[WestG] [AKT] Vortrag: Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung in Hagen 1925-1965, Hagen, 18.11.2010

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Nov 8 10:15:01 CET 2010


Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de>
Datum: 08.11.2010, 08:36


AKTUELL

Antisemitismus, Judenverfolgung und Wiedergutmachung 
in Hagen 1925-1965
Vortrag von Dr. Marlene Klatt

18. November 2010, 19 Uhr

In noch nicht einmal zehn Jahren setzte das 
nationalsozialistische Regime die völlige Isolierung der 
jüdischen Bevölkerung bis hin zu ihrer Deportation und 
Ermordung durch, ohne dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft 
hiergegen nennenswerte Widerstände leistete. Wie es dazu kommen 
konnte, ist nach wie vor ein vieldiskutiertes Problem der 
jüngeren deutschen Geschichte. Viel spricht dafür, eine Antwort 
im alltäglichen Zusammenleben von jüdischen und nichtjüdischen 
Deutschen zu suchen.

Marlene Klatt geht dieser Frage am Beispiel der Stadt Hagen 
nach. Sie beschreibt zunächst die Verbreitung des 
gesellschaftlichen Antisemitismus am Vorabend der 
nationalsozialistischen Machtübernahme. Anschließend schildert 
sie die schrittweise Verdrängung der jüdischen Minderheit aus 
dem öffentlichen Leben Hagens während der 
nationalsozialistischen Herrschaft und zeichnet die 
"Arisierung" des Geschäfts- und Immobilienbesitzes der 
jüdischen Hagener nach.

Ein weiterer Aspekt in Marlene Klatts Vortrag stellt die 
Nachgeschichte der Verfolgung nach 1945 dar. Inwieweit gelang 
es der so genannten Wiedergutmachung, die 
Verfolgungstatbestände der jüdischen NS-Opfer Hagens 
auszugleichen bzw. zu kompensieren? Wie ernsthaft wurde der 
Versuch der "Wiedergutmachung" vor Ort unternommen und welchen 
Stellenwert besaß er für die lokale Gesellschaft? Was geschah 
mit dem "arisierten" Vermögen der Opfer? Wie reagierten die 
Erwerber des Eigentums von Juden auf Rückgabeforderungen? Nicht 
zuletzt: wurden die jüdischen Verfolgten in ihrem Schicksal von 
den nichtjüdischen Hagenern akzeptiert?

Der Vortrag wird gefördert durch den Verein Pro Stadtgeschichte 
Hagen e.V., der Eintritt ist kostenlos.

Dr. Marlene Klatt war zunächst als Restauratorin tätig und 
studierte danach Geschichte und Politikwissenschaft an der 
Universität Münster. Sie war Stipendiatin des Instituts für 
westfälische Regionalgeschichte und mehrere Jahre hauptamtlich 
in der Politik aktiv. Ihre Dissertation mit dem Titel 
"Unbequeme Vergangenheit. Antisemitismus, Judenverfolgung und 
Wiedergutmachung in Westfalen 1925-1965" erschien 2009 im 
Schöningh-Verlag, Paderborn. Marlene Klatt ist kooptiertes 
Mitglied der Historischen Kommission für die Geschichte der 
Deutschen in Polen e.V.


INFO

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