[WestG] [AUS] ZooGeschichte[n]. Wilde Tiere fuer Europa, Muenster, ab 10.02.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Feb 10 08:20:02 CET 2010
Von: Dr. Bernhardt, Günter guenter.bernhardt at lwl.org
Datum: 09.02.2010, 12:16
AUSSTELLUNG
ZooGeschichte[n]. Wilde Tiere für Europa
Eine Ausstellung des Westfälischen Pferdemuseums und des
LWL-Museumsamtes für Westfalen in Kooperation mit dem
Allwetterzoo Münster
Die Ausstellung wird erstmals im Pferdemuseum Münster (Standort
Allwetterzoo Münster) am 10. Februar 2010 eröffnet. Ab August
2010 ist sie noch in acht weiteren westfälischen Museen zu
sehen.
Der Zoo ist als Ort der Unterhaltung, der Bildung und des
Vergnügens ein beliebtes Ziel der Freizeitgestaltung.
Tierkinder faszinieren die Medienwelt, die in Dokumentationen
beinahe täglich den Blick hinter die Kulissen deutscher Zoos
ermöglicht. Zoos sind wahre Publikumsmagneten. Sie haben weit
aus mehr Besucherzahlen vorzuweisen als Museen und Theater.
Nirgends kommt man den Elefanten, Löwen und Tigern, Giraffen,
Bären und Affen so nahe.
Von den ersten Zoogründungen bis zum heutigen Verständnis der
Tierhaltung in den Parks hat sich bei den Verantwortlichen
vieles geändert. Es geht nicht mehr darum, möglichst viele
unterschiedliche Tierarten zu zeigen, nicht mehr darum, sich
durch die Menge und Ausgefallenheit der Präsentation von Exoten
mit anderen Zoos zu messen. Die Gärten kooperieren, helfen sich
bei der Nachzucht und im Artenschutz, beschränken sich auf
sinnvolle Tierbestände, der Zoo versucht in vielen Fällen das
Überleben höchst bedrohter Tierarten zu garantieren. Er ist
sogar in der Lage, dem nicht nur an Exotik interessierten
Besucher aufzuzeigen, welche katastrophalen Folgen der
bedenkenlose Umgang des Menschen mit den Ressourcen der Natur
für die Tiere der Welt hat.
Die Geschichte der zoologischen Gärten ist facettenreich und
mehr als ausstellungswürdig. Mit dem LWL-Museumsamt und dem
Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo fanden sich zwei
ideale Partner, um dieses Ausstellungsprojekt arbeitsteilig
umzusetzen. Nach Ideen und Vorrecherchen im LWL-Museumsamt,
entstand unter Federführung des Westfälischen Pferdemuseums die
Ausstellung "Zoogeschichte[n]. Wilde Tiere für Europa." Das
zugehörige Begleitbuch wird vom LWL-Museumsamt herausgegeben.
Die Ausstellung zeichnet die wechselvolle Geschichte der Zoos
in Europa und Westfalen von den ersten zoologischen Gärten bis
hin zu heutigen Entwicklungen nach. Der Tiergarten Schönbrunn
in Wien (1752) war die älteste Menagerie, die sich zum Zoo
entwickelte, die Ménagerie du Jardin des Plantes in Paris
(1793/94) ist der älteste wissenschaftlich geführte zoologische
Garten, der Zoological Garden in London (1828) war der erste
Zoo, der auch diesen Namen trägt, in Berlin (1844) eröffnete
der erste deutsche Zoo.
1875 folgte der Westfälische Zoologische Garten zu Münster.
Diese Gründung ist eng mit dem Namen Hermann Landois verbunden.
Mit dem Umzug an die Sentruper Straße 1974 änderte sich der
Name in Allwetterzoo Münster, denn das neue Gelände hatte
überdachte Wege erhalten. In den Tiergärten in Bochum (1933)
und Rheine (1937) standen anders als in Münster nicht exotische
Tiere oder fremde Völker im Zentrum, sondern hier besann man
sich bei ihrer Gründung auf die heimische Fauna und Flora. Nach
dem Zweiten Weltkrieg wurden die Zoos in Gelsenkirchen (1949)
und Dortmund (1953) eröffnet.
Die weiteren Themenschwerpunkte der Ausstellung: Die frühen
Völkerschauen der Zoos - die Präsentation von Menschen
"exotischer" Herkunft erfreute sich in vielen Zoos
jahrzehntelang großer Beliebtheit; Fangmethoden und
Tiertransporte - mit Gründung der wissenschaftlich geführten
zoologischen Gärten waren exotische Tierimporte nicht mehr nur
Zufallsprodukt dank Handelsreisender oder diplomatischer
Geschenke; Arbeitsplatz Zoo: Blick hinter die Kulissen, der Zoo
als Wirtschaftsunternehmen; Zooarchitektur - vom Käfig zum
Naturschutzpark; der Zoo heute und der Zoo der Zukunft.
Auch die Randthemen wie Unfälle und Gewalt gegen Tiere im Zoo
sowie berühmte Zoobewohner (von "Jumbo" über "Antje" zu "Knut"
und "Ebun") werden aufgegriffen. Zum Schluss wird den Fragen
nachgegangen: Welche Ziele und Aufgaben haben Zoos heute? Wie
funktioniert ein Zoo heute? Und schließlich kommen die Themen
Zuchtprogramme und Artenschutz für das neue Selbstverständnis
der Zoos nicht zu kurz.
Begleitend zur Ausstellung "ZooGeschichte(n)" des Westfälischen
Pferdemuseums im Allwetterzoo Münster werden
museumspädagogische Programme für Schüler/innen angeboten.
Zur Ausstellung erscheint ein vom Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL-Museumsamt) herausgegebenes, 171 Seiten
umfassendes Begleitbuch mit rund 170 Abbildungen, zum großen
Teil in Farbe, das im Museum erworben werden kann. Die
Publikation kann auch über das LWL-Museumsamt für Westfalen,
Erbdrostenhof, Salzstraße 38, 48133 Münster oder per E-Mail
unter: museumsamt at lwl.org zum Preis von 13,00 € plus 2,00 €
Portogebühr bezogen werden.
INFO
Kontakt:
Dr. Günter Bernhardt
LWL-Museumsamt für Westfalen
Salzstr. 38 (Erbdrostenhof)
48133 Münster
E-Mail: guenter.bernhardt at lwl.org
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte