[WestG] [LIT] Reininghaus, Wilfried (Bearb.): Die Tagebuecher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Feb 11 10:31:40 CET 2009


Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org>
Datum: 09.02.2009, 11:24 


LITERATUR

Die Tagebücher von Ludwig Freiherr Vincke 1789-1844
Der erste Oberpräsident der Provinz Westfalen, Ludwig Freiherr 
Vincke (1774-1844), schrieb von früher Jugend bis kurz vor 
seinem Tod Tagebücher. Er zeichnete auf, was er sah und erlebte, 
wen er traf und welche Gedanken er hegte. Die 24 Bände, die 
heute im Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen verwahrt werden, 
spiegeln Vinckes berufliches und privates Leben in Tausenden von 
Details:

Die Schulzeit im Pädagogium Halle im Schatten der Französischen 
Revolution, wiederholte Besuche in Berlin, sein Studium in 
Marburg, Erlangen und Göttingen, die Reise zum umlagerten Mainz 
1793 und nach Spanien, Portugal und England im Auftrag Preußens, 
seine vergebliche Jugendliebe zu Marianne von Cronenberg und 
zwei glückliche Ehen, seine ausgiebigen Lektüren von Diderot bis 
zur Klassik, seine Vorlieben für Leibesübungen beim 
Schlittschuhlaufen und Reiten, sein amtliches Wirken in Minden, 
Aurich und Münster.

Einzelne Tagebücher wurden bereits durch Ludger Graf von 
Westphalen, Wolfgang Knackstedt und Wolfgang Henninger ediert. 
Die komplette Edition aller Tagebücher hat nun der Verein für 
Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, in 
Kooperation mit der Historischen Kommission für Westfalen und 
dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen 
initiiert. Gemeinsame Herausgeber der Reihe sind Prof. Dr. 
Hans-Joachim Behr, Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Prof. Dr. 
Franz-Josef Jakobi und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus.

Mit der Edition wird der Öffentlichkeit eine Quelle zugänglich 
gemacht, die aufgrund der schwer lesbaren Handschrift und 
grammatikalischer Tücken nur mühsam rezipiert werden kann. Der 
edierte Text ist mit sachkundigen Kommentaren der 
Bearbeiterinnen und Bearbeiter versehen, wodurch ein für jeden 
verständlicher Text entsteht. Die Leitlinie bei der Edition ist 
es, den Text detailgetreu wiederzugeben und dem Leser das 
Verständnis - etwa durch moderne Interpunktion - zu ermöglichen.

Der jetzt vorliegende erste Band der Edition umfasst die 
Tagebücher von 1789 bis 1792 und wird durch ältere Reiseberichte 
und Vinckes Abituraufsatz ergänzt. Vincke war zu der Zeit 
Schüler des Pädagogiums in Halle, wo er 1792 das Abitur 
absolvierte. Die Tagebücher dokumentieren u. a. Vinckes Reisen 
nach Göttingen und Kassel, seinen Aufenthalt in den Franke'schen 
Anstalten in Halle sowie Besuche in Potsdam und Berlin. Die 
Tagebucheinträge vermitteln ein lebendiges Bild des jugendlichen 
Vincke, den sie als politisch, wirtschaftlich und kulturell 
höchst interessierten jungen Menschen zeigen. Bearbeitet wurden 
die Tagebücher von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus und Dr. Hertha 
Sagebiel.

Die Reihe wird fortgesetzt mit den Tagebücher der Jahre 
1804-1810. Der Bearbeiter Prof. Dr. Hans-Joachim Behr ediert 
Vinckes erste Zeit in Münster, die geprägt war von den ersten 
Reformen unter Friedrich Wilhelm III., vor allem aber vom Kampf 
Preußens gegen Napoleon und dem Zusammenbruch des Staates 1806.

Die Edition wendet sich an alle Freunde der westfälischen 
Landesgeschichte, an interessierte Laien wie an Historiker mit 
Interesse an der bewegten Zeit zwischen Französischer Revolution 
und Vormärz.

Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844, hg. v. 
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. 
Münster, die Historische Kommission für Westfalen und 
Landesarchiv NRW, Bd. 1: 1789-1792, bearbeitet von Wilfried 
Reininghaus und Hertha Sagebiel, Münster 2009, ISBN 
978-3-402-15740-4, 214 Seiten, 29,80 Euro


INFO

Kontakt:
Christine Schedensack
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster
Fürstenbergstraße 15
48147 Münster
Tel.: 0251-591 5972
Fax: 0251-591 6820
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org 
URL: www.altertumsverein-muenster.de


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