[WestG] [AKT] Trauer um Dr. Siegfried Kessemeier
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Nov 7 10:51:43 CET 2011
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 04.11.2011, 15:36
AKTUELL
Trauer um Dr. Siegfried Kessemeier
Am 1. November ist überraschend Dr. Siegfried Kessemeier im
Alter von 80 Jahren verstorben. Kessemier war langjähriger
Leiter der Abteilung Landesgeschichte am LWL-Landesmuseum für
Kunst und Kulturgeschichte in Münster, Geschäftsführer und
Ehrenmitglied der Vereinigung Westfälischer Museen und vielfach
ausgezeichneter Dichter in Sauerländer Mundart.
Gebürtig aus Oeventrop im Sauerland aus einer ursprünglich
lippischen Glasmacherfamilie, studierte er in Münster und
München Publizistik, arbeitete früh als Journalist und wurde
Redakteur der Kulturzeitschrift "Westfalenspiegel". 1972 bis
1978 betreute er als Geschäftsführer der Vereinigung
westfälischer Museen die westfälischen Museen, wirkte als
Geburtshelfer namhafter Neugründungen, so des Schieferbergbau-
und Heimatmuseums der Stadt Schmallenberg, des Orgelmuseums in
Borgentreich und des Glockenmuseums in Gescher.
1978 wechselte er als Referent für Landesgeschichte an das
Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), wo er
sich in den 17 Jahren bis 1995 durch viele Ausstellungen wie
"Köln-Westfalen 1180-1980", "Westfalen in Landkarten" (1986),
"Köpfe der Revolution" (1989) und "Bischofsländer" (1993) einen
Namen machte. Sein besonderes Interesse galt Industriebildern,
der Geschichte von Minderheiten wie der Juden, sozialer und
politischer Bewegungen - und der Karikatur. Noch als Pensionär
kuratierte er 1999 die Gedächtnisausstellung zur Revolution
1848/49 in Westfalen und Lippe.
"Siegfried Kessemeier hat sich als Kurator um die
Landesgeschichte Westfalens über seine prägende und
grundlegende Arbeit am LWL-Landesmuseum für die ganze Region
verdient gemacht. Er hinterlässt tiefe Spuren", erklärte
Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold.
Neben seinen beruflichen Aufgaben widmete er sich intensiv dem
Schreiben in seiner klangvollen Sauerländer Mundart, die nach
eigenen Worten seine Identität und Heimat ausmachte. Arnhold:
"Er war ein herzlicher, humorvoller, dabei zupackender Mensch
von großer sozialer Sensibilität für die Schwachen in früheren
Zeiten und in unserer Gesellschaft."
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte