[WestG] [AUS] LWL-Museum fuer Archaeologie zeigt "Fundgeschichten", Herne, 16.04.-20.11.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Apr 15 11:28:24 CEST 2011


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 14.04.2011, 12:28


AUSSTELLUNG

LWL-Museum für Archäologie zeigt "Fundgeschichten"
Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW

Die spektakulärsten Archäologie-Funde der vergangenen fünf 
Jahre zeigt das LWL-Museum für Archäologie in Herne ab dem 16. 
April (bis 20.11.) in der Sonderausstellung "Fundgeschichten". 
"Über 1.000 in NRW geborgene Exponate aus rund 185 Millionen 
Jahren machen das Abenteuer Archäologie fassbar und 
verdeutlichen, was den Menschen seit Jahrtausenden umtreibt", 
sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Donnerstag (14.4.) in 
Herne.

Vom Vorratsspeicher eines Urzeithamsters über Werkzeug aus 
einer Alchimisten-Küche und kostbare Münzschätze bis hin zum 
Bomber des Zweiten Weltkrieges habe jeder Fund seine eigene 
Geschichte. Diese Fundgeschichten wolle man - neben der 
kulturhistorischen Bedeutung - auch erzählen, so Kirsch weiter. 
Das reiche vom überraschenden Zufallsfund bis zur organisierten 
Ausgrabung, von der komplizierten Bergung bis zur aufwändigen 
Restaurierung.

Die Exponate sollen ihre "zweite" Geschichte preisgeben: Die 
Geschichte ihrer Wiederentdeckung. Um diese Fundgeschichten 
möglichst hautnah erleben zu können, gibt es in der Ausstellung 
acht Videostationen, an denen die schönsten Entdeckungen 
filmisch nachempfunden werden.

Der erste "Westfalen-Saurier"
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist ein vier Meter langes 
Plesiosaurier-Skelett, das im Sommer 2007 von dem jungen 
Fossiliensammler Sönke Simonsen in einer Tongrube im Kreis 
Höxter gefunden wurde. Die Bergung des ungewöhnlich gut 
erhaltenen Schwimmsauriers mit dem Spitznamen "Toni" dauerte 
rund sechs Wochen, seine Präparierung durch Fachleute des LWL 
mehrere Jahre. Kirsch: "Die größte Überraschung kam im Januar 
2011 ans Tageslicht: Wissenschaftler der Universität Bonn 
fanden heraus, dass es sich bei "Toni" um eine bislang 
unentdeckte Plesiosaurier-Art handelt - also eine ganz neue 
Spezies. Die Forscher tauften sie nach Finder und Fundort 
"Westphaliasaurus Simonsensii" - es gibt nun also den ersten 
echten Westfalen-Saurier."

Themenräume
In aufwendig gestalteten Themenräumen zeigt die Ausstellung 
epochenübergreifend die kulturelle Entwicklung der Menschheit 
in Nordrhein-Westfalen. Die Funde erzählen vom Reisen und 
Unterwegssein, von Schätzen und Horten, Handwerk und Kunst, 
Kirchen und Klöstern, aber auch von hochmodernen 
Forschungsmethoden und restauratorischen Techniken.

Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock: "In der Ausstellung werden 
die Geschichten hinter den Funden lebendig - so spannend, als 
wäre man selbst dabei gewesen, wenn aus einem 
Sonntagsspaziergang eine Schatzsuche wird oder eine Klettertour 
im Steinbruch zum Sensationsfund führt."

Funde aus dem Zweiten Weltkrieg
Die Reste eines abgestürzten britischen Lancaster-Bombers, die 
in der Nähe von Hagen geborgen wurden, bilden Anfangs- und 
Endpunkt des Rundgangs. Sie zeigen, mit welchen ungewöhnlichen 
Aufgabenstellungen sich die Archäologie befassen muss - und wie 
aktuell die vermeintliche "Altertumsforschung" sein kann.

Denn nicht nur der Umgang mit Angehörigen der abgestürzten Crew,
 sondern auch die rechtlichen Fragen stellten die Archäologen 
vor besondere Herausforderungen. Kriegsrelikte sind 
Hoheitsgebiet und Eigentum des entsendenden Landes, in diesem 
Fall Großbritanniens, so dass die Fachleute sich eng mit den 
britischen Behörden abstimmen mussten.

Die Schau macht deutlich, wie wichtig der richtige Umgang mit 
dem Fundgut ist, welche Rolle Wissenschaftler und Restauratoren 
spielen, und warum es so wichtig ist, die Funde der 
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Denn jedes kleine 
archäologische Puzzlesteinchen ist ein weiteres Teil des großen 
und in weiten Teilen noch unbeschriebenen Blattes unserer 
Geschichte", erläuterte der Chefarchäologe des LWL, Prof Dr. 
Michael Rind.

Rahmenprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches 
Rahmenprogramm für jede Altersstufe. Besondere 
Veranstaltungshöhepunkte sind die monatlich stattfindenden 
Vitrinengespräche: Finder, Archäologinnen und Wissenschaftler 
erzählen direkt an den Objektvitrinen Fundgeschichten aus 
erster Hand. Eine wissenschaftliche Vortragsreihe ergänzt das 
Programmangebot.


INFO

Publikationen: 
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher und reich bebilderter Katalog
erschienen (576 Seiten, 630 farbige Abbildungen):

Th. Otten/H. Hellenkemper/J. Kunow/M. M. Rind (Hrsg.)
Fundgeschichten. Archäologie in Nordrhein-Westfalen.
Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen Band 9. 
Begleitbuch zur Landesausstellung 2010/2011. 
Verlag Philipp von Zabern (Mainz 2010). 
ISBN: 978-3-8053-4204-9
Preis an der Museumskasse Euro 24,90, 
Buchhandelspreis Euro 39,90

Mehr Infos unter:
URL: http://www.fundgeschichten.lwl.org 

Ausstellungslaufzeit: 16.4. bis 20.11.2011

LWL-Museum für Archäologie 
Europaplatz 1 
44623 Herne 
Tel.: 02323 94628-0

Öffnungszeiten: 
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, 
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, 
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr

Eintritt: 
€ 3,50 Erwachsene
€ 2,00 Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre),
Schülerinnen und Schüler
€ 1,60 Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder 
museumspädagogischem Programm (2 Begleiter frei)
€ 8,00 Familien
€ 2,10 Ermäßigungsberechtigte	
€ 3,00 Erwachsene in Gruppen ab 16. Personen


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