[WestG] [AKT] Offiziell begrueßt: - Prof. Dr. Michael Maria Rind

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Apr 2 10:48:07 CEST 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 01.04.2009, 16:21


AKTUELL

Offiziell begrüßt:
Prof. Dr. Michael Maria Rind

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seit Anfang des
Jahres einen neuen Chefarchäologen: Prof. Dr. Michael Maria Rind
war Leiter der Kreisarchäologie im Landkreis Kelheim (Bayern), 
bevor er die Nachfolge von Dr. Gabriele Isenberg als Direktor 
der LWL-Archäologie für Westfalen antrat.

Der 50-Jährige hat Ur- und Frühgeschichte, Archäologie, 
Kunstgeschichte und Volkskunde studiert und ist 1984 über die 
"urnenfelderzeitliche Siedlung in Dietfurt/Oberpfalz" promoviert
worden. Nach Tätigkeiten an der Universität und beim Bayerischen
Landesamt für Denkmalpflege arbeitete der gebürtige Duisburger 
seit 1989 in Kelheim. 

Neben Ausgrabungen war ein Schwerpunkt seiner Arbeit die 
Öffentlichkeitsarbeit für die Archäologie durch Ausstellungen 
und zahlreiche allgemeinverständliche Veröffentlichungen. Seit
1995 hat Rind einen Lehrauftrag an der Universität Regensburg, 
an der er sich im Jahr 2000 habilitierte. Seit 2006 ist er dort 
als außerplanmäßiger Professor tätig.


Herr Prof. Rind, wie gut sind Sie nach knapp 100 Tagen in 
Westfalen angekommen?

Rind: Ich beginne mich wieder in Münster einzuleben und auch
wohl zu fühlen. Die Region ist mir nicht fremd, denn ich habe
sieben Jahre lang in Münster studiert. Das Wetter hat sich zwar
nicht verändert, aber ich finde, die Menschen in Westfalen sind
viel offener geworden.

Was war im Job vertraut, was war neu?

Rind: Obwohl ich Kolleginnen und Kollegen aus dem Studium wieder
getroffen habe, war die komplette Mannschaft der LWL-Archäologie
natürlich noch neu für mich. Es ist ein sehr junges Team, das 
mit diesen Möglichkeiten moderne Archäologie machen kann, sei es
mit unserer neuen Restaurierungswerkstatt, der neuen Bibliothek
oder dem archäologischen Zentralarchiv in Westfalen.

Was ändert sich unter Ihrer Leitung in der Archäologie in 
Westfalen?

Rind: Wir haben schon einige Arbeitsfelder ins Auge gefasst. Es 
gibt zahlreiche gute Ideen, zum Beispiel für neue Publikationen.
Wir müssen den Sinn von Archäologie noch stärker darstellen, 
denn es reicht heute nicht mehr, still vor sich hin zu graben. 
Und: Wie können wir die Interessierten und Ehrenamtlichen noch 
stärker an der offiziellen Archäologie beteiligen?

Was sind Ihre wichtigsten Projekte: Werden Sie den ältesten 
Neandertaler finden, den einzig wahren Ort der Varusschlacht 
oder eine noch unentdeckte Burg?

Rind: Vielleicht keines davon, aber in der Archäologie ist man 
glücklicherweise nie vor Überraschungen sicher. Das Zentralarchiv
bedarf dringend einer Inventur beziehungsweise einer Registratur,
hier muss neue Technik zum Einsatz kommen. Das gilt im Übrigen 
auch für die Bibliothek. In der Denkmalpflege könnte die 
Luftbildarchäologie ein stärkeres Gewicht vertragen, gerne würde
ich auch neue Prospektionsverfahren im Vorfeld von Ausgrabungen
stärker ausbauen, aber das ist nur ein Teil der Archäologie. 

Auf der anderen Seite stehen in den nächsten Jahren große 
Ausstellungen vor der Tür wie die Schau zum Varus-Jahr ab Mai 
diesen Jahres in unserem LWL-Römermuseum in Haltern am See oder 
die Mittelalter-Ausstellung "AufRuhr 1225!" im nächsten Jahr in 
unserem Landesmuseum in Herne. Das alles kostet viel Energie, 
macht aber Spaß.

Und was tut Michael Rind in seiner Freizeit am liebsten?

Rind: Ich koche gerne und sammle seit meiner Studienzeit Rotwein,
den ich natürlich auch gerne verkoste, selbstverständlich in 
gesunden Maßen.


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