[WestG] [AKT] Vor 70 Jahren: Erinnerung an Deportationen, Muenster, 08.-14.12.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 8 11:28:47 CET 2011


Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 06.12.2011, 14:01


AKTUELL

 Vor 70 Jahren: Erinnerung an Deportationen
Gedenken am 11. Dezember / Veranstaltungen vom 8. bis 14. 
Dezember

Zu den dunkelsten Kapiteln einer jeden Stadtgeschichte im 
Münsterland zählt die Verschleppung jüdischer Bürgerinnen und 
Bürger während des Nationalsozialismus in die Ghettos und 
Vernichtungslager im besetzten Osteuropa. Anlässlich des 70. 
Jahrestages des Beginns der Deportationen laden die 
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster, 
der Geschichtsort Villa ten Hompel und der Verein "Gegen 
Vergessen - Für Demokratie" zu Gedenkveranstaltungen ein.

"Angesichts der jüngsten Erkenntnisse über die Radikalisierung 
von Rechtsextremismus und Antisemitismus sollen eindeutige 
Zeichen gegen das Verdrängen, für Verantwortung und Lernen aus 
der Vergangenheit gesetzt werden", unterstreicht Christoph 
Spieker, Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel.

Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson und Pfarrer Jürgen Hülsmann 
sprechen am Sonntag, 11. Dezember um 11.30 Uhr an der 
Gedenkstele Ecke Warendorfer Straße / Kaiser-Wilhelm-Ring. Im 
Anschluss findet in der Villa ten Hompel (Kaiser-Wilhelm-Ring 
28) eine Matinee statt mit Zeitzeugenberichten zur Deportation 
aus dem Münsterland. Die Initiatoren laden herzlich zur 
öffentlichen Gedenkveranstaltung ein.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster 
e.V. gedenkt seit 1992 jährlich der Menschen aus Münster und 
dem Münsterland, die am 13. Dezember 1941 in das 
"Reichsjuden-Ghetto" nach Riga deportiert worden sind. Nur 
wenige überlebten die Jahre des Hungers, der Zwangsarbeit und 
des Terrors.

In Sichtweite der Gedenkstele erinnert vom 8. bis 14. Dezember 
(9 bis 17 Uhr) eine Toninstallation unter dem Titel "äusserst 
vertraulich zu behandeln" an die arbeitsteilige Organisation 
der Verschleppung jüdischer Bürgerinnen und Bürger durch 
staatliche Behörden.

Den Abschluss der Gedenkveranstaltungen bildet am Dienstag, 13. 
Dezember um 20 Uhr im Rathaus der Vortrag von Winfried 
Nachtwei: "Vor 70 Jahren. Nachbarn von nebenan – verschollen in 
Riga."


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