[WestG] [AKT] Vortrag: Jugendsubkultur im "Dritten Reich", Hagen, 21.01.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 20 08:40:58 CET 2010
Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de>
Datum: 12.01.2010, 14:03
AKTUELL
Jugendsubkultur im "Dritten Reich"
Wie die "Swing-Heinis" den Nazis auf der Nase herumtanzten
Katy Göbel, Wuppertal
Mitte der 1930er Jahre entwickelte sich in vielen deutschen
Großstädten im Zuge der wachsenden Popularität
anglo-amerikanischer Swing-Musik eine neue Jugendsubkultur.
Neben der Vorliebe für Swing-Musik und Swing-Tanz zeichnete
sich diese Subkultur durch ein an anglo-amerikanischen
Vorbildern angelehnten Kleidungs- und Sprachstil sowie durch
ein ungezwungen-fröhliches, freiheitliches Lebensgefühl aus.
Das nonkonforme Verhalten dieser Jugendlichen, die
Individualität und Lebensfreude vor den politischen Gehorsam
stellten und versuchten, sich auf vielfältige Weise den
staatlichen Repressionen zu entziehen, wurden schon bald von
den Nationalsozialisten als "systemgefährdend" eingestuft.
Trotz zum Teil drakonischer Bekämpfungsmaßnahmen gelang es den
Nationalsozialisten nicht, die von ihnen als "Swing-Jugend"
bezeichneten Jugendgruppierungen "auszurotten". Unter anderem
fehlte es an attraktiven staatlichen Angeboten für diese
Jugendlichen die ihr, angesichts des Krieges, womöglich kurzes
Leben genießen wollten. Aufgrund geringerer Überwachungs- und
Verfolgungsmöglichkeiten in den Kriegswirren kam es schließlich
sogar zu einem erneuten Anwachsen dieser Jugendsubkultur.
Auch wenn die "Swing-Jugendlichen" nicht über ein dezidiert
politisches Programm verfügten und keinen aktiven Widerstand im
eigentlichen Sinne leisteten, so zeigte ihr renitentes
Verhalten den Nationalsozialisten die Grenzen ihres totalitären
Machtanspruches im Alltag auf - speziell im Bereich ihres
Erziehungskonzeptes, welches das wichtige Bedürfnis nach
jugendlicher Selbstfindung völlig vernachlässigt hatte.
In meinem Vortrag gehe ich zunächst auf die Entstehung und
typischen Kennzeichen dieser jugendlichen Subkultur ein. Danach
werden die Bekämpfungsmaßnahmen der NS-Behörden und die
Reaktionen der Jugendlichen auf die Repressionen geschildert.
In einer abschließenden Beurteilung des Phänomens
"Swing-Jugend". Jugendsubkultur im "Dritten Reich" wird
aufgezeigt, inwieweit es den Jugendlichen mit den ihnen zur
Verfügung stehenden Mitteln gelang, dem nationalsozialistischen
System seine Grenzen aufzuzeigen.
Der Eintritt ist frei!
INFO
21. Januar 2010, 19 Uhr
Historisches Centrum Hagen
Stadtmuseum / Stadtarchiv
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen
Eilper Strasse 71-75
58091 Hagen
Tel.: +49 (0)2331 207 2740
Tel.: +49 (0)2331 207 2447
URL: www.historisches-centrum.de
URL: www.museum-werdringen.de
Die Vorträge im Historischen Centrum Hagen werden finanziert
und gefördert durch den Verein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V.
URL: http://www.historisches-centrum.de/index.php?id=162
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