[WestG] [KONF] 15. Deutsch-Niederlaendisches Symposium im Bochumer Stadtarchiv, Bochum, 27./28.11.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Nov 25 11:17:18 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 25.11.2008, 11:12
SYMPOSIUM
Archivare diskutieren über Zukunft im Netz
15. Deutsch-Niederländisches Symposium im Bochumer Stadtarchiv
Wie kann es gelingen, sich als Recherchequelle im scheinbar
unbegrenzten Informationsangebot des Internets zu behaupten?
Darüber diskutieren mehr als 60 Archivare auf dem 15.
Deutsch-Niederländischen Archivsymposium, das der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), das Stadtarchiv
Bocholt und das niederländische Gelders Archief am 27. und 28.
November im Bochumer Stadtarchiv - Zentrum für Stadtgeschichte
veranstalten.
"In den Magazinen lagern zahlreiche historische Originalquellen,
doch wer nimmt noch den Weg auf sich, an Ort und Stelle zu
recherchieren?", stellt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch die
entscheidende Frage. Lange Anfahrtswege und unbequeme
Öffnungszeiten wirkten abschreckend, denn Nachforschungen
betrieben die Menschen heutzutage am heimischen PC. Von dort aus,
behauptet Kirsch, wollen sie auf umfassende Informationen und
digitale Bilder der Originale zurückgreifen.
Aktivitäten im Netz erweitern
"Den Weg ins Netz haben die Archive zwar längst beschritten",
sagt der Leiter des LWL-Archivamts für Westfalen, Dr. Marcus
Stumpf. Beispielsweise verschaffe das NRW-Archivportal
(http://www.archive.nrw.de) einen Überblick zu den kommunalen,
privaten und staatlichen Archiven, in deren Beständen
Interessierte recherchieren können. Der Haken sei aber: Die
Recherche ende zumeist auf Ebene der Bestände beziehungsweise
der Inhaltsverzeichnisse. "Detailinformationen und digitale
Inhalte sind noch Mangelware", so Stumpf. Daher müssten die
Archive ihre Internetangebote ausbauen und auch über interaktive
Elemente wie Blogs nachdenken.
Kulturelles Erbe als Auftrag
Bei dem deutsch-niederländischen Austausch erörtern die
Teilnehmer der Tagung im Bochumer Stadtarchiv außerdem Fragen zu
dem Auftrag der Archive, das kulturelle Erbe zu bewahren. "Wenn
Gesellschaften ein gemeinsames historisches Bewusstsein
benötigen, um zu bestehen, dann haben die Archive eine wichtige
Funktion", erläutert Stumpf. Denn ohne Bewahrung und Vermittlung
von Geschichte könnten Menschen keine gemeinsame Identität
entwickeln. Mit seinem Einführungsvortrag "Die Rolle der Archive
in der Kulturlandschaft" liefert NRW-Kulturstaatssekretär
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff erste Anregungen für die
Diskussion.
Ein weiteres Thema des Symposiums ist das stark veränderte
Berufsbild des Archivars. Die elektronische Aktenführung, die
internetfähige Aufbereitung der historischen Quellen oder der
Dialog mit den Universitäten bilden nur einen Teil der neuen
Aufgaben ab, denen sich die Archive heute stellen.