[WestG] [AUS] Die Gedenkfeier fuer die lippischen Juden in Lemgo 1948, Lemgo, 11.06.-04.10.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jun 22 11:18:31 CEST 2009
Von: "Jürgen Scheffler" <j.scheffler at lemgo.de>
Datum: 22.06.2009, 10:59
AUSSTELLUNG
Lokale Erinnerung im Schatten der Vergangenheit: Die
Gedenkfeier für die lippischen Juden in Lemgo 1948
Sonderausstellung im Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo
In einer Zeit, die für den größten Teil der deutschen
Bevölkerung bestimmt war durch Existenzsorgen, Trauer um
Kriegstote, Hoffnung auf Wiederkehr der Vermissten, in der kein
Platz zu sein schien für die Auseinandersetzung mit der
schuldbeladenen Vergangenheit, fanden sich in Lippe zwei Männer
zusammen, um eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die
ermordeten jüdischen Landesbürger zu organisieren: der
Detmolder Verleger Max Staercke und Dr. Ulrich Walter, der
Leiter des Engelbert-Kämpfer-Gymnasiums in Lemgo.
Eine wichtige Rolle spielte für sie die Tatsache, dass der
jüdische Kaufmann Adolf Sternheim als Holocaust-Überlebender
Ende Juni 1945 wieder nach Lemgo zurückgekehrt war. Seine Frau
Lina war im Ghetto Theresienstadt an Entkräftung gestorben,
sechs weitere Angehörige, darunter seine ältere Tochter Berty
und deren Sohn Martin, waren in Vernichtungslagern ermordet
worden.
Am 10. Oktober 1948 fand die Gedenkfeier in der Aula des
Gymnasiums in Lemgo statt. Tiefen Eindruck hinterließ
insbesondere die Rede Ulrich Walters, der nicht nur
schonungslos die Lügen, Machenschaften und Verbrechen des
NS-Regimes darlegte, sondern sinngemäß auch Erinnerungsarbeit
als Fundament der Zukunftsgestaltung forderte.
In einem Schreiben an Max Staercke dankte Karl Marx, Begründer
des "Jüdischen Gemeindeblattes für die Britische Zone" (später
"Jüdische Allgemeine Wochenzeitung") für diese Initiative und
die Einladung: Er freue sich, "umso mehr, als es im heutigen
Deutschland zu den Seltenheiten gehört, dass in nichtjüdischen
Kreisen unserer verstorbenen Landsleute gedacht wird."
Die Ausstellung erinnert nach mehr als 60 Jahren an diese
außergewöhnliche Gedenkfeier und ihre Initiatoren. Und sie
ordnet die Feier in ihr lokales und regionales
zeitgeschichtliches Umfeld ein.
Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation im Verlag für
Regionalgeschichte Bielefeld erschienen: Hanne Pohlmann/Klaus
Pohlmann/Jürgen Scheffler: Lokale Erinnerung im Schatten der
Vergangenheit: Die Gedenkfeier für die lippischen Juden in
Lemgo 1948, Bielefeld 2009 (= Schriften des Städtischen Museums
Lemgo, Bd. 8), 50 S. mit zahlreichen Abbildungen, 5.- Euro.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung am 10. Juni 2009
wurde im Engelbert-Kaempfer-Gymnasium Lemgo eine Gedenktafel
für Dr. Ulrich Walter der Öffentlichkeit übergeben, gestiftet
von einem Kreis ehemaliger Schüler des Gymnasiums.
INFO
Dauer der Ausstellung: 11. Juni bis 4. Oktober 2009
Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo
Breite Straße 17-19
32657 Lemgo
Tel.: 05261-213276
URL: www.hexenbuergermeisterhaus.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr
Veranstaltungsdaten:
Sonderausstellung
Datum: 11. Juni - 4. Oktober 2009
Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo
Breite Str. 17-19
32657 Lemgo
Tel.: 05261-213276
Fax: 05261-213346
E-Mail: museen at lemgo.de
URL: www.hexenbuergermeisterhaus.de
Kontakt:
Jürgen Scheffler
Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo
Breite Str. 17-19
32657 Lemgo
Tel.: 05261-213463
Fax: 05261-213346
E-Mail: j.scheffler at lemgo.de
URL: www.hexenbuergermeisterhaus.de
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