[WestG] [KONF] Alles nur symbolisch? Bilanz und Perspektiven der Erforschung symbolischer Kommunikation, Muenster, 16.-18.06.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jun 15 09:11:01 CEST 2011


Von: "Pressestelle der WWU Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 14.06.2011, 14:38


TAGUNG

Alles nur symbolisch?
Bilanz und Perspektiven der Erforschung symbolischer 
Kommunikation

Kommunikation ist nicht nur Wort, geschrieben oder gesprochen. 
Auch Räume, Kleidung, Gesten sind Formen der Kommunikation, mit 
denen Ansehen oder Rang mitgeteilt werden. Seit 2000 wurden 
unter Federführung der Historiker der Universität Münster (WWU) 
"Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme" 
untersucht. Der Sonderforschungsbereich (SFB) wurde von der 
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und steht in 
40-jähriger Tradition geschichtswissenschaftlicher 
Sonderforschungsbereiche an der WWU. Vom 16. bis 18. Juni 
findet die Abschlusstagung im münsterschen 
Alexander-von-Humboldt-Haus statt.

Unter dem Motto "Alles nur symbolisch?" wird beantwortet, was 
die Erforschung symbolischer Kommunikation zum Verständnis 
verschiedener Bereiche - Herrschaft und Recht, Politik und 
Gewalt, Medien, Wirtschaft - beigetragen hat. Zugleich soll 
aber auch gefragt werden, wo in den Augen von Kritikern die 
Grenzen und Defizite dieses Forschungsansatzes liegen. Das 
geschieht aus der Perspektive der Mittelalterlichen und Neueren 
Geschichte, Rechtsgeschichte, Kunstgeschichte, Literatur- und 
Musikwissenschaft.

Als der Sonderforschungsbereich Ende der 1990er Jahre beantragt 
wurde, gehörte symbolische Kommunikation noch nicht zum 
Mainstream in den Geschichtswissenschaften. Inzwischen ist das 
Thema keine münstersche Besonderheit mehr, sondern gehört Dank 
der Arbeit der Wissenschaftler der WWU zu den 
kulturwissenschaftlichen Leitthemen. "Alles kann zum Symbol 
werden, das ist eine wichtige Form der Kommunikation, um die 
wir uns früher kaum gekümmert haben. Damals ging es um Inhalte, 
nun haben wir den Blick auf die Formen gerichtet. Das eine ist 
nicht vom anderen zu trennen", erklärt Prof. Dr. Barbara 
Stollberg-Rilinger, die Sprecherin des 
Sonderforschungsbereiches.

Sonderforschungsbereiche gehören zu den prestigeträchtigsten 
und finanziell am besten ausgestatteten Forschungsprogrammen 
der DFG. Insgesamt existieren an der Universität Münster 
derzeit acht SFB. Der Sonderforschungsbereich "Symbolische 
Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme" ist der 
einzige aus den Geisteswissenschaften. Er läuft zum Ende des 
Jahres aus, weil die Förderhöchstdauer von zwölf Jahren 
erreicht ist.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte