[WestG] [AUS] Maerkisches Museum: Bis zum 5. Dezember ist Friedvolles, Entfesseltes und Schwarzes zu sehen, Witten, 18.09.-05.12.2010

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Sep 15 10:30:28 CEST 2010


Von: "Universitätsstadt Witten" <info at presse-service.de> 
Datum: 14.09.2010, 12:37


AUSSTELLUNG

Märkisches Museum: Drei Ausstellungen starten am 18. September
Bis zum 5. Dezember ist Friedvolles, Entfesseltes und Schwarzes 
zu sehen

Gleich drei neuen Ausstellungen gibt das Team im Märkischen 
Museum der Stadt Witten zurzeit den letzten Schliff. Am 
kommenden Samstag, 18. September, sind dann alle 
Kunstinteressierten zur Vernissage in der Husemannstraße 12 
eingeladen. Bürgermeisterin Sonja Leidemann wird die Besucher 
um 19 Uhr begrüßen. Dirk Steimann (Vorstand des Kulturforums 
Witten) Gesine Borcherdt (Kunstkritikerin, Berlin) und Dr. 
Hans-Jürgen Schwalm (Kunsthalle Recklinghausen) führen 
anschließend in die Ausstellungen ein. Rainer Maria Klaas 
begleitet den Abend am Piano.

Wie auch schon in den vorangegangenen Wechselausstellungen 
werden durch die Auswahl und Hängung Bezüge zur Sammlung des 
Märkischen Museums Witten deutlich. Einzelne Werke, die zurzeit 
nicht in der Schausammlung zu sehen sind, verdeutlichen 
Bezugspunkte zwischen der Sammlungstradition des Museums und 
der aktuellen Gegenwartskunst.


irene (Der Frieden) - Eine Ausstellung

Die Ausstellung "irene (Der Frieden)" von Kai Rheineck ist Teil 
des Ausstellungsprojekts Blickwechsel des Kultursekretariats 
Gütersloh, das in 42 Städten in NRW stattfindet. Ausgangspunkt 
ist die Eigenart der Städte, die Anregung sein kann und einen 
künstlerischen Kommentar oder Eingriff herausfordert.

Entstanden sind zahlreiche Interventionen im öffentlichen Raum.

Kai Rheineck aus Düsseldorf hat sich für seinen Beitrag den 
Garten des Märkischen Museums in Witten ausgesucht und nimmt 
Bezug auf die architektonische Situation eines wenig beachteten 
Randstückes. Er hat die im 17. Jahrhundert entstandene 
Sterbetafeln der alten Dionysiuskirche auf einem Lager- und 
Trafohaus angebracht. Auf diese wenig friedvolle und eigentlich 
absurde Situation reagiert Kai Rheineck mit der Umgestaltung 
des Umfeldes.

Durch die Neugestaltung eines Teilstückes mittels Rasen sowie 
Parkbank schafft er einerseits eine angemessene Situation und 
schafft anderseits Aufmerksamkeit für das unbeachtete Ensemble, 
gleichzeitig verweist er ironisch auf den fragmentierten 
Charakter öffentlicher Räume.

Diesen Umstand thematisiert Kai Rheineck zudem durch einen 
Bildessay im Grafischen Kabinett des Märkischen Museums, der in 
Witten entstand und reflektiert, inwieweit die Gestaltung 
öffentlicher und privater Räume, hauptsächlich Grünanlagen, die 
Fortführung industrieller Arbeit und fortlaufender Prozess 
einer ständigen Transformation ist.


SCHWARZ

Auf Einladung der Künstlerinnen Olivia Berkemeyer und Tatjana 
Doll versammelt die Ausstellung "SCHWARZ" 18 international 
tätige Gegenwartskünstler, die alle einer Generation angehören 
sowie in Berlin arbeiten und bringt sie unter dem Thema Schwarz 
zusammen. Die vertretenen Künstlerinnen und Künstler haben sich 
in ihren Werken, die teilweise extra für die Ausstellung 
entstanden, mit der Farbe Schwarz auseinandergesetzt.

Einerseits bildet Schwarz also einen sprichwörtlichen Rahmen 
für die unterschiedlichen Gestaltungen und einen Kontrast zu 
den weithin üblichen weißen Ausstellungsräumen, andererseits 
aber thematisiert die Ausstellung damit eine unbunte Farbe, die 
durch die Abwesenheit bzw. Nichtreflektion von Licht entsteht, 
und damit dem Nicht-Sehen-können nahe kommt.

Gerade die Auswahl des dunkelsten Bereiches der Farbpalette 
stellt für die Künstler einen großen Reiz dar. Die erschwerte 
Lesbarkeit einer Form auf einem Bild fordert das Interesse an 
den Möglichkeiten einer farblichen Gestaltung, die absorbiert 
und gleichzeitig etwas sichtbar und deutlich macht.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind: Heike Kati 
Barath, Olivia Berkemeyer, Armin Boehm, Tatjana Doll, Manuel 
Franke, Tine Furler, Axel Geis, Eberhard Havekost, Uwe Henneken,
 Gregor Hildebrandt, Andy Hope 1930, Leni Hoffmann, Alicja 
Kwade, Frank Nitsche, Anselm Reyle, Katja Strunz, Tim 
Trantenroth, Joep van Liefland.


Entfesselung der Form. Plastik und Skulptur des Informel

Die Ausstellung ist Teil eines gemeinsamen, umfassenden 
Projektes im Kulturhauptstadtjahr des Gustav-Lübcke-Museums 
Hamm, der Kunsthalle Recklinghausen und des Märkischen Museums 
Witten. Im Zentrum der Sammlung des Märkischen Museums Witten 
steht das deutsche Informel mit einem Schwerpunkt auf Malerei. 
Um die Schausammlung und die Diskussion um das Informel im 
Bereich der Plastik zu bereichern, konzentriert sich die 
Ausstellung auf vier Positionen im Bereich der Skulptur.

Ernst Hermanns (1914-2000), Emil Cimiotti (*1927), Otto Herbert 
Hajek (1927-2005) und Friederich Werthmann (*1927) haben sich 
auf unterschiedliche Weise mit der Befreiung von der Form und 
der raumgreifenden Dynamik statischer Gebilde befasst.

Die Bezeichnung Informel wurde zunächst nur auf Malerei und 
Zeichnung bezogen; die Skulptur bis in die achtziger Jahre in 
der Regel ausgeklammert. Dabei zeigt die Ausstellung anhand von 
24 Skulpturen und einer Reihe von Zeichnungen, wie die 
Bildhauer zu neuen Gestaltungsformen finden. Sie entwickeln 
eine gegenstandslose, gestisch geprägte Skulpturenauffassung, 
die in den Raum greift und ihn dynamisiert.

Dabei spielen - neben gesellschaftlichen und ästhetischen 
Voraussetzungen - die Gestaltbildung aus dem Potenzial des 
Materials eine wesentliche Rolle. Die Präsentation von 
Bildhauerzeichnungen macht zudem deutlich, wie die freie 
gestische Gestaltung in die Dreidimensionalität der Plastik 
überführt wird, die zwischen Auflösung und Entstehen changiert, 
sich von ihrer materiellen Bindung befreit und zu neuen 
Raumgestaltungen führt.


INFO

Märkisches Museum
Husemannstr. 12
58452 Witten
Tel.: 02302- 581 2550
Fax: 02302 581 2569


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