[WestG] [AUS] 350 Jahre Aasee, Muenster, bis 16.01.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Okt 29 10:07:19 CEST 2010
Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 28.10.2010, 11:08
AUSSTELLUNG
350 Jahre Aasee
Ausstellung im Stadtmuseum / Vergangenheit - Gegenwart -
Zukunft / Bis 16. Januar 2011
Der Aasee ist das wichtigste Naherholungsgebiet Münsters. Ob in
der Freizeit, beim Sport, zur Erholung oder als Ort für
kulturelle Veranstaltungen - das Gebiet rund um den Aasee zieht
täglich Münsteranerinnen und Münsteraner ebenso an wie
zahlreiche Gäste der Stadt. Doch nicht alle wissen, dass der
See ein künstlich angelegtes Gewässer ist. Zum Schutz vor
Hochwasser wurde 1928 mit den wesentlichen Arbeiten zur Anlage
eines Sees begonnen. Erst seit Mitte der 1970er Jahre hat der
Aasee seine heutige Form und Größe. Das Stadtmuseum Münster
präsentiert in seiner aktuellen Sonderausstellung die
Geschichte des Aasees und seine Nutzung in Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft.
Ein erster Aasee vor 350 Jahren
Im Jahr 1660 entstand während der Belagerung der Stadt durch
Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen für kurze Zeit ein
erster Aasee. Wegen eines Konfliktes mit den Bürgern ließ er
bei Mecklenbeck und im Gievenbachtal hohe Erdwälle aufwerfen,
um die Aa aufzustauen und den Wasserzufluss in die Stadt zu
unterbrechen. Als am 18. Dezember 1660 die Dämme brachen,
überflutete das aufgestaute Wasser die Aaniederungen vor dem
Aegidiitor und weite Teile der Stadt. Für eine kurze Zeit
entstand so vor 350 Jahren ein See, der in weiten Teilen dem
heutigen Aasee entsprach. Die Ausstellung zeigt mit wertvollen
handkolorierten Plänen aus dem 17. Jahrhundert das damalige
Überschwemmungsgebiet südwestlich der Stadt. Zwei
eindrucksvolle, großformatige Gemälde aus dieser Zeit ergänzen
das Bild.
Vorschlag von Professor Landois
Nachdem der Gründer des Westfälischen Zoologischen Gartens,
Professor Hermann Landois, 1896 den Bau eines dauerhaften Sees
auf den Aawiesen vorgeschlagen hatte, erstellte die Stadt
Münster Bebauungspläne für das Gebiet. Zwei der raren
zeitgenössischen Pläne der Aawiesen, die sich bis heute
erhalten haben, sind in der Ausstellung zu sehen.
Der Bau des Sees erfolgte dann ab 1928. Ein Luftfoto aus dem
Jahr 1930 zeigt den Bereich des späteren Aasees und der
Aawiesen. Es wurde mit modernster Technik aus acht Teilen
zusammengesetzt und ist nun erstmals in der Ausstellung in über
zwei Meter Größe zu sehen. Zahlreiche historische Fotos aus dem
Stadtmuseum werden durch Aufnahmen aus dem Stadtarchiv ergänzt
und zeigen den Bau des Sees in Einzelheiten und natürlich auch
die folgenden Freuden des Lebens am Wasser nach seiner
Fertigstellung.
In den 1970er Jahren wurde die Größe des Aasees nahezu
verdoppelt. Die ursprüngliche Wassertiefe von zwei Metern blieb
erhalten. Pläne und Filmaufnahmen dokumentieren die Maßnahmen
rund um die Erweiterung des Naherholungsgebietes. Neben seiner
Funktion als Erholungsgebiet spielt die Anlage auch in
ökologischer Hinsicht eine entscheidende Rolle als Teil einer
Frischluftschneise für die Innenstadt.
Anziehungspunkt für Kunstliebhaber
Heute ist der See für Münster häufig auch Werbeträger: Immer
wieder wird er abgelichtet und häufig etwa mit den "Giant Pool
Balls" von Claes Oldenburg - installiert zu den Skulptur
Projekten 1977 - abgebildet. Das Gebiet des früheren Aatals und
des heutigen Aasees war schon immer ein besonderer
Anziehungspunkt für Künstler. Einige eindrucksvolle Originale
zeigen Ansichten des Gebietes in den unterschiedlichsten
Epochen, darunter Werke von Otto Modersohn, Ernst Bahn und Carl
Busch.
Rund um den Aasee gibt es eine Vielzahl öffentlicher
Einrichtungen und Veranstaltungen, die wesentlich zur
Attraktivität des Gebiets beitragen. Ereignisse und Geschichten,
die mit dem See in Verbindung stehen, können in der
Ausstellung an Multimediastationen in Erinnerung gerufen
werden. Zahlreich informative Touchscreens zeigen spannende
Filme wie etwa zur Ruderbundesliga oder Montgolfiade, aber auch
Fotos wie etwa zum spektakulären Mordfall Rohrbach. Die
bekannteste Geschichte ist sicherlich die des Trauerschwans
Petra. In der Ausstellung erinnert eine Inszenierung rund um
seinen / ihren Partner, das Schwanentretboot, an die zeitweilig
weltweite Fangemeinde.
Der Bau der "neuen" Aaseeterrassen hat maßgeblich zum optischen
Wandel in den letzten Jahren beigetragen, der auch
vielfältigeren (Freizeit-)Interessen Rechung trägt. Einen
Ausblick auf die zukünftige Nutzung gibt eine Bürgerumfrage,
die die Stadt 2010 durchgeführt hat. In Statements der
Bevölkerung und Interviews wird die Bedeutung des Gebietes für
die Stadt und ihre Bevölkerung deutlich.
Eine eigene kleine Ausstellung bilden die rund 150
Aaseeimpressionen, die vom münsterschen Fotoamateur Karl
Noehles stammen. Bei nahezu täglichen Spaziergängen wurde der
Aasee zu seinem bevorzugten Fotoobjekt. Vielfältige Eindrücke
im Laufe der Jahre und im Wechsel der Jahreszeiten hat er in
mehreren tausend Aufnahmen festgehalten.
INFO
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
D-48143 Münster
Tel.: 02 51/4 92-45 03
Fax: 02 51/4 92-77 26
E-Mail: museum at stadt-muenster.de
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