[WestG] [AKT] 16. Reihe der Werkstatt Geschichte in Kierspe, Kursprogramm im 1. Halbjahr 2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 23 10:53:20 CET 2010
Von: "Ulrich Finke" <ulrich1finke at aol.com>
Datum: 21.02.2010, 20:39
AKTUELL
Am 24.02.2010 beginnt die 16. Reihe der Werkstatt Geschichte
unter der Leitung von Hans-Ludwig Knau zusammen mit
verschiedenen Referenten in Kierspe mit dem Vortrag:
Kierspe und die südwestfälische Eisenstraße
Mit einem bebilderten Vortrag zum Thema "Kierspe und die
südwestfälische Eisenstrasse" beginnt die Werkstatt Geschichte
ihre Vortragsreihe im Kursprogramm der VHS Volmetal zum
1.Halbjahr 2010. Der Vortrag befasst sich mit dem Weg des
Siegerländer Roheisens und Rohstahls ins Bergische und
Märkische Land, wo dieser begehrte Rohstoff weiterverarbeitet
wurde. Kierspe liegt dabei am Wege und mitten im
Verarbeitungsgebiet. Behandelt werden zudem die
wirtschaftlichen Verflechtungen Südwestfalens vor der
Industrialisierung des Ruhrgebietes.
Unter den vielen Straßen in Südwestfalen erwähnt der königlich
preußische Krieges-, Steuer-, Bergrat und Fabrikenkommissar
Friedrich August Alexander Eversmann in seiner 1804 in Dortmund
erschienenen "Übersicht der Eisen- und Stahlerzeugung auf
Wasserwerken in den Ländern zwischen Lahn und Lippe" eine ganz
besonders. Sie "kommt aus dem Freyen-Grunde heraus durch das
Saynische Oberamt Freusburg, und führt durch das Hazfeldische
nach Drolshagen".
Nimmt man die "Siegensche Chaussee" zwischen Siegen und
Breckerfeld über Meinerzhagen und Kierspe hinzu, hat man die
Nabelschnur, an der das Bergische Land und die Grafschaft Mark
seit dem 17. Jahrhundert zur Versorgung mit Goes-und Stahleisen,
Rohstahl und Stabeisen aus dem Siegener
Spateisensteinbezirkhingen. Der Rohstoff aus dem Siegerland
machte die Gegend zwischen Hagen,Meinerzhagen/Kierspe,
Lüdenscheid, Wipperfürth, Remscheid, Solingen, Ratingen,
Langenberg und Herdecke reich. Der Vortrag geht dieser alten
Verkehrsverbindung nach, die als "Südwestfälische Eisenstraße"
im Rahmen der Regionale 2013 mit neuem Leben erfüllt werden
soll.
Das Projekt "Südwestfälische Eisenstraße" ist ein
Kooperationsprojekt des VereinsWasserEisenLand e.V., das sich
auf die Fahnen geschrieben hat, Südwestfalen als Region nach
vorne zu bringen, ähnlich wie es vor Jahren im Ruhrgebiet mit
der"Route der Industriekultur" gelungen ist. Wer hätte vor 30
Jahren erwartet, dass der "Kohlenpott" sich einmal als
Tourismusmagnet Nordrhein-Westfalens entwickeln würde?
Siegerland, Sauerland und Bergisches Land bildeten vor der
Industrialisierung Deutschlands und vor der Entstehung des
Ruhrgebietes als Industriebezirk der Schwerindustrie ein
einheitliches Industriegebiet, das seine qualitativhochwertigen
Produkte Weltweit vermarktete: Iserlohner Kratzendraht,
Sohlinger Klingen, Remscheider Werkzeuge und Märkischer Osemund
hatten als Qualitätsprodukte Alleinstellungsmerkmale und
sicherten damals ihren Erzeugerneinen relativ hohen
Lebensstandard.
Diese Produkte entstanden in einer Produktkette, die vom
Siegerland zum Sauerland und Bergischen Land führte. Im
Siegerland lagen die Bergwerke, Eisen- und Stahlhütten, im
Sauerland die Produzenten der Holzkohle und die
Weiterverarbeitung von Stahl und Eisen zu wertvollem Halbzeug,
welches im Raum Lüdenscheid-Iserlohn zu Draht und im
Solingen-Remscheider-Raum zu Stahlwaren und Klingen
weiterverarbeitet wurde.
