[WestG] [KONF] Straßennamen als Instrument von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur, Muenster, 12.07.2011
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mai 27 11:45:30 CEST 2011
Von: "Katharina Stütz" <katharina.stuetz at lwl.org>
Datum: 27.05.2011, 10:41
TAGUNG
Fragwürdige Ehrungen !?
Straßennamen als Instrument von Geschichtspolitik und
Erinnerungskultur
Tagung
des LWL-Institus für westfälische Regionalgeschichte
der LWL-Literaturkommission für Westfalen
des Westfälischen Heimatbundes
Straßennamen dienen Bewohnerinnen und Bewohnern, Besucherinnen
und Besuchern eines Ortes vorrangig zur räumlichen
Orientierung. Darüber hinaus sollen sie die Erinnerung wach
halten, das Gedenken fördern sowie der Ehrenbezeugung dienen.
Straßennamen verweisen auf die Zeit ihrer Verleihung: auf die
jeweiligen Herrschaftsverhältnisse, die Kultur und den Raum.
Sie sind damit sichtbarer Teil der Vergangenheitspolitik einer
Stadt und ihrer Repräsentanten.
Straßenumbenennungen hingegen greifen in die Erinnerungskultur
ein, indem sie einzelne Personen, Ereignisse oder Orte aus dem
offiziellen Gedächtnis einer Stadt streichen. Zumeist sind
solche Umbenennungen in Deutschland Folgen und Zeichen
politischer Zäsuren gewesen, so während der Umbrüche 1918/19,
1933, 1945 und 1989/90. In jüngerer Zeit sind sie vor allem
Ausdruck eines sich wandelnden Verständnisses und
gesellschaftspolitischen Umgangs mit der NS-Diktatur,
insbesondere mit Tätern und Opfern.
Die Tagung behandelt im ersten Teil die Benennungspraxis von
Straßen in Westfalen und Lippe seit dem 19. Jh. und beleuchtet,
ausgehend von einzelnen Personennamen, vorwiegend die
Umbenennungen während der NS-Zeit und nach 1945.
Im zweiten Teil werden ausgewählte ‚Grenzfälle‘ thematisiert,
deren Leben und Wirken heute kontrovers beurteilt wird und
folglich Straßenumbenennungen bereits erfolgt sind oder
weiterhin diskutiert werden. Die Tagung greift diese
tagespolitischen Debatten auf und bietet damit ein Forum, um
die lokalen Argumentations- und Umgangsweisen im Hinblick auf
Straßenumbenennungen transparent zu machen.
Programm
ab 9.00 Uhr
Anmeldung im Tagungsbüro
(LWL-Landeshaus)
9.30 Uhr
Moderation der Tagung
Anke Bruns
Begrüßung und Eröffnung
Dr. Wolfgang Kirsch
Prof. Dr. Bernd Walter
10.00 Uhr
PD Dr. Rainer Pöppinghege
Politik per Stadtplan. Zur Erinnerungsfunktion von Straßennamen
10.45 - 11.15 Uhr
Kaffeepause
11.15 Uhr
Dr. Marcus Weidner
"Wir beantragen…unverzüglich umzubenennen."
Straßenumbenennungen in Westfalen und Lippe im
Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit
12.00 Uhr
Prof. Dr. Walter Gödden
Belastete westfälische Autorinnen und Autoren auf
Straßenschildern. Eine quantifizierende Analyse
13.00 - 14.00 Uhr
Mittagspause
14.00 Uhr
PD Dr. Karl Ditt
Karl Wagenfeld - Heimatdichter, Heimatfunktionär,
Nationalsozialist?
14.45 Uhr
Dr. Steffen Stadthaus
Agnes Miegel und Friedrich Castelle.
Schriftsteller als Beispiel regionaler Vergangenheitspolitik
15.30 - 15.45 Uhr
Kaffeepause
15.45 Uhr
Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer
Hindenburg und die Stadt Münster
16.30 Uhr
Abschlussdiskussion
gegen 17.00 Uhr
Ende der Tagung
INFO
Kontakt/Anmeldung bis zum 30.06.2011
Dr. Matthias Frese
Katharina Stütz
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
Karlstr. 33, 48147 Münster
Tel.: (0251) 591-5706
E-Mail: katharina.stuetz at lwl.org
Veranstaltungsdaten:
Tagung "Fragwürdige Ehrungen !? Straßennamen als Instrument von
Geschichtspolitik und Erinnerungskultur"
Datum: 12.07.2011
Plenarsaal im LWL-Landeshaus
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als
Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen
in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 17
Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit
Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der
Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die
sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien
Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie
tragen und finanzieren den Landschaftsverband, den ein Parlament mit 101
Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert.
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