[WestG] [AKT] Vortrag: Theater und Museen im Revier, Bochum, 16.09.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Sep 15 11:41:22 CEST 2010
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 14.09.2010, 13:28
AKTUELL
Theater und Museen im Revier
Vortrag im LWL-Industriemuseum über 150 Jahre Kulturgeschichte
Um Theater und Museen im Revier geht es bei einem Bildvortrag,
zu dem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am
Donnerstag, 16. September 2010, in sein Bochumer
Industriemuseum Zeche Hannover einlädt. Thomas Parent,
stellvertretender Direktor des LWL-Industriemuseums, nimmt die
Besucher um 20 Uhr mit auf eine Zeitreise durch 150 Jahre
Theater- und Musemsgeschichte im Ruhrgebiet. Der Vortrag findet
begleitend zur aktuellen Ausstellung "Kumpel Anton, St. Barbara
und die Beatles" statt. Interessierte haben um 19 Uhr
Gelegenheit zu einer Führung durch die kulturgeschichtliche
Schau. Der Eintritt ist jeweils frei.
"Im Ruhrgebiet begann eine niveauvolle Theatergeschichte
deutlich später als in den klassischen deutschen Kulturregionen
mit ihren renommierten Hoftheatern", erläutert Parent. Während
der Industriellen Revolution prägten Wanderbühnen mit ihrem
Lustspielprogramm das Kulturleben im Revier. Eine deutliche
Qualitätssteigerung sei erst gelungen, als die Großindustrie um
1900 die Ensembles und Orchester regelmäßig subventionierte und
den Bau von repräsentativen Tonhallen und Theaterbauten
unterstützte.
In Essen stifteten Friedrich und Wilhelmine Grillo ein
Stadttheater, das heute ihren Namen trägt. In den ersten
Jahrzehnten des 20. Jahrhundert fanden manche Revierbühnen dann
auch qualitativ den Anschluss an das Weltniveau, namentlich
Bochum mit Saladin Schmitt und Essen mit Rudolf Schulz-Dornburg
als Intendanten. Aus der zweiten Jahrhunderthälfte hebt Parent
in seinem Vortrag zwei revierspezifische Veranstaltungszyklen
hervor: die Recklinghäuser Ruhrfestspiele mit ihrem Motto
"Kunst für Kohle" sowie die Ruhrtriennale mit ihrem Konzept,
prominente Industriedenkmale als innovative Spielstätten zu
nutzen.
Auch die Museumsgeschichte des Reviers setzte erst spät ein.
Thomas Parent: "In den Industriestädten engagierten sich Bürger
zunächst für die Sammlung von Objekten aus Geologie und
Naturkunde sowie aus der bäuerlichen und handwerklichen
Vergangenheit ihrer Region. Währenddessen sammelten einzelne
Großindustrielle wertvolle Gemälde, Kunstgewerbe oder auch
völkerkundliche Objekte aus aller Welt."
In Duisburg sicherte man sich den Nachlass des Bildhauers
Wilhelm Lehmbruck; in Essen gelang 1922 der Ankauf der Sammlung
Folkwang. Bochum erreichte durch die museale Sicherung der
Überlieferung des Bergbaus internationales Ansehen. Ein neuer
Museumstyp wurde vor 30 Jahren von den Landschaftsverbänden
Westfalen-Lippe und Rheinland mit der Umwandlung von Zechen und
Fabrikbauten in Industriemuseen geschaffen.
INFO
LWL-Industriemuseum
Westf. Landesmuseum für Industriekultur
Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Tel.: 0234 6100-874
E-Mail: zeche-hannover at lwl.org
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