[WestG] [AKT] Fehlanzeige: Keine Polizeiakten in Petershagen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jun 25 10:14:39 CEST 2009
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 24.06.2009, 12:12
AKTUELL
Fehlanzeige:
Keine Polizeiakten in Petershagen
Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sind
in Petershagen-Frille (Kreis Minden-Lübbecke) auf der
vermeintlichen Fundstelle von Akten des Polizeipräsidiums
Düsseldorf vom Ende des Zweiten Weltkriegs nicht fündig
geworden. Polizeihistoriker fahnden schon länger nach den
historischen Dokumenten und waren dem vermuteten Versteck durch
den Hinweis eines Einwohners auf die Spur gekommen. Bei ihrer
ersten Untersuchung der Stelle hatten die Historiker dort unter
anderem eine Patronentasche der Polizei aus der NS-Zeit
gefunden, woraufhin die LWL-Archäologie für Westfalen
eingeschaltet wurde.
Eine rund 150 Quadratmeter große Fläche in Frille haben die
Archäologen am vergangenen Montag (22.6.) bis auf den
gewachsenen Boden in über vier Meter Tiefe untersucht. Aber
unter der ein bis zwei Meter mächtigen Deckschicht aus
Nachkriegsabfall kamen die vermuteten Akten nicht zutage.
Die Stelle hatten Klaus Dönecke vom Polizeipräsidium Düsseldorf
und Hermann Kleinebenne, Kenner der Friller militärischen
Verhältnisse in den letzten Kriegsmonaten, als Vergrabungsort
von Personalakten des Düsseldorfer Polizeipräsidiums Düsseldorf
ausgemacht. Vor zwei Wochen hatten sie dort nach einem Hinweis
des Friller Bürgers Werner Kaiser eine Säbelkordel,
Uniformknöpfe, eine Patronentasche sowie gut erhaltene
Fragmente einer gedruckten Dienstvorschrift der Reichspolizei
gefunden.
Den Recherchen der Polizeihistoriker zufolge waren 16 Kisten
mit Akten der Düsseldorfer Polizei im Oktober 1944 wegen der
Gefährdung durch Luftangriffe nach Petershagen-Frille
ausgelagert und dort kurz vor dem Einmarsch der Alliierten in
einer alten Sandgrube vergraben worden.
Da die Akten nicht gefunden wurden, haben die LWL-Archäologen
das Projekt mit der Wiederverfüllung und Planierung des
Geländes bis zur Vorlage neuer konkreter Hinweise vorläufig
beendet.
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