[WestG] [AKT] Vortrag: Die Schoenfelds: Eine Herforder Industriellenfamilie, Herford, 10.06.2010

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jun 2 11:16:42 CEST 2010


Von: "Christopzh Laue" <C.Laue at Kreis-Herford.de>
Datum: 02.06.2010, 09:22


AKTUELL

Der Verein für Herforder Geschichte e.V. lädt herzlich ein zum
Vortrag:

Die Schönfelds
Eine Herforder Industriellenfamilie

Mit Sonja Langkafel, Leiterin des Städtischen Museums Herford

Eine Sonderveranstaltung im Rahmen der Ausstellung Wendezeiten 
Herforder Geschichte im Städtischen 
Museum/Daniel-Pöppelmann-Haus

Dank der von Emilie und Heinrich Schönfeld verfassten 
Lebensbeschreibungen sowie der neuen Erkenntnisse zur 
Geschichte der Villa Schönfeld und neuem Bildmaterial ist es 
der Referentin möglich einen tieferen Blick in die Alltags- und 
Lebenswelt einer Herforder Unternehmerfamilie zu gewähren. Aber 
nicht minder interessant ist das unternehmerische Handeln der 
Familie und das politische Engagement einzelner 
Familienmitglieder, das ebenso im Vortrag gewürdigt wird.

Der innovationsfreudige Mühlenbesitzer und Leinenhändler 
Friedrich Ludwig Schönfeld steht am Anfang der Herforder 
Tradition der Familie, die aus Lippe kommend einen 
Familienzweig in der Werrestadt begründet. 1833 erwirbt er 
Gebäude und Grundstücke der Konkurs gegangenen 
Baumwollspinnerei Schrewe. In den ehemaligen von Schrewe 
genutzten Abteigebäuden richtet er eine Hedespinnerei ein. Die 
Schönfeld́sche Firma ist das erste Industrieunternehmen in 
Herford, das Jahrzehnte lang erfolgreich bleibt und viele Jahre 
ist sie der größte Arbeitgeber in der Stadt.

1864 tritt die nächste Generation in die Firma ein: Friedrich 
Heinrich, Wilhelm und Engelbert Schönfeld. Der älteste, 
Friedrich Heinrich, erkrankt 1869 schwer und gibt die Arbeit im 
Betrieb auf. 1875 stirbt er. Seine Witwe, mit der er Herfords 
erste Unternehmervilla - die Villa Schönfeld - hat erbauen 
lassen, erbt seine Firmenanteile. Wenige Jahre nach einem 
verheerenden Brand der Fabrik trennen sich die Wege der beiden 
anderen Brüder. Engelbert gründet an der Goebenstraße eine 
Jutespinnerei. Wilhelm führt die Hedespinnerei alleine weiter.

Ab 1886 arbeitet Wilhelm mit seinem Neffen Heinrich, dem Sohn 
seines ältesten Bruders, in der Firma zusammen. 1893 wird 
Heinrich Teilhaber. Er, Vertreter der dritten Generation, 
stellt den Betrieb 1900 wegen Unrentabilität ein und verkauft 
Grundstück und Gebäude an die Stadt. Heute stehen an dieser 
Stelle Rathaus und Markthalle. Die Jutespinnerei seines Onkels 
Engelbert wurde noch vor 1914 in eine Bandweberei zur 
Anfertigung von Polstergurten umgewandelt. Sie hat bis 1945 
Bestand, allerdings sind ab der Wirtschaftskrise 1929 nur noch 
wenige Webstühle in Betrieb. Auch hier endet das 
unternehmerische Engagement in der dritten Generation.

 
INFO

Zeit:
Donnerstag, 10. Juni 2010
Um 19 Uhr 

Ort:
Daniel-Pöppelmann-Haus Herford
Deichtorwall 2

Eintritt frei

Geschäftsstelle: 
Christoph Laue
Kommunalarchiv Herford
Amtshausstr. 2
32051 Herford
Tel.: 0 52 21 / 13 22 13
Fax: 0 52 21 / 13 22 52
Mobil: 01 70 / 4 95 44 57
E-Mail: info at geschichtsverein-herford.de 
URL: www.geschichtsverein-herford.de 


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte