[WestG] [AKT] Dinofund in Dortmund - Versteinerte Kralle eines bisher unbekannten Raubsauriers bei Bauarbeiten an der B 1 gefunden
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Okt 27 11:37:41 CEST 2011
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 27.10.2011, 09:02
AKTUELL
Dinofund in Dortmund
Versteinerte Kralle eines bisher unbekannten Raubsauriers bei
Bauarbeiten an der B 1 gefunden
Die Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
(LWL) sind sich jetzt sicher: Bei Straßenbauarbeiten an der B 1
in Dortmund ist die versteinerte Sichelkralle eines 91
Millionen Jahre alten Raubsauriers gefunden worden.
Fachleute des LWL-Museums für Naturkunde in Münster haben zwei
Jahre lang die knapp fünf Zentimeter lange Kralle aus einer gut
einen Quadratmeter großen Gesteinsplatte herauspräpariert. "Es
ist der bisher einzige Fund eines Raubdinosaurier in
Deutschland aus dieser Zeit und der einzige Beleg einer derzeit
noch unbekannten Theropoden-Art", so der Dino-Experte des LWL,
Dr. Klaus-Peter Lanser.
Die Tiere hätten auf dem nahen Festland gelebt, wo das heutige
Dortmunder Stadtgebiet einst an der Küste eines Binnenmeers
lag. Lanser: "Der Kadaver des gefundenen Tieres lag vermutlich
in flachem Wasser in Strandnähe und versteinerte dort, weshalb
die Überbleibsel jetzt in den Gesteinsblöcken gefunden werden
konnten."
Anfang 2009 untersuchte der Fossiliensammler Karl Stekiel als
ehrenamtlicher Mitarbeiter des LWL die Baustelle an der B 1 und
entdeckte die Knochenreste eines Wirbeltieres. Fachleute des
LWL-Museums für Naturkunde sicherten die Gesteinsblöcke mit dem
Knochenmaterial und präparierten sie in Münster.
Lanser weiter: "In der gut einen Quadratmeter großen
Steinplatte haben wir zunächst nur Teile des Unterarmskeletts,
des Schulterblattes, Rippen und des Fußwurzelknochens eines
Land-Raubdinosauriers identifiziert. Dann stießen wir auf den
versteinerten Knochenkern einer kräftigen, raptorartig
gebogenen und spitzen Kralle. Damit war klar: Es ist die Kralle
eines Raubdinosauriers oder Theropoden aus dem mittleren Turon,
also der frühen Oberkreidezeit."
Der Fund wird am 26. und 27. November auf den Westdeutschen
Mineralientagen in der Messe Westfalenhallen Dortmund und ab
2014 in der neuen Dino-Präsentation des LWL-Museums für
Naturkunde in Münster zu sehen sein.
Dortmund an der Küste
Die Küstenlinie des oberkreidezeitlichen Meeres lief vor über
90 Millionen Jahren etwa von Mülheim an der Ruhr ausgehend am
südlichen Rand des Ardeygebirges entlang. Damit stammen die
Gesteine bei Dortmund aus einem küstennahen Raum, denn im
Gebiet der B1 bei Dortmund herrschten zu dieser Zeit marine
Bedingungen.
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