DieseProduktionskette hatte sich aus einem wirtschaftlichen
Zwang entwickelt. Die Energiequelle Holz in Form von Holzkohle
war so knapp, daß keine Region alleine die Produktion hätte
bewältigen können. Nur unter dem Gesichtspunkt, dass die
benötigten Energien von Wasser und Holz überall dort, wo sie
vorhanden waren,nutzbar gemacht werden mussten, konnte sich
eine so bedeutende Produktionslandschaft unabhängig von
territorialer Zugehörigkeit entwickeln.
Kierspe lag nahezu in der Mitte dieses Gebietes. Es lag am Wege
und hatte zugleich Teil an der Produktion. Die Hammerwerke an
der Volme, Kerspe, Lingese und Wippergehörten zur Vielzahl der
Produzenten, die von Meinerzhagen über Wildenkuhlen und Kierspe
nach Breckerfeld führende Chaussee war das Rückgrat für ihre
wirtschaftliche Versorgung. DieEntwicklung dieser historisch
bedeutenden Eisenstrasse zu einer Kulturroute hat sich zu einem
Projekt mit vielen beteiligten Interessenten entlang der
historischen Route entwickelt, das im Rahmen der Regionale 2013
auch für Kierspe große Vorteile erwarten lässt:
Der Schleiper Hammer, die Rönsahler Brennerei, aber auch das
Bakelitemuseum liegen am Wege. Die Vernetzung dieser
bedeutenden Denkmäler einer vergangenen Industriekultur mit der
Eisenstraße heisst, sie in der Region und darüber hinaus
bekannt zu machen. Dies ist wiederum die Voraussetzung dafür,
dass Besucher kommen, die wiederum den Ort bekanntmachen und zu
seiner Attraktivität beitragen.
Kann sich Kierspe dem verschliessen oder soll es die Chance der
Lage an der Eisenstrasse nutzen? Kann es mit diesem Projekt das
Projekt "Oben an der Volme. Ein Fluss verbindet" sogar
erweitern? Zu diesen Fragen möchte die Werkstatt Geschichte mit
der Vortragsveranstaltung einen Diskussionsbeitrag leisten.
Mittwoch, 24. Februar 2010
19:00 Uhr
Gebührenfrei
Rathaus
Springer Weg 21
Kierspe
danach folgt am Donnerstag 25.3.
im ev.Gemeindehaus Rönsahl ab 19:00Uhr :
Die Cramers zur Ballenbrügge und der Aufstieg der Rönsahler
Pulverindustrie
Nach Meinung des früheren Rönsahler Ortschronisten und Kiersper
Ortsheimatpflegers Fritz Gogarten ist der Ursprung der Familie
Cramerzur Lingese im unteren Teil des Lingesetales, in
Ballenbrügge, zu suchen. Die dort beheimateten Cramers sind eng
mit der Entwicklung der Schwarzpulverherstellung an Lingese und
Wipper verbunden. Das früher zum Kirchspiel Rönsahl gehörige
Ballenbrügge ist dem Bau der Lingesetalsperre zum Opfer gefallen.
als nächstes folgt am Mittwoch 21.04.2010
in der Gaststätte Bisitz in Höckinghausen ab 19:00Uhr:
Die Höfe und Bewohner der Höhlener Bauerschaft im Kirchspiel
Kierspe - Teil 2
Die Veranstaltung nimmt noch einmal die Geschichte der Höfe und
ihrer Bewohner der Höhlener Bauerschaft auf. Die Teilnahme an
der ersten Veranstaltung im Oktober 2009 ist nicht
Voraussetzung für diesen Vortrag. Diesmal werden die Kenntnisse
über Lingese und Höckinghausen ergänzt. Zusätzlich werden
Wasserfuhr und Stöcken besprochen.
