[WestG] [AKT] Museumsbesuch in Rheine
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 10 10:15:39 CET 2009
Von: "Stadt Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 09.02.2009, 15:59
AKTUELL
Museumsbesuch in Rheine
Rund 30 Kulturinteressierte besuchten am Samstag das Museum
"Falkenhof" in Rheine. Bürgermeister Rolf Lührmann, Mitglieder
des Kulturausschusses, Vorstandsmitglieder des Kunstvereins
Borken und des Heimatvereins und Vertreter der Initiative
Kleinkunst waren nach Rheine gefahren, um sich von Vertretern
der Stadt und des Museums Einzelheiten zum dortigen Museumsumbau
erläutern zu lassen. Der Umbau ist aus Mitteln der Regionale
finanziert worden. Ähnliche Überlegungen gibt es für die
Neugestaltung des Museums in Borken.
Vermutlich unter den Karolingern entstand die "Villa Reni", die
später als Falkenhof bezeichnet wurde und als Keimzelle der
Stadt Rheine gilt.1939 hatte die Stadt Rheine das Anwesen
gekauft, ab 1959 fanden hier die ersten Ausstellungen statt. Im
Rahmen der "Regionale 2004 links und rechts der Ems" wurde der
Falkenhof zum heutigen Stadtmuseum grundlegend umgestaltet,
erfuhren die Borkener Teilnehmer von Ute Ehrenberg,
Kulturdezernentin der Stadt Rheine.
Der "Umbau im Bestand" habe Kosten in Höhe von circa 2,7
Millionen Euro verursacht und sei mit 70 Prozent aus den Mitteln
der Regionale bezuschusst worden, so Günter Strauch, der
seinerzeitige Leiter der städtischen Regionale Steuerungsgruppe.
Dr. Helmut Knirim, Leiter des LWL-Museumsamtes für Westfalen
machte deutlich, dass aus seiner Sicht die Regionale, damals für
Rheine, heute für Borken, eine einmalige Chance darstelle, die
es zu nutzen gelte.
Die Leiterin der Städtischen Museen in Rheine Dr. Mechthild
Beilmann-Schöner und Claudia Kurzinsky, Leiterin der
Hochbauabteilung informierten über die eigentlichen
Umbauarbeiten. So sei bei den Arbeiten der Bagger in vier Metern
Tiefe auf ein völlig unbekanntes begehbares Kanalsystem
gestoßen. Auf etwa 60 Metern Länge wurden die unterirdischen
Gänge und ihre Verzweigungen untersucht. Die ursprüngliche
Funktion sei noch nicht bekannt, jedoch habe das System
spätestens im 18. Jahrhundert einen neuen Zweck erhalten:
Die Falkenhofbewohner durchschlugen die gemauerten Gewölbe und
entsorgten hier ihren Abfall. "Ein großer Glücksfall!", so
Beilmann-Schöner, denn auf diese Weise konnte eine sensationelle
Fülle von Gebrauchs- und Luxusgütern vom 17. bis 19. Jahrhundert
geborgen werden. In der jetzigen Ausstellung seien die Objekte
im Falkenhof zu sehen - dort, wo sie einst von seinen Bewohnern
benutzt wurden. Besucher können durch Glasplatten hindurch auch
in die Tiefe der unterirdischen Gänge blicken.
Am 3. März befasst sich der Kulturausschuss mit dem
Themenkomplex "Stadtmuseum Borken". Das im Entwurf inzwischen
fertiggestellte Feinkonzept der Dauerausstellung soll den
Mitgliedern vorgestellt werden. Ein weiterer Punkt werden die
Vorüberlegungen zu einer möglichen Beteiligung an der Regionale
2016 sein.
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