[WestG] [AUS] LWL-Industriemuseum zeigt Exponate aus New York in der Helden-Ausstellung, Hattingen, bis 31.10.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 10 11:13:39 CEST 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 09.09.2010, 09:01
AUSSTELLUNG
Stahlträger und Helm erinnern an die Anschläge vom 11. September
LWL-Industriemuseum zeigt Exponate aus New York in der
Helden-Ausstellung
Wie eine Skulptur steht er auf dem Sockel: rostiger Stahl,
leicht verbogen, zwei Löcher, als seien sie hinein geschweißt
worden. Doch das Exponat in der Hattinger Helden-Ausstellung
ist alles andere als Kunst. Das Fragment erinnert an ein
Geschehen, das die Welt verändert hat: der Anschlag vom 11.
September 2001. Das 300 Kilogramm schwere Relikt aus dem
zerstörten World Trade Center sowie ein zerstörter Helm eines
New Yorker Feuerwehrmanns gehören zu den meist beachteten
Exponaten der Schau, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe
(LWL) als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 in seinem
Industriemuseum Henrichshütte Hattingen zeigt. Mehr als 60.000
Besucher haben die Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der
Heldenverehrung bisher gesehen.
"Uns geht es darum zu zeigen, wie Helden funktionieren, wer sie
macht und warum sie offenbar gerade in Zeiten großer Umbrüche
besonders gebraucht werden", erklärt Ausstellungsleiter Dietmar
Osses. Die Geschichte des 11. September habe auch in dieser
Hinsicht eine herausragende Bedeutung. Mehr als 2.600 Menschen
starben infolge des Anschlags der islamistischen
Terrororganisation al-Qaida auf die beiden Bürotürme.
Als diese einstürzten, waren die Rettungsarbeiten bereits in
vollem Gange. 343 Feuerwehrleute und 23 Polizisten verloren ihr
Leben. Die kaum fassbare Größe der Katastrophe führte zu einer
einzigartigen Heroisierung der Feuerwehrleute als nationale
Helden, die bis heute nachwirkt. "Zahlreiche Gedenkfeiern,
Auszeichnungen, Mahnmale, Museen sowie Dokumentationen und
Spielfilme prägen das Bild der selbstlosen Helden, die in
aussichtsloser Lage versuchten, das Leben der Menschen in den
Bürotürmen zu retten. Mit großem Aufwand werden die Lebensläufe
der verstorbenen Retter und ihre Taten während des Einsatzes
rekonstruiert. So entstehen die eigentlichen Heldengeschichten,
die seit der Antike nach ähnlichen Mustern aufgebaut sind",
erklärt Ausstellungsleiter Dietmar Osses.
Die Hattinger Schau zeigt als Beispiele die Geschichten des
Polizeioffiziers James Francis Lynch und des Feuerwehrmanns
James Riches. Lynch hatte wegen einer Erkrankung am 11.
September 2001 eigentlich dienstfrei. Als erfahrener
Sicherheitsexperte begab er sich aber unmittelbar nach dem
Einschlag der Flugzeuge auf eigene Faust ins World Trade Center,
um zu helfen.
Seine Überreste wurden am 7. Dezember aus den Trümmern des
Südturms geborgen. In der Hattinger Ausstellung sind die Kappe
und die Taschenlampe zu sehen, die er bei seinem letzten
Einsatz trug. Feuerwehrmann James Riches erreichte mit seinen
Kollegen vom Löschzug 4 die 30. Etage des brennenden Nordturms,
als wegen des Einsturzes des Südturms der Befehl zum Rückzug
kam. Riches schaffte es nicht mehr rechtzeitig, aus dem
Treppenhaus zu entkommen und wurde an seinem 30. Geburtstag von
Trümmern erschlagen. Seinen zerstörten Helm lieh das "National
September 11 Memorial & Museum of the World Trade Center"
erstmals für eine Ausstellung außerhalb Amerikas aus.
Die Ausstellung
Mit über 800 wertvollen Exponate aus ganz Deutschland, den
europäischen Nachbarländern und aus Übersee erzählt die
Ausstellung "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen"
Geschichten von großen und kleinen Helden, von Machern und
Medien, mutigen Rittern, religiösen Vorbildern, gefeierten
Sportlern und engagierten Helfern.
Das Spektrum reicht von einer 2.000 Jahre alten Nuckelflasche
bis zur Silberbüchse Winnetous. In Bronze glänzt der
Fußballschuh des Ruhrgebietshelden Helmut Rahn. Vom heutigen
Heldenkult zeugt neben den 9/11-Exponaten u.a. ein Baumhaus von
"Robin Wood".
Die Helden des Reviers haben in der Schau einen besonderen
Platz: Typen wie der Bergmann Adolf Tegtmeier oder
Ruhrgebietsmutter Tana Schanzara, aber auch verdiente Bürger
des Ruhrgebiets als neue Helden der Region im Wandel und
schließlich die zugewanderten Helden, die die vielen
Einwanderer ins Revier mitgebracht haben.
Der Rundgang durch die 1.000 Quadratmeter große
Ausstellungshalle ist ein Erlebnis für alle Sinne. Dafür sorgen
eine besondere Gestaltung, ausdrucksstarke Inszenierungen,
bewegte Bilder und Hörstationen. Die innovative
Ausstellungsarchitektur eröffnet mit Durchblicken und
Sichtachsen an vielen Stellen überraschende Perspektiven und
ermöglicht damit immer wieder neue Entdeckungen. Am Ende der
Ausstellung können Besucher ihren "Helden des Tages" wählen,
auf einem Sockel als Held oder Heldin posieren und sich in der
Videoinstallation mit Standing Ovations bejubeln lassen.
INFO
Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen
12. März - 31. Oktober 2010
LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Geöffnet: Di - So 10 - 18 Uhr, Fr 10 - 21.30 Uhr
URL: http://www.helden-ausstellung.lwl.org
Tel.: 02324 9247-142
E-Mail: helden at lwl.org
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