Das diesjährige Halbjahr endet mit dem Vortrag
Die Ufergüter in der Dorfbauerschaft Kierspe
Die Margarethenkirche ist das prägende Bauwerk des östlichen
Dorfanteils von Kierspe. Viele Rätsel gibt der westliche
Dorfanteil mit den Gütern "am Ufer", der am alten Weg in die
Schmidthauser Bauerschaft lag, auf. Es geht u.a. um das alte
Gut "in der Hoeve", das "Overgut", das dort gelegene Kirchengut,
aber auch das"Pulverhaus" und die "Eickener" oder "Dorfmühle".
am Mittwoch 19.05.2010 ab 19:00Uhr in der VHS Geschäftsstelle
in Kierspe.
Weiterhin möchten wir auf unser neues Buch "Windfuhr"
aufmerksam machen:
Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass der Familienname Windfuhr
auf den Namen einer sehr alten und sehr kleinen bäuerlichen
Wohnsiedlung im damaligen Kirchspiel Kierspe zurückzuführen
ist. Diese Kleinsiedlung bestand im 17. Jahrhundert aus drei
Höfen. Ein vierter Hof war zu jener Zeit schon zerfallen.
Der Heimatverein Kierspe e. V. hat Ende vergangenen Jahres ein
Buch herausgebracht, das Sie, den Namen Windfuhr tragend,
gewiss interessieren wird. Es enthält die Geschichte und die
Entwicklung der Kleinsiedlung vom 17. bis ins 20. Jahrhundert.
Alle Häuser, die vor 1900 gebaut wurden, und ihre Bewohner
werden beschrieben.
Von allen Häusern, die im Jahre 2006 auf der Windfuhr standen,
enthält das Buch ein Foto, selbstverständlich auch von dem
vermutlich über 400 Jahre alten Bauernhaus, in dem die Familie
Windfuhr wohnte, die sich im 17. Jahrhundert den Familiennamen
Windfuhr zulegte.
Das Buch enthält außer dem informativen auch einen
unterhaltsamen Teil, in dem der 1924 auf der Windfuhr geborene
und aufgewachsene Mit-Autor aus seiner Kindheit und Jugend auf
der Windfuhr erzählt.
Ein Abschnitt befasst sich mit den Windfuhrer Hammerwerken und
der Eisengewinnung im heimischen Raum.
Eine Auflistung von Sippen und Personen auf der Windfuhr bis
zum Anfang des 20. Jahrhunderts vermittelt weitere
Informationen.
Das in sehr guter Qualität hergestellte Buch enthält 127
bedruckte Seiten und ist reich bebildert. Auf dem
Hardcoverumschlag befindet sich ein Foto von der Windfuhr aus
der Zeit um 1910.
Das Buch eignet sich auch hervorragend als Geschenk für
Angehörige, Freunde und Nachbarn zu Geburtstagen, hohen
Festtagen wie Weihnachten oder anderen hohen Feiertagen und
persönliche Jubiläen, z. B. Silberne Hochzeit. Es kostet 17,50
Euro (ggf. plus Versandkosten) und kann beim Heimatverein
Kierspe e. V. oder bei Reinhard Distel (Anschriften siehe unten)
bestellt werden. Abholen kann man das Buch an folgenden Stellen:
Buchhandlung Timpe, Friedrich-Ebert-Str. 363, 58566 Kierspe,
Heimatverein Kierspe e.V., Friedrich-Ebert-Str. 380, 58566
Kierspe -- nur Mittwochs 16 bis 18 Uhr,
Reinhard Distel, An der Währ 20, 58566 Kierspe, nach telef.
Absprache, Tel. 02359/1764.
Ebenso können Sie bei uns das Buch " Hagen-Dahl ist doch kein
Dorf". Es soll den Blick schärfen auf die tausendjährige
(Kultur-)Geschichte des heutigen Hagener Süden.
INFO
Ulrich Finke
E-Mail: ulrich1finke at aol.com
- Ortsheimatpfleger Kierspe
- Bakelitmuseum
- Schleiper Hammer
- Backhaus Rhader Mühle
- Brennerei Haase
- Reidemeisterhaus Voswinkel
- Wienhagener Aussichtsturm
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte