[WestG] [AKT] Kapital fuer Huelshoff-Stiftung zusammen: Stifter unterzeichnen Urkunde

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jun 4 11:42:34 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 04.06.2012, 08:58


AKTUELL

Kapital für Hülshoff-Stiftung zusammen
Stifter unterzeichnen Urkunde

Die Annette-von-Droste zu Hülshoff-Stiftung kann gegründet 
werden, das Kapital von 19,3 Millionen Euro ist zusammen. Am 
Freitag (1.6.) haben 24 Stifter auf der Burg Hülshoff in 
Havixbeck (Kreis Coesfeld) eine entsprechende Beitrittsurkunde 
unterschrieben, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
 mitteilt. "Das ist eine Meisterleistung von Westfalen - mit 
Unterstützung von Land und Bund", so LWL-Direktor Dr. Wolfgang 
Kirsch. Der LWL will die Stiftung gründen, um die Burg bei 
Münster, das Geburtshaus einer der wichtigsten deutschen 
Dichterinnen, Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), zu 
erhalten. Außerdem sollen literarische Veranstaltungen, 
Ausstellungen und Forschungsvorhaben gefördert und Stipendien 
vergeben werden. Bis zum Sommer soll die Stiftung von der 
Bezirksregierung Münster genehmigt und dann gegründet werden.

Die Kulturstiftung des LWL und das Land NRW steuern jeweils 
vier Millionen Euro zum Stiftungskapital bei, der Bund 2,8 
Millionen. Beteiligt sind außerdem die Kulturstiftung der 
Westfälischen Provinzial-Versicherung mit 2,5 Millionen Euro, 
die NRW-Stiftung mit 1,6 Millionen Euro, die Kreise Coesfeld 
(400.000 Euro), Borken (250.000) und Warendorf (200.000), die 
Stadt Münster (500.000) und die Gemeinde Havixbeck (100.000) 
sowie Privatpersonen wie Dr. August Oetker, Reinhard Horstmann, 
Benedikt Graf Droste zu Vischering, Dr. Katja Hellenthal und 
Unternehmen wie der LVM, die Bertelsmann AG (500.000), die 
Ratio Handel GmbH, die Sparda-Bank Münster (50.000) und die 
Firma Sahle. Die jetzige Eigentümerin, Jutta Freifrau von 
Droste zu Hülshoff, bringt die Burg mit den umliegenden 
Ländereien, darunter die Parkanlagen, ein. Auch das Haus 
Rüschhaus in Münster, erbaut vom westfälischen Barockbaumeister 
Johann Conrad Schlaun, wird Teil der Stiftung.

Hintergrund
Gutachter hatten nach Abzug aller Verbindlichkeiten einen 
jährlichen Ertrag aus dem Stiftungskapital von 450.000 Euro 
veranschlagt, um einen finanziell gesicherten Betrieb zu 
gewährleisten.

Hintergrund der Stiftung war auch die heftige Kritik an dem 
Gutachten "KunstNRW" zur Kultur und Kulturförderung, das die 
damalige Landesregierung vor vier Jahren vorgestellt hatte und 
das den westfälischen Landesteil so gut wie nicht erwähnte. Das 
Gutachten mit der einseitigen Bevorzugung des Rheinlandes habe 
Westfalen aufgeweckt, hieß es seinerzeit. Auch in Westfalen und 
Lippe brauche man vorzeigbare Projekte, die die Landesregierung 
ebenso wie die Kultur im Rheinland unterstützen müsse.

Burg Hülshoff
Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer 
Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von 
Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff 
handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit 
einer über 500jährigen Familientradition.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. 
Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von 
Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das 
Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 
erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage 
gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg 
ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute 
Kapelle. Die Anlage mit dem öffentlich zugänglichen Park, der 
Burg sowie einem Drostemuseum ist in Familienbesitz.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von 
Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der 
Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit 
gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten 
weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst 
zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur 
und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr 
Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen 
Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche" 
gehören zur Weltliteratur.


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