[WestG] [AKT] LWL zeichnet restauriertes Kellergewoelbe als Denkmal des Monats aus
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jun 22 11:11:52 CEST 2009
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 18.06.2009, 12:12
AKTUELL
Der Heimatbund Arnsberg tagt jetzt im mittelalterlichen
Klosterbierkeller
LWL zeichnet restauriertes Kellergewölbe als Denkmal
des Monats aus
Der Westflügel des ehemaligen Prämonstratenserklosters
Wedinghausen aus dem frühen 18. Jahrhundert birgt einen
historischen Schatz: Unter dem Gebäude in Arnsberg
(Hochsauerlandkreis) ist ein aus drei ungleich breiten
Tonnengewölben bestehender älterer Keller erhalten geblieben.
Der Arnsberger Heimatbund hat den Keller restauriert und nutzt
ihn nicht nur für seine Sitzungen und Versammlungen. Die
Heimatfreunde haben den historischen Klosterbierkeller auch im
Rahmen von Stadt- und Klosterführungen für die Öffentlichkeit
geöffnet. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe
(LWL) den Keller jetzt als Denkmal des Monats Juni
ausgezeichnet.
"Obwohl der Keller mittelalterlich ist, wurde er bislang nur
von Fachleuten beachtet. Wahrscheinlich dienten die auch im
Sommer kühlen Räume als Lager für Nahrungsmittel, das größte
Gewölbe war der Klosterbierkeller", so LWL-Denkmalpfleger Dr.
Oliver Karnau.
Weil der Heimatbund die Baumaßnahmen in enger Abstimmung mit
der Stadt Arnsberg als Unterer Denkmalbehörde und dem LWL-Amt
für Denkmalpflege sehr sorgfältig vorbereitet hatte, konnte man
den Aufgang ins Refektorium, eine Treppe zum Kreuzgang und zwei
Nischen freilegen. "Die Handwerker arbeiteten erfreulicherweise
sehr umsichtig, um möglichst viel von der wertvollen Substanz
zu erhalten. So sind beispielsweise notwendige
Leitungsführungen nicht einfach in das Mauerwerk geschlitzt
worden, sondern man hat die neuen Leitungen vorsichtig zwischen
den Steinen in die Fugen eingelassen", lobt Karnau. Ein
besonderer Clou sei die Öffnung von vermauerten Nischen und
Treppen, die nun wieder erkennen ließen, wie der Kellerraum
einmal zur Versorgung des darüber liegenden Refektoriums
gedient habe. "Man kann sich richtig vorstellen, wie in
früherer Zeit volle Kannen und Krüge aus den Kellerräumen nach
oben getragen wurden", so Karnau weiter.
Der größte Gewölbekeller wurde 1942 als Luftschutzraum
eingerichtet. Karnau: "Das zeigt einmal mehr, dass die Räume
von Kloster Wedinghausen bis in den Keller hinein eine
besonders vielschichtige Geschichte haben."
Bei der Einrichtung der Kellerräume hat der Arnsberger
Heimatbund auf eine anspruchsvolle, aber dem einfachen
Charakter der Räume angemessene Gestaltung geachtet. So soll
die Lichtführung ihre Bauformen hervortreten lassen, aber nicht
dominant sein, sondern die besondere Form der Gewölberäume
akzentuieren und ihre zeitgemäße Nutzung ermöglichen.
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