[WestG] [AUS] "Fundgeschichten" ueber neueste Entdeckungen von Archaeologen in NRW, Herne, 16.04.-20.11.2011

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Apr 5 10:58:24 CEST 2011


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 31.03.2011, 10:32


AUSSTELLUNG

Ausstellung "Fundgeschichten" über neueste Entdeckungen von 
Archäologen in NRW
Raubfund: Salomonischer Richterspruch zu einer keltischen 
Goldmünze

Es war ein salomonisches Urteil zur Archäologie in NRW, das 
eine kleine keltische Goldmünze in Museumsbesitz gebracht hat. 
Die Münze wechselte durch einen höchst ungewöhnlichen Vergleich 
im Jahr 2008 aus dem Besitz eines Raubgräbers in das Eigentum 
der öffentlichen Hand. Mithilfe einer Ein-Euro Münze 
entschieden die Richter per Münzwurf über das Schicksal des 
Fundes. Ab dem 16. April ist die Goldmünze in der Ausstellung 
"Fundgeschichten" über neueste Entdeckungen von Archäologen in 
NRW im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen.

Funde von keltischen Goldmünzen sind in NRW sehr selten. Umso 
bedeutender ist diese Münze, ein sogenanntes keltisches 
Regenbogenschüsselchen oder "Goldstater", das die Polizei im 
Jahr 2008 zusammen mit zahlreichen weiteren Objekten aus der 
Sammlung eines bekannten Raubgräber aus Frechen (bei Köln) 
beschlagnahmte.

Die Münze wurde im 1. Jahrhundert vor Christus in Britannien 
erstellt und zeigt auf der Vorderseite das lorbeerbekränzte 
Haupt des Gottes Apollo, auf der Rückseite ein Pferd in vollem 
Lauf. Wo und wann die Münze gefunden wurde, konnte auch im 
Laufe des aufwändigen Gerichtsverfahrens gegen den Raubgräber 
nicht geklärt werden - und damit bleiben zahlreiche 
wissenschaftliche Fragen unbeantwortet. Denn der gesamte 
Fundzusammenhang ist unbekannt - und damit gehen eventuell neue 
Erkenntnisse über Handelswege oder die Verbreitung und 
Ausdehnung der keltischen Kultur im Rheinland in Zusammenhang 
mit diesem Fund verloren.

So klein diese keltische Goldmünze mit ihren knapp 2 
Zentimetern Durchmesser und 5,36 Gramm auch ist - sie ist für 
die Archäologie ein "doppeltes Schwergewicht", wie 
Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock meint. "Weil sie selten ist 
und weil sie deutlich macht, was für ein großer Schaden 
Raubgräberei für Wissenschaft und Öffentlichkeit bedeutet."

Das LWL-Museum präsentiert in der Sonderausstellung 
"Fundgeschichten" die spektakulärsten Archäologie-Funde aus dem 
Boden Nordrhein-Westfalens. Über 1.000 Objekte, geborgen in den 
vergangenen fünf Jahren, vom Urzeittier bis zum Bomber des 
Zweiten Weltkrieges zeigen die archäologischen "Bodenschätze" 
der Region. Jedes Objekt hat eine eigene Fundgeschichte, von 
der ersten Spurensuche und Bergung bis zur aufwändigen 
Restaurierung. Informationen unter 
URL: http://www.fundgeschichten.lwl.org 


INFO

Ausstellungslaufzeit: 16.4. bis 20.11.2011
LWL-Museum für Archäologie 
Europaplatz 1 
44623 Herne 
Tel.: 02323 94628-0
 
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, 
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr 
bis 18 Uhr

Eintritt: 
- € 3,50 Erwachsene
- € 2,10 Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre),
Schülerinnen und Schüler
- € 2,00 Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder 
museumspädagogischen Programm (2 Begleiter frei)
- € 8,00 Familien
- € 2,10 Ermäßigungsberechtigte
- € 3,00 Erwachsene in Gruppen


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