[WestG] [AKT] Zwei Veranstaltungen zum Gedenken an den deutschen Ueberfall auf Polen 1939, Krefeld, 01.09.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Aug 31 10:53:37 CEST 2009


Von: "Forum Geschichtskultur"  <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 27.08.2009, 17:31
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AKTUELL

Zum Anti-Kriegstag 1: Vortrag Kriegerheldenopfer

Am Jahrestag des Deutschen Überfalls auf Polen 1939, dem 1. 
September, hält Dr. Ingrid Schupetta um 19.30 Uhr einen Vortrag 
in der Villa Merländer, Friedrich-Eber-Str. 42, 47799 Krefeld, 
Thema sind die Schwierigkeiten des Gedenkens an die Toten des 
Zweiten Weltkrieges.

Sie zieht darin einen Vergleich zwischen den Denkmalen der 
Kriege des 19. Jahrhunderts und denen des Ersten und Zweiten 
Weltkrieges. Die Denkmale der Befreiungskriege, der 
territorialen Auseinandersetzungen und des 
Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 konnten die getöteten 
Soldaten als Helden darstellen, die ihr Leben einer gemeinsamen 
und siegreichen Sache geopfert hatten. Das wurde mit dem 
verlorenen Ersten Krieg schon schwierig, mit dem Zweiten 
unmöglich. Der Zweifel an der Gerechtigkeit einer gemeinsamen 
Sache war zu groß, außerdem war die Zahl der zivilen Opfer 
unübersehbar.

Für den Versuch eines Schlussstriches, unter dem alle zivilen 
Opfer (der NS-Diktatur und Ideologie, der Bombenangriffe, der 
Flucht und Vertreibung) plus der Gefallenen als Summe der Toten 
erscheinen, denen man ein gemeinsames Denkmal setzen könnte, 
ist es offenbar immer noch zu früh. Es scheint im Gegenteil so, 
als ob zwei Generationen nach Kriegsende eine neue Konjunktur 
der Einzel-Denkmale an die verschiedenen Opfer der NS-Zeit erst 
entfacht wäre. Dabei spiegelt die neue Kleinteiligkeit der 
Denkmallandschaft die Zersplitterung der gesellschaftlichen 
Interessengruppen.

Zahlreiche Bilder mit Beispielen vorwiegend aus der 
Düsseldorfer und Krefelder Denkmallandschaft werden das Thema 
illustrieren. Die Textgrundlage erscheint in diesem Herbst in 
der renommierten geschichtswissenschaftlichen Fachzeitschrift 
"Geschichte im Westen" (Zeitschrift für Landes- und 
Zeitgeschichte, Jg. 24/2009).

Zum Anti-Kriegstag 2: Busrundfahrt Mehr Trauer als Triumph

Seit 1957 hat der DGB den 1. September zum Friedenstag gewählt, 
an dem in jeder erdenklichen Weise an die Schrecken des Krieges 
erinnert werden soll, damit sie sich nicht wiederholen. Die 
Krefelder Geschichtswerkstatt sieht sich deswegen in guter 
Tradition, wenn sie für Sonntag, den 6. September ab 14 Uhr 
eine Stadtrundfahrt mit dem Bus vorbereitet.

Ziele sind diesmal allerdings nicht die noch nach 64 Jahren im 
Stadtbild sichtbaren Spuren dieses Krieges, sondern die 
Erinnerungszeichen, die an die Kriege der letzten 200 Jahre, 
insbesondere an die beiden Weltkriege und an ihre Opfer 
erinnern. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt haben dafür 
Orte gewählt, an denen die meisten Krefelder häufig 
vorbeikommen, deren Motive sich aber erst mit einigem 
Hintergrundwissen erschließen. Wem ist zum Beispiel je die 
kleine Skulptur eines Soldaten auf dem Denkmal im Stadtgarten, 
unmittelbar an dem Kinderspielplatz an der St. Anton-Straße 
aufgefallen? Und wer weiß, wo Krefelds einziges Reiterstandbild 
in den Himmel ragt?

Die Fahrt beginnt und endet an der an der Friedenskirche und 
dauert maximal drei Stunden.


INFO

Kostenbeteiligung 10 Euro, Karten bei der Tourist-Information 
im Krefelder Schwanenmarkt Center, 
Montag bis Freitag 9.30 Uhr bis 19 Uhr 
und Samstag 9.30 Uhr bis 16 Uhr.


Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte