[WestG] [AKT] Efim Gorgol: Eine Reise nach Deutschland und kein Zurueck..., Herford, 19.02.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 15 10:30:08 CET 2011


Von: "Christoph Laue" <C.Laue at Kreis-Herford.de>
Datum: 15.02.2011, 08:41


AKTUELL

Zellentrakt trotz Umbaupause geöffnet
Am 19.2. zweite von drei Veranstaltungen im Rahmen der "Tage 
gegen das Vergessen"

Trotz Abbaus der Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des 
Friedens" ist die Gedenkstätte Zellentrakt im Herforder Rathaus 
an den kommenden zwei Samstagen (19. und 26.2.) von 14 - 16 Uhr 
geöffnet. Zu besichtigen sind die Stätte selbst, der Gedenkraum 
an die jüdischen Opfer aus Herford und Ausschnitte aus 
vergangenen Ausstellungen.

Jeweils von 16 bis 17 Uhr berichtet Helga Kohne über drei 
Herforder Schicksale. Wir laden dazu herzlich ein.

Am Samstag, 19. Februar 2011 steht auf dem Programm:
Efim Gorgol: Eine Reise nach Deutschland und kein Zurück...

Efim Gorgol war 21, als er am 29. Mai 1942 in Deutschland 
ankam. Bereits am nächsten Tag wurde er dem Bauern Wefelmeier 
in Lippinghausen zugewiesen. Neun Tage später floh Efim. Er 
wurde in Herford aufgegriffen und in das Polizeigefängnis ins 
Rathaus gebracht, wo er eine Lügengeschichte erzählte. Efim 
Gorgol wollte in eine andere Arbeitsstelle vermittelt werden. 
Doch als er dem Arbeitsamt noch einmal vorgeführten wurde, 
erkannten die Beamten den rothaarigen Mann sofort. Was war 
passiert? Nach Rücksprache mit dem Bauern erfuhren sie, dass er 
Würste genommen und weggelaufen war.

Nun war Efim ein Fall für die Gestapo. Man brachte ihn zur 
Umerziehung in das Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei 
Lüdenscheid. Nach etwa sieben Wochen sollte er der 
Ortspolizeibehörde in Herford wieder zur Verfügung stehen. Doch 
kurz vor seiner Entlassung wurde Efim Gorgol erschossen. Im 
Sterbebuch des Kreises Lüdenscheid -Land steht: "...Auf der 
Flucht erschossen."

Auf der Flucht? Floh Efim so kurz vor der Entlassung aus einer 
Hölle, die schlimmer nicht sein konnte? Oder wollte ein 
Wachmann wieder einmal 20 Reichsmark und drei Tage 
Sonderurlaub? Das erhielten Wachmänner für eine Erschießung. 
Wer war Efim Gorgols Mörder?


INFO
 
Kuratorium für eine Dokumentations- und Begegnungsstätte in 
Herford zum Erinnern, Forschen und Gedenken

Vorsitzender: Wolfgang Spanier

Gedenkstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
Tel.: 05221-189257
Fax: 05221-132252
E-Mail: info at zellentrakt.de 
URL: www.zellentrakt.de


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