[WestG] [AKT] Nachwuchswissenschaftler aus Borken erhaelt Jodocus-Hermann-Nuenning-Preis 2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Dez 10 10:24:16 CET 2010
Von: "Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 09.12.2010, 16:11
AKTUELL
Nachwuchswissenschaftler aus Borken erhält
Jodocus-Hermann-Nünning-Preis 2010
Michael Schneider hat Arbeit zu frühmittelalterlichen
Siedlungen in Borken verfasst / Auszeichnung ist mit 2500 Euro
dotiert
Der aus Borken stammende Archäologe Michael Schneider ist am
Mittwoch (9.12.) mit dem Jodocus-Hermann-Nünning-Preis 2010
ausgezeichnet worden. Landrat Dr. Kai Zwicker und Jürgen
Büngeler, Vorstandsmitglied der Sparkasse Westmünsterland,
überreichten dem 33-Jährigen den Preis im Rahmen einer
Feierstunde im Rathaus der Stadt Vreden. Michael Schneider
erhält die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung für seine
Magisterarbeit zu frühmittelalterlichen Siedlungen in
Borken-Südwest.
Zum fünften Mal vergab der Kreis Borken in Zusammenarbeit mit
seinem Landeskundlichen Institut Westmünsterland und der
Sparkassenstiftung für den Kreis Borken den Nünning-Preis. Die
Jury, der insgesamt acht Arbeiten vorlagen, bescheinigte
Schneider, dass er in "methodisch vorbildlicher Weise" das
Fundmaterial, das zum Teil aus dem 7. Jahrhundert stammt,
ausgewertet habe. Michael Schneider, der heute in St. Augustin
lebt, war zeitweise selbst an den Grabungen beteiligt, die
zwischen 1998 und 2004 westlich von Borken durchgeführt wurden.
Dabei wurden unter anderem Reste von Häusern und Brunnen sowie
mehr als 10.000 Keramikscherben entdeckt. Schneiders Arbeit sei
von großer Bedeutung für die Siedlungsgeschichte des
Westmünsterlandes, so die Jury. Gleichzeitig leiste sie einen
wichtigen Beitrag für die Erforschung des frühen Mittelalters
im Rheinland, den östlichen Niederlanden und Westfalen.
"Dass nun erstmals eine archäologische Arbeit ausgezeichnet
wird, schlägt einen Bogen zum Namensgeber des Preises", betonte
Landrat Dr. Kai Zwicker. Nünning, der sich selbst als
Archäologe betrachtete, war Leiter der Stiftsschule in Vreden.
Seine Forschungen zur Geschichte der Region werden von der
heutigen Wissenschaft noch als Quellen genutzt. Zwicker dankte
der Sparkassenstiftung, die das Preisgeld zur Verfügung
gestellt hat. Der Erste Beigeordnete der Stadt Vreden, Bernd
Kemper, skizzierte die Bedeutung Nünnings für Vreden. "Er
gehörte zu den herausragenden Amts- und Würdenträgern des
Vredener Stifts", so Kemper. Schneider sei den Spuren Nünnings
gefolgt.
Prof. Dr. Jan Bemmann vom Institut für Vor- und Frühgeschichte
der Universität Bonn, bescheinigte Michael Schneider in seiner
Laudatio eine "gewaltige Arbeitsleistung". Seine mit "sehr gut"
bewertete Abschlussarbeit überzeuge durch eine exzellente
Quellenkritik sowie durch eine schlanke, zielführende
Argumentation. Bemmann bezeichnete den Preisträger, der nach
der Schule zunächst eine Banklehre gemacht hatte, als einen
"Archäologen aus Leidenschaft" und hoffnungsvollen
Nachwuchswissenschaftler.
Der Jodocus-Hermann-Nünning-Preis wird seit 1997 regelmäßig für
unveröffentlichte Arbeiten aus den Gebieten Geschichte,
Archäologie, Geographie, Volkskunde, Kunstgeschichte bzw.
Sprach- oder Literaturwissenschaft des Westmünsterlandes oder
für interdisziplinäre Studien aus diesen Bereichen verliehen.
Für die Umrahmung der Feierstunde sorgte ein erfrischendes
Ensemble der Musikschule Vreden. Judith Rolvering und Eva-Maria
König interpretierten Stücke von Cat Stevens, Alanis Morisette
und Nathalie Imbruglia.
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