alten
Hansestadt werden wir dann verschiedene Stationen des
kirchlichen und kulturellen Lebens besuchen.
Programm
Tagesfahrt nach Soest
Samstag, 27. Oktober2012
Leitung: Prof. Dr. phil. Heinrich Rüthing, Bielefeld
8.00Uhr Abfahrt Paderborn, Liboriberg, Ecke Liboristraße
8.05 Uhr Abfahrt Paderborn, Hauptbahnhof, Busbahnhof
ca. 18.30 Uhr Rückkehr nach Paderborn
Unterwegs besteht Gelegenheit zum Mittagessen und zum
Kaffeetrinken. Teilnahmegebühr für Fahrt,Führungen und
Informationsmaterialien: 25,00 €. Verzehrkosten sind selbst
zutragen. Anmeldungen bis Samstag, 19.10.2012, schriftlich beim
Verein, Pontanusstr. 55 (Stadtarchiv),33095 Paderborn, gegen
Abbuchung (nur Vereinsmitglieder) bzw. bei der
Bonifatiusbuchhandlung, Liboristr. 1-3, 33098 Paderborn, gegen
Barzahlung
INFO
Bewahren und Sammeln
Der Altertumsverein Paderborn hat in seiner über 185-jährigen
Geschichtenachhaltige Spuren im ostwestfälischen Raum
hinterlassen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1824 steht er für die Erhaltung
und Sicherung historischer Dokumente.Damals rettete der Verein
die bedrohten Archivbestände von säkularisierten Klöstern und
gab das Westfälische Urkundenbuch heraus. Das Archiv und die
Bibliothek des Altertumsvereins befinden sich heute in der
Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek. Die umfangreichen
archäologischen,kunstgeschichtlichen und numismatischen
Sammlungen befinden sich in verschiedenen Museen. In den
vergangenen Jahren hat der Altertumsverein
zahlreichehistorische Ausstellungen mit Exponaten und Leihgaben
unterstützt.
Fördern und Forschen
Mit der eigenen Reihe "Studien und Quellen zur westfälischen
Geschichte" fördert der Verein die wissenschaftliche
Regionalforschung. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband und dem
Altertumsverein Münster wird außerdem in jedem Jahr der "Tag der
westfälischen Geschichte" veranstaltet. Darüber hinaus steht
auch die Förderung von engagierten Nachwuchshistorikern im Fokus
der Vereinsarbeit:Jährlich wird der
Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis vergeben. Mit diesem
Preiswerden Nachwuchswissenschaftler für herausragende Arbeiten,
die sich mit Geschichte Ost- und Südwestfalens befassen,
ausgezeichnet. Mitgliederversammlungen,wissenschaftliche
Vorträge, Ausstellungen, Studien- und Museumsfahrten runden das
Vereinsprogramm ab. Vereinsmitglieder erhalten kostenlos die
"Westfälische Zeitschrift", die Zeitschrift "Westfalen" und
werden zu Vorträgen und Exkursioneneingeladen.
Weitere Informationen zum ehrenamtlichen Kulturprogramm des
Altertumsvereinsfinden Sie im Internet unter:
URL: www.altertumsverein-paderborn.org
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte