[WestG] [AKT] Exponate in AufRuhr: In der Sonderausstellung "AufRuhr 1225!" bewegt sich was
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jul 15 11:40:26 CEST 2010
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.07.2010, 09:01
AKTUELL
Exponate in AufRuhr
In der Sonderausstellung "AufRuhr 1225!" bewegt sich was
Diesen Montag (12.7.) kam Bewegung in die Sonderausstellung
"AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen". Insgesamt 7
Exponate haben die Ausstellungshallen des LWL-Museums für
Archäologie in Herne verlassen und kehrten ins Landesarchiv
Düsseldorf zurück. Die wertvollen Exponate dürfen nur wenige
Wochen im Jahr gezeigt werden, denn trotz der guten Bedingungen
im Museum ist die Lichteinstrahlung eine Belastung für die
empfindlichen Objekte. Leer bleiben die Vitrinen aber nicht:
Die Objekte werden gegen andere Originale oder originalgetreue
Repliken ausgetauscht.
Bis zum Ende der Ausstellung wartet ab Dienstag daher eine der
ältesten und für die Ausstellung bedeutsamsten Urkunden auf die
Besucher: Die Privilegienbestätigung Heinrichs des Zweiten an
das Stift Essen. Dieses Pergament entstand im Jahr 1003 und ist
damit die älteste Urkunde der Ausstellung. Wer genau hinschaut
- oder es sich in einer Führung zeigen lässt - kann es
entdecken: ein Teil der Urkunde wurde in späterer Zeit ergänzt,
bzw. interpoliert. Die Fürstabtissin Adelheid von Essen hat im
13. Jahrhundert die Urkunde nach ihren Vorstellungen verändert
und neue Inhalte hinzugefügt - aus heutiger Sicht also: das
Dokument gefälscht. Mit diesem Eingriff in die Originalurkunde
wollte Adelheid zum wiederholten Mal die eigene Machtstellung
gegenüber ihrem Vogt, Friedrich von Isenberg, zu behaupten. Dr.
Stefan Leenen, wissenschaftlicher Projektleiter der
Ausstellung: "Mit dieser Interpolation verschärft Adelheid von
Essen noch die Manipulation, die sie bereits an einer
Vorgänger-Urkunde vorgenommen hatte. Die Rechte Ihres Vogtes
Friedrich von Isenberg werden immer weiter eingeschränkt - und
verweisen seinen Machtbereich nun gänzlich vor die Stadttore
Essens".
Denn auch in der sogenannten "Gründungsurkunde" - die nun die
Ausstellung verlassen hat - hatte Adelheid von Essen
eingegriffen und versucht, Friedrich von Isenbergs Rechte zu
beschneiden. Der Kampf um die Rechte am Essener Damenstift war
vermutlich der Auslöser für die dramatischen Ereignisse, die am
7. November 1225 Engelbert I., Erzbischof von Köln das Leben
kosteten.
Diese und andere Intrigen der Reichen und Mächtigen des
Mittelalters zeigt das LWL-Museum für Archäologie noch bis zum
28.11.2010 in Herne in der internationalen Sonderausstellung
"AufRuhr 1225!"
INFO
Kontakt:
LWL-Museum für Archäologie
Westfälisches Landesmuseum
Europaplatz 1
44623 Herne
Telefon: 02323 94628-24 und -0
Telefax: 02323 94628-33
E-Mail: lwl-archaeologiemuseum at lwl.org
URL: http://www.aufruhr1225.lwl.org
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