[WestG] [AKT] Glaenzende Schatzkunst: Expertentreffen in Koeln zur Vorbereitung der Ausstellung "Goldene Pracht"

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jun 14 10:13:56 CEST 2011


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 10.06.2011, 11:33


AKTUELL

Glänzende Schatzkunst
Expertentreffen in Köln zur Vorbereitung der Ausstellung 
"Goldene Pracht"

Zur Vorbereitung der Ausstellung "Goldene Pracht" 2012 im 
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und der 
Domkammer in Münster treffen sich Mitte Juni Kunst- und 
Mittelalter-Historiker aus ganz Deutschland, Österreich und 
Frankreich an der Universität Köln. Die Tagung "Funktion und 
Gebrauch mittelalterlicher Goldschmiedekunst" befasst sich mit 
einer breitgefächerten Auswahl von Schreinen und Reliquiaren 
sowie Chormantelschließen und Buchdeckeln. Die Experten 
untersuchen die vielfältige Verwendung der Exponate vom 
Gebrauchsgegenstand bis zum Andachtsobjekt. Dabei geht es um 
westfälische Kirchenschätze genauso wie den Dreikönigenschrein 
im Kölner Dom, den Reliquienarm der Beatrix von Holte oder 
Reliquienkreuze aus dem Schatz der Dominikanerkirche in Lüttich.

Die Ausstellung "Goldene Pracht - Mittelalterliche Schatzkunst 
in Westfalen" wird vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 in Münster 
erstmals herausragende Stücke mittelalterlicher 
Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts präsentieren, 
die in Westfalen in ungewöhnlich großer Zahl erhalten sind. Es 
werden mehr als 200 Exponate aus dem Fundus des 
LWL-Landesmuseums und des Bistums sowie zahlreiche 
internationale Leihgaben zu sehen sein. Die Ausstellung widmet 
sich dem Thema zum ersten Mal mit einem breiten 
interdisziplinären Ansatz. Kooperationspartner sind der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), das Bistum Münster 
und der Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität 
Münster.

Goldschmiedekunst genoss im Mittelalter eine große 
Wertschätzung, zum einen wegen der kostbaren Materialien und 
der hohen ästhetischen Qualität der Objekte, zum anderen wegen 
ihrer bedeutenden Rolle im kirchlichen und weltlichen 
Zeremoniell. Für das Allerheiligste, den Altar, das Sakrament 
und die Reliquien der Heiligen erschien nur edles Material 
angemessen, ebenso für die Insignien der Herrscher, Fürsten und 
Städte. Auch im Privaten fand Goldschmiedekunst Verwendung für 
Schmuck, Gefäße und Siegel. Dieser Bereich ist heute allerdings 
aufgrund der schlechten Überlieferungslage schwerer fassbar.

Die Tagung "Funktion und Gebrauch mittelalterlicher 
Goldschmiedekunst" widmet sich dieser vielfältigen Verwendung 
von Goldschmiedewerken, in der Liturgie wie im Zeremoniell, als 
liturgischer oder privater Gebrauchsgegenstand, als 
Andachtsobjekt oder als Träger ständischer Repräsentation. Die 
Stiftung der kostbaren Werke zum kirchlichen Gebrauch 
resultierte aus der festen Überzeugung der Menschen, so 
Leistungen zu erbringen, die dem eigenen Seelenheil dienten. 
Die Tagung wird sich auch diesen Zusammenhängen widmen. 
Veranstalter der Konferenz in Köln sind Prof. Dr. Susanne 
Wittekind und Dr. Stefanie Seeberg vom Kunsthistorischen 
Institut der Universität zu Köln, Dr. Petra Marx vom 
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster und 
Holger Kempkens von der Abteilung Kunstpflege des Bistums 
Münster.
 
Programm der Tagung "Funktion und Gebrauch mittelalterlicher 
Goldschmiedekunst" (16. bis 17. Juni 2011)

Die Konferenz ist der dritte Teil der Reihe "Kunst und Liturgie".

Donnerstag 16. Juni
- 14.00-14.15 Petra Marx/ Holger Kempkens/ Susanne Wittekind/ 
Stefanie Seeberg: Begrüßung

- 14.15-15.00 Albert Gerhards/ Bonn: "Würdig und schön" - 
Goldschmiedekunst im Dienst der Liturgie

- 15.00-15.45 Birgitta Falk/ Essen: Das Essener Kapitelskreuz

- 16.15-17.00 Ulrike Surmann/ Köln: Die Reliquienkreuze aus dem 
Schatz der Dominikanerkirche in Lüttich - Zum Stand der 
Forschung

- 17.00-17.45 Hildegard Schäfer/ Münster: Der 
Suitbertus-Schrein in Kaiserswerth und seine 
liturgische-funktionale Einbindung

- 17.45-18.15 Dorothee Kemper/ Hildesheim: Der 
Dreikönigenschrein im Kölner Dom unter funk-tionalen Aspekten

- Fahrt zum Kölner Dom/Domschatzkammer

- 18.30-20.00 Leonie Becks/ Dorothee Kemper: Führung im Kölner 
Domschatz und Domchor
 

Freitag, 17. Juni
- 9.00-9.45 Pierre-Alain Mariaux/ Neuchâtel: Gebrauchs- und 
Geschichtsspuren an mittelalterlichen Reliquiaren. Beispiele 
aus dem Schatz von St. Maurice d‘ Agaune

- 9.45-10.30 Bernadette Burchard/ Münster: Westfälische 
Kirchenschätze im Mittelalter

- 11.00-11.45 Petra Marx/ Münster: Stifterbilder in der 
mittelalterlichen Goldschmiedekunst

- 11.45-12.30 Melanie Prange/ Rottenburg: Der Reliquienarm der 
Beatrix von Holte

- 14.00-14.45 Martina Junghans/ Köln: Körperteilreliquiare im 
liturgischen Gebrauch

- 14.45-15.30 Gia Toussaint/ Hamburg: Die Ästhetik des 
Fragments. Überlegungen zu Spolien und Reliquien in der 
mittelalterlichen Goldschmiedekunst

- 16.00-16.45 Evelin Wetter/ Leipzig-Riggisberg: 
Mittelalterliche Vasa Sacra im frühneuzeitlichen Ungarn und 
Siebenbürgen. Ihre Handhabung im konfessionellen Diskurs

- 16.45-17.05 Marina Cremer/ Köln: Niederrheinische 
Goldschmiedekunst im konfessionellen Spannungsfeld

- 17.20-17.40 Jitka Ehlers/ Köln: Intermediale 
Text-Bild-Verbindungen auf vasa sacra des Hochmittelalters

- 17.40-18.00 Marika Halbach/ Wien-Köln: Das Triptychon von 
Alton Towers: Form und Funktion

- 18.00-18.20 Birgitta Falk, Anke Freund/ Essen: 
Werkstattbericht zum Theophanueinband


INFO

Ort: 
Hörsaal XXIII im WiSo-Gebäude der Universität zu Köln
Universitätsstraße 24
50931 Köln


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