[WestG] [AKT] Pferdefuehrer berichtet ueber die Arbeit mit Grubenpferden, Dortmund, 12.10.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Okt 10 11:01:15 CEST 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 09.10.2008, 15:45
AKTUELL
Pferdeführer berichtet über die Arbeit mit Grubenpferden
Zeitzeugengespräch im LWL-Industriemuseum
Einen tierischen Arbeitsplatz im Bergbau stellt das
LWL-Industriemuseum am Sonntag, 12. Oktober von 15 bis 17.30 Uhr
auf der Zeche Zollern in Dortmund vor. Im Rahmen der
Veranstaltungsreihe "Zeitzeugen berichten" wird der ehemalige
Pferdeführer Horst Höfer im Museum des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe (LWL) die Arbeit mit seinem Kollegen auf vier
Beinen vorstellen.
Horst Höfer, heute 76 Jahre alt und bei bester Gesundheit,
begann 1947 auf der Zeche Caroline in Holzwickede seine
Ausbildung als Berglehrling. Die Arbeit mit den Pferden war für
viele Jungbergleute die erste Beschäftigung unter Tage, vor
allem wenn sie - wie Horst Höfer - bereits auf einem Bauernhof
gearbeitet hatten. "Ich habe diese Arbeit sehr geliebt,"
erinnert sich Horst Höfer, der mehrere Jahre bei diesem
Arbeitsplatz blieb. Nach der Schließung der Zeche Caroline 1951
wechselte er zur Zeche Königsborn II/V. Dort arbeitete er als
Gedingeschlepper und Hauer und schließlich bis zu seiner
Pensionierung 1982 als Elektrohauer. Noch heute ist Horst Höfer
dem Bergbau eng verbunden. Er betreibt mit seiner Frau Doris in
Unna-Stockum mit der "Fröhlichen Morgensonne" eines der
kleinsten Bergbaumuseen Deutschlands.
Der junge Pferdeführer hatte viele Aufgaben zu erledigen, von
denen er immer wieder gern und mit großer Lebendigkeit erzählt.
Er schildert den Stall unter Tage, das tägliche Füttern, die
Pflege und weiß auch von Krankheiten zu berichten. Er räumt auf
mit der Mär von den blinden Grubenpferden und beschreibt die
besondere Beziehung zwischen Bergmann und Tier. Beide waren Teil
einer Arbeitsgemeinschaft an einem Ort mit außergewöhnlichen,
bisweilen unwirtlichen Bedingungen. Der zweibeinige Kumpel
musste sich jederzeit auf seinen vierbeinigen Kumpel verlassen
können.
1966 ging mit der Verrentung von Tobias - dem letzten Vierbeiner
im Ruhrbergbau - die Ära der Grubenpferde zu Ende. Mehr als
einhundert Jahre gehörten sie zur Arbeitswelt auf den
Bergwerken.
Besucher der Zeitzeugen-Veranstaltung zahlen nur den normalen
Museumseintritt.
INFO
LWL-Industriemuseum
Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Tel.: 0231 6961-211
Fax: 0231 6961-114
E-Mail: Zeche-Zollern at lwl.org