[WestG] [AKT] Muensters Politik und Wirtschaft im Mittelalter. Umgestaltung in der Schausammlung des Stadtmuseums, Muenster
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 5 10:49:58 CEST 2008
Von: "Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 04.09.2008, 11:02
AKTUELL
Münsters Politik und Wirtschaft im Mittelalter
Umgestaltung in der Schausammlung des Stadtmuseums zur
Hansestadt abgeschlossen / Viele neue Exponate
Seit dem Mittelalter gab es in Münster Spannungen zwischen der
Stadt und den Fürstbischöfen. Zugleich blühte die Wirtschaft
auf. Nun wird diese Zeit in der Schausammlung des Stadtmuseums
Münsters neu präsentiert - multimedial und mit bisher nicht
gezeigten archäologischen Funden.
Das Bistum Münster bildete bis 1803 das größte kirchliche
Territorium im damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher
Nation. "Steht Liudger als erster Bischof Münsters im vorherigen
Raum der Schausammlung im Zentrum, wird im nun umgestalteten
Kabinett Hermann II. von Katzenelnbogen als erster Fürstbischof
vorgestellt", berichtet Museumsleiterin Dr. Barbara Rommé.
Bestattet 1203 in Kloster Marienfeld, war er sowohl geistlicher
als auch weltlicher Herrscher. Ihm unterstanden auch die
wohlhabenden Bürger Münsters. Der prächtige gotische
Rathausgiebel gegenüber dem Michaelistor, als Eingang zur
Domfreiheit, erzählt vom damaligen Spannungspotenzial zwischen
Bürgern und Bischof.
Mit der Erlangung der Stadtrechte, der Fertigung eines
Stadtsiegels und der Errichtung der großen Stadtmauer wird
Münster zu einer bedeutenden Metropole im nordeuropäischen Raum.
Auch die Münzprägung gibt davon Zeugnis. Es kommt zu einer
wirtschaftlichen Blüte, während der die Kaufleute aus Münster im
gesamten westeuropäischen Raum tätig werden. Ihre vielfältigen
Handelsbeziehungen können unter anderem in der großformatigen
Karte der damaligen Hansestädte abgelesen werden.
"Zudem werden viele Handwerke durch neue archäologische Funde
greifbar", erklärt Dr. Bernd Thier vom Stadtmuseum Münster.
Exemplarisch vorgestellt wird so die Arbeit der Goldschmiede mit
einer Gussform für Schmuck und handlichen Klappwaagen. Überdies
gab es heute vergessene Branchen wie die spezialisierten Nadel-
und die Nestelmacher. Heute verhindern Plastikhülsen dass
Schnüre und Kordeln ausfransen, früher wurden diese Nesteln
manuell aus Metall gefertigt.
Wer mehr über dieses Handwerk im Besonderen und Münster im
Mittelalter im Allgemeinen wissen möchte, kann auch mit Hilfe der
multimedialen Terminals auf Zeitreise gehen.