[WestG] [AKT] "Mathilde intensiv" -auf den Spuren von Mathilde Franziska Anneke, Witten, 23.09.2010

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Sep 21 09:34:15 CEST 2010


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 21.09.2010, 09:10
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AKTUELL

"Mathilde intensiv" -auf den Spuren von Mathilde Franziska 
Anneke im Badisch-pfälzischen Feldzug 1849

Eine Frau aus dem Ruhrgebiet kämpfte im Badisch-pfälzischen 
Feldzug für eine freiheitliche deutsche Verfassung, in Amerika 
für Frauenrechte und gegen die Sklaverei. Mathilde Franziska 
Anneke wird bis heute in Deutschland und den USA geehrt. Wer 
war diese außergewöhnliche Frau, deren Einsatz für 
Menschenrechte Maßstäbe gesetzt hat? Am Donnerstag, den 
23.09.2010 widmet der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) 
in Witten einen Abend ihrem außergewöhnlichen Mut und besonders 
einer ihrer "Herkules-Taten".

Im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall liest Kuratorin Ingrid 
Telsemeyer ab 18 Uhr aus Briefen und Erinnerungen Annekes an 
den Badisch-pfälzischen Feldzug im Jahr 1849 und führt durch 
die ihr gewidmete Ausstellungsabteilung. Die Veranstaltung 
begleitet die Sonderausstellung "Hercules - Vom Olymp ins 
Ruhrtal", die noch bis zum 14.11. 2010 im Museum zu sehen ist. 
Der Eintritt ist frei.

Mathilde Franziska Anneke, eine der bedeutendsten Frauen der 
deutschen Geschichte, stammt aus dem heutigen Sprockhövel. Hier 
und im benachbarten Blankenstein und Hattingen wuchs sie als 
Älteste von 11 Geschwistern auf. Sie genoss in ihrem 
gutbürgerlichen Elternhaus eine gute Ausbildung und liberale 
Erziehung.

Als Journalistin setzte sie sich für die Revolutionsziele von 
1848/49 ein, schließlich, als berittene Ordonnanzoffizierin 
ihres Mannes, auch militärisch. Das Leben von Mathilde 
Franziska Anneke war geprägt von ihrem aktiven Einsatz für 
Frauenrechte, Demokratie, und gegen die Sklaverei. Zunächst in 
Deutschland, später im europäischen und amerikanischen Exil. 
Überall hat sie mit anderen die Welt verändert.

Die Ausstellungsabteilung der Sonderausstellung "Hercules - Vom 
Olymp ins Ruhrtal" stellt Mathilde Franziska Anneke als 
regionale "Heldin" vor. Besonders ihre Teilnahme an der 
deutschen Revolution im Jahr 1848/49 steht im Mittelpunkt. Sie 
wird mit spannenden und im Ruhrgebieterstmalig gezeigten 
Ausstellungsstücken - vom Zündnadelgewehr bis zur Mörserkugel,
die das preußische Militär gegen die Revolutionäre zum Einsatz 
brachte- nachvollzogen.

In entspannter Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen wird die 
Kuratorin dieser Ausstellung vor allem aus Briefen und den 
einzigartigen Erinnerungen Annekes lesen. In den "Memoiren 
einer Frau aus dem badisch-pfälzischen Feldzuge" schildert sie 
anschaulich ihre Erfahrungen. Sie beschreibt mit viel Talent 
die Motive, Kampfhandlungen und die Menschen, die ihr begegnen. 
Dabei verschweigt Anneke aber auch Probleme und Missstände im 
Revolutionsheer nicht.

Seit Ende der 1980er Jahre wird Mathilde Franziska Anneke auch 
hierzulande vielfach gewürdigt. Ihre außergewöhnliche 
Persönlichkeit macht sie zur idealen Botschafterin für das 
Kulturhauptstadtjahr und über alle Grenzen hinweg. Bis heute 
faszinieren der Mut dieser Frau und ihre Beharrlichkeit im 
Einsatz für Menschenrechte, Frauenrechte und Demokratie. Sie 
vertritt damit zentrale Werte, die bis heute den aktiven 
Einsatz der Menschen brauchen.
 

INFO

Donnerstag, 23. September 20010, 18.00 Uhr

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten
URL: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/witten/ort/


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