[WestG] [LIT] Froelich, Matthias (Hg.): Quellen zur Geschichte der Heimerziehung in Westfalen 1945-1980

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jan 19 10:24:27 CET 2012


Von: "Thomas Küster" <thomas.kuester at lwl.org>
Datum: 13.01.2012, 17:41


LITERATUR

Matthias Frölich (Hg.)

Quellen zur Geschichte der Heimerziehung in Westfalen 1945-1980

2011, 738 Seiten, Festeinband, Verlag Ferdinand Schöningh, 
Paderborn
ISBN 978-3-506-77139-1, € 58,- (Bezug über den Buchhandel)
Forschungen zur Regionalgeschichte, Bd. 66


In den letzten Jahren ist das Schicksal der sogenannten 
Heimkinder in der frühen Bundesrepublik verstärkt ins 
Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Ehemalige Heimkinder, 
die zwischen Kriegsende und den 1970er Jahren in westdeutschen 
Heimen untergebracht waren, berichteten in der Presse, im 
Rundfunk und im Rahmen von Fernsehdokumentationen über 
erlittene Misshandlungen und sexuelle Gewalt, über 
Lieblosigkeit, harte Arbeit und nichtige Einweisungsgründe. Sie 
beklagten fehlende Bildungsangebote im Heim und eine mangelnde 
Vorbereitung auf das Berufsleben.

In Westfalen war das Landesjugendamt des Landschaftsverbandes 
Westfalen-Lippe (LWL) für die Umsetzung von Fürsorgeerziehung 
und Freiwilliger Erziehungshilfe verantwortlich. 1962 übernahm 
es zusätzlich die Aufgabe der Heimaufsicht. Überwiegend fand 
die Heimerziehung in Westfalen jedoch nicht in den wenigen 
verbandseigenen Einrichtungen statt, sondern in den Häusern 
konfessioneller Träger. Die vorliegende Quellensammlung macht 
die verschiedenen Ebenen dieser Heimerziehung transparent und 
bildet die Etappen ihrer Nachkriegsentwicklung ab. Anhand einer 
Auswahl von Einzeldokumenten werden die gesetzlichen Grundlagen,
 die pädagogische Praxis und die Lebenswirklichkeit in den 
westfälischen Erziehungsheimen dokumentiert. Die Auswahl der 
Texte berücksichtigt zudem die Haltung der in den Einrichtungen 
tätigen Erzieher, die praktische Ausübung der Heimaufsicht 
sowie die Modernisierungs- und Professionalisierungstendenzen 
in der Jugendfürsorge seit den 1960er Jahren.


INFO

Der Herausgeber

Matthias Frölich, M.A., geb. 1980, arbeitet am LWL-Institut 
für westfälische Regionalgeschichte in Münster.


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