[WestG] [AUS] Arbeiten von Kirill Ivlev und Caroline Bayer, Muenster, 04.04.-19.04.2009

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Di Apr 7 13:50:09 CEST 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 07.04.2009, 13:24


AUSSTELLUNG

Leuchtende Museumswände
Arbeiten von Kirill Ivlev und Caroline Bayer in der Ausstellung
"Aufriss" 

Münster (lwl). Mit einem umfassenden Um- und Neubau bricht das
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster dieses Jahr
in eine neue Zukunft auf. Kurz vor dem Abriss des Anbaus aus den 1970er
Jahren, wird das Gebäude noch einmal Schauplatz für ein spannendes
Kunstprojekt. In der Ausstellung "Aufriss" (bis 19. 4.) verwandeln 17
junge Künstler den Museumsbau des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
(LWL) für zwei Wochen in ein lebendiges Raum-Labor. Mit ihren
Installationen und Wandmalereien reagieren sie auf den Raum und auf das
Museum als Institution. In einer Serie stellt der LWL die Arbeiten von
Kirill Ivlev und Caroline Bayer vor.

Es scheint, als haben sich die Deckenplatten zur Seite geschoben, um
einer schleimigen, zähflüssigen Masse Platz zu machen, die sich bis zum
Teppichboden erstreckt. "Die Soße des Himmels" nennt Kirill Ivlev aus
der Klasse Michael van Ofen von der Kunstakademie Münster seine
Skulptur, die er im LWL-Landesmuseum errichtet hat. 

Die Idee für seine Arbeit aus Maschendraht, Spachtelmasse und
phosphorisierender Farbe hatte der junge Künstler schon vor Jahren, doch
in den ehemaligen Barock-Ausstellungsräumen hat er seine Skizzen
erstmals verwirklicht. Eine ähnliche Soße wie in der Mitte des Raumes
überzieht  die Wände. Hier macht sie auch nicht vor den Bildern halt,
die Ivlev an einigen Wänden stellvertretend für die frühere Funktion des
Raumes angebracht hat. Alle zehn Minuten verwandelt sich die sonderbare
Raumwirkung erneut: Das Licht geht aus. "Plötzlich taucht die
Nachtleuchtfarbe an der Skulptur den gesamten Raum in eine
geheimnisvoll, mystische Atmosphäre" beschreibt Ivlev den
Überraschungseffekt, den er durch eine Zeitschaltung erzielen
möchte.

Auch der ehemalige Mittelalter-Ausstellungsraum hat sich stark
verändert: Die ehemals blauen Wände sind nun strahlend weiß. Durch
die Entfernung der Fensterverdunklung wird der Raum vom Licht
durchflutet. Was aber vor allem ins Auge fällt, sind die weißen Linien
auf dem grauen Steinfußboden. Sie stammen von  Caroline Bayer, die ihre
Arbeit "Markierung I - V" um die freistehenden Wände angeordnet hat. Die
Künstlerin aus der Klasse von Dirk und Maik Löbbert nimmt Bezug auf
architektonische Strukturen, indem sie die Ebenen der Wände so abbildet,
dass sie  theoretisch hochgestellt und wie ein Faltbogen wieder
zusammengesetzt werden könnten. Ihre klaren Linien bleiben dabei stets
in der Schwebe zwischen imaginärem Raum und Abstraktion. Eine weitere
Besonderheit der Installation: Die exakt gezogenen Konturen der
Zeichnungen sind nicht etwa mit Farbe gemalt, sondern mit Gewebeband
aufgeklebt. Dieses Material hat Bayer auch für ihre zweite Arbeit "WZ
3-09" in einem ehemaligen Renaissance-Ausstellungsraum benutzt. Dort hat
sie mithilfe des Klebebands die Formen der rechteckigen Museumsfenster
an einer der hellgrünen Wände abgebildet.

Dauer der Ausstellung:
4. bis 19. April 2009

Öffnungszeiten während der Ausstellung:
12:00 - 20:00 Uhr

Lange Nacht: Am 18. April ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet und
anschließend findet eine Party statt.


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