[WestG] [AKT] Geschichte aus dem Acker: Altertumsverein Paderborn vergibt Meyerpreis an Archaeologin
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Nov 25 08:21:42 CET 2009
Von: "Marianne Witt-Stuhr" <oeffentlichkeitsarbeit at
altertumsverein-paderborn.org>
Datum: 23.11.2009, 11:45
AKTUELL
Geschichte aus dem Acker
Altertumsverein Paderborn vergibt Meyerpreis an Archäologin
Viele Jahrhunderte ist es her, dass an der Burg Altenfels bei
Rösenbeck auch eine Kirche stand. Die regionale
Geschichtsforschung vermutete lange, dass es sich hier um einen
Gründungsbau des Klosters Bredelar handelte. Diese These ist
nun durch archäologische Untersuchungen widerlegt. "Wir haben
viele neue Ergebnisse, die die Zeit zwischen Gründung und
Zerstörung der Kirchwüstung in Brilon-Rösenbeck beleuchten",
sagt Grabungsleiterin Sonja Herzig. Sie wurde für ihre
wissenschaftliche Grundlagenforschung jetzt mit dem
Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis des Altertumsvereins
Paderborn ausgezeichnet. Im Briloner Rathaus fand am Sonntag
mit Bürgermeister Franz Schrewe und weiteren Ehrengästen die
Preisverleihung statt. "Wir freuen uns, dass wir erstmals auch
eine hervorragende Magisterarbeit berücksichtigen können",
erklärt Vereinsdirektor Hermann-Josef Schmalor.
Eine mittelalterliche Kirche und ihr Stifter
2003 untersuchten Archäologen unterhalb der Burgruine Altenfels
eine alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Als Sonja Herzig im
Jahr 2004 die Grabungsleitung übernahm, konzentrierte sie sich
vor allem auf den Innenraum und erforschte vor Ort auch ein
gemauertes Kopfnischengrab. "Wir konnten das Skelett
anthropologisch untersuchen und haben es mit der C14-Methode
genauer datiert. Daher können wir sagen, dass der Tote zwischen
1141 und 1152 hier in der Kirche begraben worden ist, "
berichtet die Archäologin. Ob es sich bei diesem Grab auch um
den Stifter dieser Kirche handelte, konnte bislang noch nicht
ermittelt werden. Vermutlich wurde die Kirche unterhalb der
Burg Altenfels zwischen 1122 und 1138 als herrschaftliche
Eigenkirche errichtet und schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts
zerstört.
Förderpreis für wissenschaftlichen Nachwuchs
Hermann Josef Schmalor würdigte in seiner Ansprache die Arbeit
von Sonja Herzig als wichtigen Beitrag zur Regionalgeschichte.
Sie setze die Reihe der seit 1991 durch den Altertumsverein
ausgezeichneten Werke fort und entspreche insofern dem Anliegen
des Preises, hervorragende Arbeiten junger Historiker und
Historikerinnen zur Geschichte Ost- und Südwestfalens zu ehren.
Der Preis, der vom Altertumsverein bisher 19mal verliehen wurde,
ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert. Die Volksbank
Brilon unterstützte den wichtigen Förderpreis in diesem Jahr
mit 500 Euro. Bisher wurden zwei Habilitationen und 16
Dissertationen mit dem Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis
ausgezeichnet.
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Der nach dem Vereinsgründer Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer
benannte Preis des Altertumsvereins Paderborn wird seit 1991
verliehen. Er richtet sich an engagierte Nachwuchshistoriker
und wird für hervorragende Arbeiten zur Geschichte Ost- und
Südwestfalens vergeben. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro
dotiert. Bewerbungen und Vorschläge (Arbeit in doppelter
Ausfertigung) müssen beim Vereinsdirektor oder bei der
Vereinsgeschäftsstelle eingereicht werden.
Die Satzung des Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preises kann hier
eingesehen werden:
http://www.altertumsverein-paderborn.org
INFO
Kontakt:
Dr. Hermann-Josef Schmalor, Vereinsdirektor
Altertumsverein Paderborn
Leostr. 21
33098 Paderborn
URL: http://www.altertumsverein-paderborn.org
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte